Diversifikation – die Mischung macht’s 

Eine risikofreie Geldanlage gibt es nicht, aber eine breite Streuung kann die Gefahr von Verlusten minimieren. 

Morgens, kurz nach sechs, und beim Blick aus dem Schlafzimmerfenster deutet nichts darauf hin, dass die Temperaturen heute noch die 30-Grad-Marke knacken sollen. Im Gegenteil: Es nieselt, es ist windig und von der Sonne keine Spur. Was also anziehen? Ein klarer Fall für den Zwiebellook. Warm und wasserdicht für den Weg ins Büro – schicke Schuhe zum Wechseln hast Du sowieso unter Deinem Schreibtisch deponiert und die dünne Strickjacke streifst Du am Nachmittag einfach ab. Mit der einen Hand schnappst Du Dir den Regenschirm, während die andere noch schnell die Sonnenbrille fürs After-Work-Treffen in der Strandbar in der Tasche verstaut. So startest Du perfekt gewappnet für jede Wetterlage in den Tag.

Nach einem ganz ähnlichen Prinzip kannst Du auch Deine Geldanlage für alle Eventualitäten rüsten. Das Zauberwort dafür lautet: Diversifikation oder Risikostreuung.

Eins vorweg: Ein perfektes Investment gibt es nicht. Keine Anlage bietet maximalen Ertrag bei absoluter Sicherheit und ist noch dazu jederzeit verfügbar. Selbst Anlagen, die gemeinhin als sichere Bank gelten, sind vor Verlusten nicht gefeit. So nagt etwa die Inflation gemächlich am Sparguthaben und selbst die Barreserve im heimischen Tresor lässt sich nicht gänzlich vor Diebstahl sichern. Wer sein Vermögen vermehren möchte, kommt um ein gewisses Maß an Risiko also nicht herum. Beachtest Du dabei eine der wichtigsten Grundregeln, nämlich die Diversifikation, lassen sich Verlustgefahren minimieren.

 

Zehn Aktien sind besser als eine 

Du kannst die Auswirkungen von Kursschwankungen schon allein dadurch dämpfen, dass Du nicht nur in eine Aktie investierst, sondern Dein Anlagevermögen auf mehrere Wertpapiere verteilst.

Nun ist es so, dass verschiedene Anlagen (Assets) miteinander zusammenhängen können, das heißt, sie reagieren in gleicher Weise auf äußere Einflüsse. In der Finanzmathematik spricht man von Korrelation. Wenn beispielsweise fünf Deiner zehn Aktien aus dem Depot von deutschen Automobilkonzernen stammen, sind diese allesamt im jüngsten Dieselskandal unter Druck geraten. Genauso wie Du heute früh mit Gummistiefeln und Friesennerz zwar perfekt gegen den Regen geschützt bist, spätestens am Nachmittag aber ordentlich ins Schwitzen kommen wirst.

 

Korrelationen vermeiden 

Besser also nicht nur die Anzahl der Assets vergrößern, sondern auch möglichst breit über die verschiedenen Anlageklassen streuen. So lassen sich Korrelationen vermeiden. Infrage kommen dafür neben Aktien auch Wertpapiere, die regelmäßig Zinsen abwerfen, wie Unternehmens- oder Staatsanleihen, Immobilien und Rohstoffe. Darüber hinaus sollte Dein Portfolio verschiedene Branchen und Anlageregionen abdecken.

Bei einer solch breiten Streuung heben sich die spezifischen Risiken der Einzelinvestments gegenseitig auf. Denn jetzt hat jede Anlageklasse für sich nicht mehr so viel Gewicht im Depot und der Absturz einer einzelnen Assetklasse wird abgefedert.

Ein Beispiel: Je niedriger das Zinsniveau ist, desto attraktiver wird ein Investment in Gold, denn das Edelmetall wirft keine Zinsen ab. Gleichzeitig gehen die Erträge bei festverzinslichen Anlagen wie Anleihen oder auch dem Sparbuch zurück. Das gesamte Vermögen auf Gold zu setzen, wäre hochriskant. Als wohldosierte Beimischung kann das Edelmetall aber das Verhältnis von Ertrag und Risiko im Depot verbessern.

Keine Sorge, falls Du noch wenig Erfahrung an der Börse gesammelt hast. Es gibt Investmentlösungen, die in sich bereits breit diversifiziert sind, beispielsweise Investmentfonds – aktiv gemanagte Fonds oder passive Indexfonds (ETFs).

 

Risiko verschwindet nicht 

Was übrig bleibt, ist ein Portfolio, das nur noch das systematische Marktrisiko birgt. Darunter versteht man die Wahrscheinlichkeit von finanziellen Verlusten, die dadurch entstehen, dass sich die Marktpreise von bestimmten Werten ändern, also Zinsen, Aktienkurse, Rohstoffpreise oder auch Wechselkurse.

Als Anlegerin liegt es nun bei Dir zu entscheiden, welchen Anteil Deines Vermögens Du in dieses risikooptimierte Portfolio investieren möchtest und welchen Teil Du als jederzeit verfügbare Reserve auf dem Tagesgeldkonto parkst, in das Eigenheim oder vielleicht in Form von Weiterbildungen in dein Humankapital investierst. Einen Königsweg gibt es dafür nicht. Wenn Du allerdings Dein persönliches Risikoprofil kennst, lässt sich Deine Geldanlage so optimieren, dass sie zu Dir passt – ganz egal, wie das Wetter wird.

 

Das magische Dreieck der Geldanlage 

Maximaler Ertrag ohne Risiko während das angelegte Geld jederzeit verfügbar ist – eine solche Idealanlage gibt es nicht. Vielmehr stehen die Ziele Rendite, Sicherheit und Liquidität (Verfügbarkeit) bei jeder Anlageform in einem Spannungsverhältnis. Anlageexperten nennen es das „magische Dreieck“. Als Anlegerin solltest Du Dir bewusst machen, welche der drei Haupteigenschaften für Dich persönlich am wichtigsten ist. Je bedeutender ein Kriterium für die persönliche Anlageentscheidung ist, umso größer wird der Abstand zu den übrigen Zielen.

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