Altersvorsorge 50plus – was jetzt zu tun ist 

Privat für das Alter vorzusorgen ist wichtiger denn je. Damit zu beginnen, kann nie zu spät sein. Auch im fortgeschrittenen Alter gibt es sinnvolle Strategien. 

50 ist das ideale Alter für einen Kassensturz in Sachen Altersvorsorge. Werden die gesetzliche Rente und das bislang privat Angesparte reichen, um das Leben im Alter zu finanzieren? Bis zum Ruhestand sind es jetzt noch 15 bis 17 Jahre. Es bliebe also noch Zeit, um Lücken zu schließen.

 

Fonds für Chancenorientierte 

Aber wie? Wer nicht mehr allzu viel Zeit hat, noch ein zusätzliches Polster aufzubauen, schielt automatisch auf Produkte, die eine gewisse Rendite erwarten lassen. Fonds statt niedrig verzinster Sparpapiere rücken daher in den Fokus. Eine gute Alternative können börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) sein. Mit einem weltweit anlegenden Indexfonds zum Beispiel sind vier bis fünf Prozent Rendite durchaus möglich. Zudem sind die Kosten für ETFs in der Regel niedriger als für aktiv gemanagte Investmentfonds. Allerdings: „Eine höhere Rendite ist immer auch mit höheren Risiken verbunden“, gibt Thomas Hentschel, Vorsorgeexperte von der Verbraucherzentrale NRW zu Bedenken. Anders als junge Leute, die noch 25 oder 30 Jahre bis zum Renteneintritt vor sich haben, bleibt älteren Sparern aber möglicherweise nicht mehr genug Zeit, schwankende Kurse und schlechte Börsenphasen auszugleichen. Hentschel würde daher nie das gesamte freie Kapital auf diese Karte setzen, sondern immer nur den Teil, der als Puffer zur Verfügung steht. Wichtig ist auch zu wissen: Ein Fondsvermögen sichert keine lebenslange Rente, sondern ist irgendwann verbraucht.

 

Versicherungen für die Langzeitrente 

Das ist anders bei privaten Rentenversicherungen. Das angesparte Kapital wandeln die Anbieter später in eine Rente um, die lebenslang ausgezahlt wird. Solche Policen gibt es auch als sogenannte Sofortrenten: Der Versicherte zahlt dann einmalig einen großen Betrag in die Police, den die Gesellschaft dann in einen lebenslangen finanziellen Zuschuss zum Altersgeld umwandelt. Das eignet sich zum Beispiel bei anstehenden Erbschaften, Abfindungen oder großen Boni.

Ob sich der Abschluss solcher Policen mit 50plus lohnt, ist eine andere Frage. Die klassischen garantieverzinsten Rentenversicherungen werden zunehmend zum Auslaufmodell. Bei einem aktuellen Garantiezins von 0,9 Prozent, den der Sparer auf den Sparanteil seiner Beiträge erhält, lohnt sich der Abschuss mit Blick auf die Rendite kaum noch. Als Alternative werben die Gesellschaften vermehrt mit fondsgebundenen Policen. Für diese gilt in puncto Risiko indes dasselbe wie für Fonds. Hinzu kommen hier aber deutlich höhere Verwaltungskosten als sie bei ETFs anfallen. Der Vorsorgesparer muss also grundsätzlich für sich abwägen, ob ihm die lebenslange Rente diese Kosten wert ist.

 

Staatliche Förderung nutzen 

Prüfen sollten späte Sparer daneben ihre Möglichkeiten, staatlich gefördert für das Alter vorzusorgen. Riester-Verträge zum Beispiel sind für alle interessant, die noch Kinderzulagen erhalten können. Auch eine betriebliche Altersvorsorge kann unter Umständen infrage kommen – mit Blick auf die Steuern und Krankenversicherungsbeiträge, die auf die späteren Betriebsrenten fällig werden, lohnt der Abschluss aber meist nur, wenn sich der Chef an den Beiträgen beteiligt. Vor allem Selbstständige können zudem über eine Rüruprente nachdenken. Diese Gruppe profitiert am ehesten von den Möglichkeiten, die Beiträge für die Policen von der Steuer abzusetzen.

Eine bedenkenswerte Alternative für Selbstständige, die kurz vor dem Renteneintritt stehen: freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen. Weil die Arbeitslosigkeit derzeit relativ niedrig ist und viele in die Rentenkasse einzahlen, steht die gesetzliche Rente momentan nämlich gut da. Erst wenn die Babyboomer in zwölf oder 15 Jahren in Rente gehen, wird die gesetzliche Rentenversicherung unter Druck geraten.

 

Auf alle Fälle: Sparen 

Egal, wofür sich der späte Vorsorger entscheidet: Die Hauptsache ist, er spart überhaupt. „Selbst, wenn keine Zinsen oder Aktiengewinne fließen, ist es immer noch besser regelmäßig etwas auf die Seite zu legen, als gar nichts zu tun“, sagt Hentschel. Das Rechenexempel ist einfach: Wer mit 50 beginnt, monatlich 200 Euro zur Seite zu legen, sammelt binnen 15 Jahren 36.000 Euro an. Nimmt der Sparer dann ab 65 wieder Monat für Monat – die Inflation berücksichtigend – 250 Euro aus diesem Topf, reicht das immerhin bis 77.

 

To-Do-Liste für den Endspurt zur Rente 

  • Kontoklärung: Alle Zeiten für die Rente erfasst?
    Über diesen Antrag lässt sich klären, ob bei der Deutschen Rentenversicherung wirklich alle für die Rentenberechnung relevanten Zeiten erfasst sind. Für fehlende Zeiten lassen sich jetzt noch Nachweise vorlegen.
  • Finanzcheck: Wie steht es um die Altersvorsorge?
    Wer über Fonds oder Aktien fürs Alter anspart, prüft jetzt die Zusammensetzung seiner Depots. Mit dem näherkommenden Ruhestand sollte er risikoreichere Papiere gegen konservativere Titel eintauschen, um das bisher Angesparte abzusichern.
  • Eigenheim: Mietfrei wohnen?
    Eigenheimbesitzer prüfen, wie lange ihr Kredit noch läuft. Überschüssige Finanzmittel können sie für Sondertilgungen nutzen, um im Alter wirklich mietfrei zu wohnen.
  • Krankenversicherung: Zurück in die GKV?
    Wer aus einer privaten Versicherung zurück in die gesetzliche Versicherung wechseln möchte, kann das – unter bestimmten Voraussetzungen – in der Regel nur bis 55.

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