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5 Tipps, wie Du als Selbstständige richtig vorsorgst 

Gerade selbstständige Frauen sind von Altersarmut gefährdet. Im Gegensatz zu Angestellten geht nicht automatisch ein Betrag X jeden Monat in die Rentenkasse; denn bei den meisten sind die Beträge freiwillig. 

Als Selbstständige hast Du oftmals ein schwankendes Einkommen. Bei Frauen kommt dazu, dass die Selbstständigkeit gerade genug zum Leben abwirft, das Geld aber nicht reicht, auch noch für die Rente vorzusorgen.

Und so wird oftmals abgewartet, dass sich das Thema schon irgendwie von alleine lösen wird. Das Problem: das wird nicht passieren. Ganz im Gegenteil: je früher Du beginnst, Dich darum zu kümmern, umso besser. Denn je länger das Geld für Dich arbeiten kann, desto besser wird Deine Rente ausfallen.

Hier sind 5 Tipps, die Dir als Selbstständige dabei helfen, Deine Finanzen im Griff zu behalten und erfolgreich vorzusorgen.

 

1. Rücklagen auch mit wechselndem Einkommen bilden 

Von einem regelmäßigen Gehalt, das pünktlich jeden Monat aufs Konto eingeht, können die meisten Selbstständigen nur träumen. Sie wissen oft nicht, wann und in welcher Höhe der nächste Geldeingang kommt. Und so folgen auf gute Monate oft ein paar schlechte und umgekehrt.

Zu ändern ist die Situation meist nicht. Daher ist es wichtig, dass Du in guten Monaten ordentlich Geld auf die Seite legst, um für die schlechten Monate vorzusorgen.

Und nicht nur für schlechte Monate solltest Du Rücklagen bilden. Denn das Geld, was auf Dein Konto fließt, gehört nicht Dir allein. Denn neben Umsatz- und Gewerbesteuer musst Du davon auch noch Einkommenssteuer und – je nach Rechtsform – Körperschaftssteuer zahlen.

Schon viele Gründer sind gescheitert, weil das Finanzamt „plötzlich” die Nachzahlung der Einkommenssteuer für das vergangene Jahr und eine Vorauszahlung für das nächste Jahr forderte.

Auch hier hilft nur: Rücklagen bilden. Überweise daher am besten die einbehaltene Umsatzsteuer direkt auf ein separates Konto und lege zusätzlich Rücklagen für die sonstigen Steuerzahlungen an. 40 % vom Nettoumsatz sind für die meisten ein guter Wert.

 

2. Trennung von beruflichen und privaten Finanzen 

Viele Selbstständige machen den Fehler und werfen ihre geschäftlichen und privaten Finanzen in einen Topf. Oder schlimmer noch: lassen alles über ein Konto laufen. Dies ist keine gute Idee; vor allem nicht, wenn Du wirklich einen Überblick über Deine finanzielle Situation behalten willst.

Dies gelingt Dir bedeutend leichter, wenn Du stattdessen mit mehreren Konten arbeitest. Ich empfehle mindestens die folgenden vier anzulegen:

  1. Geschäftliches Girokonto: hierauf geht Dein gesammelter Umsatz ein und die regelmäßigen geschäftlichen Zahlungen ab
  2. Geschäftliches Rücklagenkonto: hierauf kommen die Rücklagen für Steuern, schlechte Zeiten usw.
  3. Privates Girokonto: hierauf zahlst Du Dir Dein monatliches Gehalt, von dem Du dann Deine Lebenshaltungskosten bestreitest (inklusive Deiner Altersvorsorge!)
  4. Privates Rücklagenkonto: hierauf bildest Du private Rücklagen für z.B. den nächsten Urlaub, die kaputte Waschmaschine usw.

Wichtig ist dabei: geschäftliche Zahlungen laufen nur über die Konten 1 und 2; private nur über 3 und 4.

 

3. Rentenversicherungspflicht prüfen 

Jede Gründerin sollte zuerst einmal prüfen, ob sie rentenversicherungspflichtig ist, oder nicht. Denn auch wenn es für die meisten zutrifft, ist nicht jede Selbstständige von Einzahlungen in die Rentenkasse befreit. Zahlst Du nicht ein, obwohl Du dazu verpflichtet bist, drohen Dir im schlimmsten Fall später einmal hohe Nachforderungen.

Übrigens: als Selbstständige kannst Du in den ersten Jahren den halben Regelbeitrag einzahlen und hast so etwas Luft, bis Dein Einkommen entsprechend gewachsen ist.

 

4. Rentenlücke und Sparrate bestimmen 

Auch wenn es in der finanziell herausfordernden Zeit der Gründung auch absolut ok ist, das Thema erst einmal auszublenden: als Selbstständige solltest Du lieber früher als später damit beginnen, Geld für Deine Altersvorsorge zurück zu legen.

Zu Beginn dürfen es noch kleinere Beträge sein, doch so bald wie möglich solltest Du so viel zurücklegen, dass Du im Alter von Deiner Rente auch leben kannst.

Wie viel genau das ist, solltest Du unbedingt einmal ausrechnen. Entsprechende Rechner findest Du online. Je nachdem, wieviel Du bereits in die gesetzliche Rente (oder andere Vorsorgeangebote) eingezahlt hast und welche sonstigen Vermögenswerte Du bereits hast, ergibt sich Deine individuelle Rentenlücke, die es zu schließen gilt.

Und genauso, wie Du Deine Rentenlücke berechnen kannst, kannst Du auch in etwa bestimmen, wieviel Geld Du monatlich zurücklegen solltest, um die Lücke zu schließen. Auch hierfür finden sich allerlei Rechner online. Denn dieser Betrag liegt oftmals deutlich höher, als viele gerne glauben wollen. 200 Euro im Monat reichen meist nicht, um als Selbstständige später eine angemessene Rente zu bekommen. Ganz im Gegenteil. Hier lohnt zum Vergleich ein Blick auf die Gehaltszettel der Angestellten, die meist zwischen 250 und 600 Euro im Monat in die gesetzliche Rente einzahlen. Zusammen mit dem Arbeitgeberanteil ergibt sich so eine monatliche Sparrate von 500 bis 1.200 Euro, was meist schon eher dem Betrag entspricht, den die meisten Selbstständigen sparen sollten, um optimal fürs Alter vorzusorgen.

 

5. Vermögen aufbauen 

Doch der monatliche Sparbetrag bestimmt natürlich nicht alleine, wie hoch Deine spätere Rente einmal sein wird. Die Art der Geldanlage hat ebenfalls einen wesentlichen Einfluss darauf. Doch wie anlegen? Gesetzliche Rente, Betriebsrente, Riester- oder Rürup-Rente? Klassische Lebensversicherung, Fonds oder doch Immobilien? Die Möglichkeiten der Altersvorsorge sind vielfältig und den Durchblick zu behalten, fällt vielen verständlicherweise schwer.

Lass uns das Thema daher zuerst einmal in zwei Elemente aufteilen:

  1. Die Grundsicherung (= Der Betrag, den Du im Monat brauchst, um überleben zu können)
  2. Der Vermögensaufbau (= Der Betrag, der dafür sorgt, dass Du nicht nur überleben, sondern gut leben kannst)

Die Grundsicherung:
So viel Geld, dass Du davon überleben kannst, solltest Du im Alter in jedem Fall angespart haben. Denn sonst bist Du ganz schnell auf staatliche Unterstützung angewiesen. Und genau deshalb gilt für diesen Teil Deiner Vorsorge der Grundsatz: Sicherheit ist wichtiger als Rendite. In diesen Topf fallen zuerst einmal die Beträge, die Du heute bereits angespart hast, z.B. in die gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und/oder private Vorsorge (sofern die Rentenhöhe sicher ist). Reicht dieser Betrag noch nicht zum Überleben aus, solltest Du zusätzlich Geld in sicherere Anlageformen investieren.

Der Vermögensaufbau:
Ist Deine Grundsicherung geklärt, geht es ans Aufstocken. Schließlich wollen die meisten im Alter nicht nur überleben, sondern gut leben können. Also braucht es mehr als die reine Grundsicherung. Erreichen kannst Du das, indem Du monatlich entweder mehr Geld sparst, oder aber auf Anlagen mit höherer Rendite setzt. Oder beides. Denn Sparen alleine reicht für die meisten von uns nicht aus, um ausreichend Vermögen aufzubauen. Daher geht es nicht, ohne den Fokus auf mehr Rendite zu legen. Denn nur wenn Dein Geld für Dich arbeitet, wirst Du im Alter gut leben können.

 

Über Alina Welfonder: 

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Alina Welfonder ist gelernte Investmentbankerin mit über 16 Jahren Erfahrung. Auf ihrem Blog Smart Female Investors und in unabhängigen Beratungen gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung an selbstständige Frauen weiter und hilft ihnen dabei, ihre beruflichen und privaten Finanzen zu ordnen und erfolgreich fürs Alter vorzusorgen. Alina verbringt ihre Freizeit am liebsten sportlich in den Bergen und bei einem guten Essen in netter Gesellschaft, gepaart mit interessanten Gesprächen und leckerem Rotwein.

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