Finde Deine Anlagestrategie 

Wer an der Börse erfolgreich sein möchte, braucht einen guten Plan. So findest Du die Anlagestrategie, die zu Dir passt. 

Du hast Dich entschieden, einen Teil Deines Vermögens an der Börse anzulegen. Und schon stehst Du vor der nächsten Frage. Nämlich: Welche Wertpapiere sollen ins Depot? Allein an der Deutschen Börse in Frankfurt sind mehr als 1.000 deutsche und internationale Aktien handelbar. Hinzu kommen etwa 12.000 Investmentfonds, daneben Anleihen und die unterschiedlichsten Derivate.

Für die Auswahl gibt es ganz unterschiedliche Strategien, und keine ist objektiv die richtige. Vielmehr kommt es darauf an, von welcher Philosophie Du als Anlegerin überzeugt bist. Glaubst Du, dass sich große, international etablierte Konzerne auch weiterhin gewinnbringend entwickeln werden, oder setzt Du auf die Wachstumschancen kleinerer Unternehmen? Vielleicht pickst Du Dir auch ganz gezielt Unternehmen heraus, die gerade eine Krise überstanden haben und jetzt neu durchstarten. Wie selbstbewusst bist Du, was Deine Markteinschätzung angeht? Wie viel Risiko darf's sein und wie viel Zeit möchtest Du überhaupt mit Deiner Geldanlage verbringen?


 

Die 8 wichtigsten Anlagestrategien: 

 

Aktiv oder passiv 

Wühlst Du Dich gerne durch Unternehmenskennzahlen und beschäftigst Dich mit regionalen Markttrends und Branchenentwicklungen? Dann könntest Du Freude am aktiven Investieren haben. Hier geht es darum, ganz gezielt aussichtsreiche Wertpapiere herauszupicken mit dem Ziel, den Markt zu schlagen, also schlauer oder zumindest schneller zu sein als der Durchschnitt aller Anleger. Studien belegen, dass dies auf lange Sicht sogar professionellen Investoren nur selten gelingt. Allerdings spricht nichts dagegen, sich einzelne Liebhaberpapiere ins Depot zu holen.

Beim passiven Investieren lautet die Devise: auswählen und zurücklehnen. Vorausgesetzt, Du bist mit der Rendite zufrieden, die der Markt hergibt, dann kannst Du auch direkt in einen Index wie den DAX investieren. Die Aktien einzeln zu kaufen, lohnt sich aufgrund der Gebühren nicht. ETFs bilden die unterschiedlichsten Indizes ab, sind einfach strukturiert und günstig zu haben – Diversifikation inklusive.

 

Buy and hold 

„Hin und her macht Taschen leer“, lautet einer der häufigsten Anlagefehler. Für jeden Kauf und jeden Verkauf fallen Gebühren an. Je häufiger gehandelt wird, desto weniger bleibt von der Rendite übrig. Wer auf die Buy-and-hold-Strategie setzt, verzichtet aufs Timing und vertraut stattdessen auf die langfristig positive Entwicklung der Aktienmärkte. Im Prinzip auch ein passiver Ansatz mit dem Unterschied, dass Anlegerinnen hier gezielt Einzelwerte auswählen und nicht in einen Index investieren.

 

Dividendenstrategie 

Mit der Dividendenstrategie lassen sich unabhängig von der Kursentwicklung regelmäßige Erträge aus Aktien erzielen. Dabei wählen Anlegerinnen Aktien mit einer hohen Dividendenrendite aus. Sie beschreibt das Verhältnis des ausgeschütteten Gewinns zum Aktienkurs. Wichtig: Achte bei der Auswahl darauf, dass das Unternehmen bereits in der Vergangenheit regelmäßig hohe Dividenden ausgeschüttet hat. Zur Orientierung: Die 15 dividendenstärksten deutschen Unternehmen findest Du im DivDAX.

 

Value oder Growth 

Value oder Growth ist eine Frage Deiner Risikoeinstellung. Mit der wertorientierten Value-Strategie setzen Anlegerinnen auf fundamental stabile, aber an der Börse unterbewertete Unternehmen. Es gilt also, zunächst wieder Unternehmenskennzahlen zu wälzen, um herauszufinden, welche Unternehmen überhaupt aufgrund ihrer Marktposition ansprechende Gewinne erwarten lassen und in denen gleichzeitig verborgenes Kurspotenzial schlummert. Auch wenn der Tipp von Börsenguru Warren Buffett — "Kaufe einen Dollar, aber bezahle nicht mehr als 50 Cent dafür" — einleuchtend erscheint, ist die Umsetzung kein leichtes Unterfangen.

Dann doch lieber auf die Wachstumskraft junger Unternehmen setzen? Wer sein Depot nach der Growth-Strategie zusammenstellt, wählt überbewertete Aktien aus. Diese erkennst Du an einem vergleichsweise hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Hinter dem Ansatz verbirgt sich die Überzeugung, dass die zukünftige Gewinnentwicklung nachziehen und sich an die Börsenbewertung anpassen wird. Growth-Anlegerinnen spekulieren darauf, die nächsten Perlen am Aktienmarkt nach Amazon, Google, Facebook und Co. aufzuspüren. Neben Gespür für den Markt erfordert diese Strategie ein hohes Maß an Risikobereitschaft.

 

Prozyklisch oder antizyklisch 

Eine positive Wertentwicklung in der Vergangenheit deutet darauf hin, dass sich die Börsenkurse auch weiterhin gut entwickeln werden. Daran glauben prozyklisch orientierte Anlegerinnen und wählen Titel aus, bei denen sie in den vergangenen Monaten einen Kursanstieg beobachten konnten.

Genau umgekehrt verfahren Antizykliker. Sie picken gezielt Unternehmen heraus, die gerade eine Krise hinter sich gebracht haben und hoffen, von den günstigen Einstiegspreisen zu profitieren. Ständig gegen den breiten Markt zu investieren, erfordert großes Selbstvertrauen.

Das könnte Dich auch interessieren: 

finanz-heldinnen Infoline

Hier könnt Ihr alle Fragen rund um das Thema Geldanlage stellen. Ihr erreicht uns montags bis freitags von 9.00 bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer:

04106 - 708 2549