Mythos Multitasking 

Ständig mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen wird mehr und mehr Standard im Job und im Privatleben. Doch richtig effektiv ist das nicht. Es kann sogar eher zur Belastung werden. Daher lieber rechtzeitig gegensteuern. 

Den Telefonhörer noch in der Hand tippt der Kollege bereits die Antwort auf die letzte Kundenanfrage. Während des Abteilungsmeetings wandert der Blick immer wieder zum Smartphone, um mal eben Mails zu checken. Und nachmittags auf dem Spielplatz tüftelt die berufstätige Mutter in Gedanken an der Argumentation für die morgigen Vertragsverhandlungen – einmal Kind anschaukeln, dann den Kollegen noch mal schnell dazu anrufen. 

Multitasking ist das Gebot unserer modernen Arbeitswelt. Informations- und Kommunikationstechnik verdichten die Arbeitsprozesse immer weiter. Im Großraumbüro sind Ablenkungen und Arbeitsunterbrechungen an der Tagesordnung. Und weil mit Home-Office und mobilem Arbeiten die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zunehmend verschwimmen, überlappen auch immer mehr Aufgabenbereiche, die man gerne alle auf einmal erledigt haben möchte.

 

Multitasking führt zu Fehlern 

Doch Vorsicht: Zwar brüsten sich viele mit der Fähigkeit, ihre Antennen überall zu haben und wie ein Krake zig Jobs unter einen Hut zu kriegen.  Doch Wissenschaftler haben längst herausgefunden, dass Multitasking eher schadet. Wer mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt, macht bis zu dreimal mehr Fehler und vergisst mehr Details als Mitarbeiter, die ihre Aufgaben hintereinander abarbeiten. Auch unser IQ sinke – auf ein Niveau von Menschen, die eine Nacht durchgemacht haben.

Unser Hirn ist offenbar nicht für Multitasking gemacht. Es ist schlichtweg nicht in der Lage, schwierige und komplexe Denkprozesse gleichzeitig durchzuführen, so die Wissenschaft. Um aus diesem Schlamassel rauszukommen, findet ein schneller Wechsel der Aufmerksamkeit statt. Mit anderen Worten: Multitasker machen überhaupt nichts parallel, sondern konzentrieren sich abwechselnd auf verschiedene Dinge. Das führt aber genau dazu, dass bei jeder einzelnen Aufgabe schnell etwas übersehen wird, weil man nirgendwo ganz bei der Sache ist und nicht fokussiert arbeitet. Und am Ende bleibt nur noch das leicht frustrierende Gefühl, nichts richtig geschafft zu haben und keiner Aufgabe wirklich gerecht geworden zu sein.

 

6 Strategien gegen die Multitasking-Falle 

Schluss damit – ein paar einfache Tricks helfen, sich selbst zu disziplinieren.

  • Immer schön der Reihe nach
    Wir entlasten unser Hirn, wenn wir die Arbeiten nacheinander abarbeiten. Und liegen viele verschiedene Arbeiten auf dem Tisch, kann man diese zum Beispiel in 20-Minuten-Blöcke aufteilen, empfehlen Wissenschaftler. So arbeite man immer noch effektiver, als wenn man zwischen den Sachen hin und her springt.
  • Pausen nicht vergessen
    Auch wenn die Zeit drängt, solltest Du darauf achten, regelmäßige Pausen einzulegen. Der Mensch kann sich nicht unendlich lange auf eine Aufgabe konzentrieren, meist lässt schon nach 20 bis 30 Minuten die Aufmerksamkeit nach. Nimm Dir regelmäßig bewusst ein paar Minuten Zeit, um tief durchzuatmen, Dich ein bisschen zu bewegen und Sauerstoff zu tanken.
  • Aufgaben planen
    Gerade in Phasen, in denen vieles auf einmal ansteht, helfen klare Prioritäten. Was ist am dringendsten, was kann noch warten. Am besten alles in eine Liste packen und los geht’s. Dann muss es nur noch gelingen, sich auch wirklich an den Plan zu halten.
  • Puffer einplanen
    Erledige nicht alles auf den letzten Drücker, sondern plane ausreichend große Zeitpuffer ein und nimm Dir immer nur so viele Aufgaben vor, wie Du auch sicher bewältigen kannst.
  • Eigene Gewohnheiten überprüfen
    Das Mailprogramm ist ständig offen, die Kollegen wissen, dass sie jederzeit kurz stören können und das Telefon klingelt maximal dreimal, bevor man rangeht. Oft sind es solche Gewohnheiten im Arbeitsablauf, die Multitasking zum Dauerbrenner werden lassen. Gegensteuern kann man, indem man die Mails zum Beispiel einfach einmal eine halbe Stunde nicht abruft, das Telefon auch mal ignoriert und mit Kollegen feste Termine vereinbart.
  • Glücksbärchen statt Arbeitskrake
    Das Gegenteil von Multitasking ist der Flow. Damit bezeichnete der ungarisch-amerikanische Psychologe Mihály Csíkszentmihályi in den 1970er-Jahren das Glücksgefühl, das Menschen erleben, wenn sie gänzlich in einer Beschäftigung aufgehen. Das anzustreben ist vermutlich gesünder, als mit zig To Dos jonglieren zu können.

 

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