comdirect Realzins-Radar: Trotz negativem Realzins ist Tagesgeld die meistgenutzte Anlageform

Quickborn, 27.07.2017

  • Zuflüsse auf Tagesgeldkonten steigen, Realzins sinkt
  • Seit 2008 haben Tagesgeld-Sparer eine Rendite von durchschnittlich minus 0,61 Prozent p.a. erwirtschaftet
  • Im Schnitt liegen 14.900 Euro pro Kopf auf Tagesgeldkonten

Quickborn, 27. Juli 2017. Es ist ein deutsches Sparparadoxon: Während der Realzins für Tagesgeldanlagen weiter sinkt, wird genau diese Anlageform immer häufiger genutzt. Im Schnitt hortet jeder Deutsche aktuell 14.900 Euro auf Tagesgeldkonten. Zum Vergleich: In Aktien hat jeder Deutsche durchschnittlich rund 3.500 Euro investiert. Ebenso viel liegt auf Festgeldkonten. In Spareinlagen, etwa Sparbuch und Prämiensparen, hat jeder Bundesbürger derzeit rund 7.100 Euro angelegt.

 

„Natürlich ist es sinnvoll, einen gewissen Teil des Ersparten täglich verfügbar zu halten. Der Preis für diese Flexibilität ist jedoch ein realer Wertverlust. Denn gerade bei Tagesgeld sind die Zinsen im Sinkflug – der Realzins notiert deutlich im Minus“, sagt Matthias Hach, Leiter Brokerage bei comdirect. So liegt die Tagesgeld-Rendite seit 2008 pro Jahr im Schnitt bei minus 0,61 Prozent. „Die Deutschen erzielen somit also keine Rendite, sondern machen Verlust. Gleichzeitig steigt das Volumen von Tagesgeldkonten immer weiter. In den vergangenen neun Jahren ist es um elf Prozent gewachsen. Das ist paradox“, so Hach.

 

„Der Wunsch vieler Sparer, kurzfristig verfügbare Mittel bereit zu halten, ist verständlich“, sagt Arno Walter. Er fügt jedoch hinzu: „Der Preis für diese schnelle Verfügbarkeit ist mittel- bis langfristig ein realer Verlust des Vermögens. Anleger sollten sich daher genau überlegen, welchen Teil ihrer Spareinlagen sie liquide halten wollen. Der Rest sollte für den langfristigen Vermögensaufbau verwendet werden.“ Angesichts der anhaltenden Nullzinsphase ermutigt der comdirect-CEO die Sparer, stärker auf Wertpapiere zu setzen: „An Wertpapieren führt beim langfristigen Vermögensaufbau kein Weg vorbei.“ Wie die Vergangenheit zeigt, lassen sich damit auf lange Sicht durchweg positive Renditen erwirtschaften. Stück für Stück können sich Anleger so ein finanzielles Polster aufbauen, etwa für die eigene Altersvorsorge.

 

Zum comdirect Realzins-Radar:
Daten für das Volumen und die Zinssätze von Geldanlagen (Tagesgeld, Termin- & Spareinlagen) entstammen dem Credit Benchmark Model® von Barkow Consulting. Die Zinssätze entsprechen dem Durchschnitt des Bestandes. Als Basis werden Rohdaten der Deutschen Bundesbank sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) verwendet. Die Realverzinsung errechnet sich aus dem Nominalzins der einzelnen Geldanlagen abzüglich der Inflationsrate. Von der Berücksichtigung einer etwaigen Besteuerung der Zinserträge wird abgesehen. Zur Ermittlung des absoluten Realzinsverlustes bzw. -gewinnes wird der jeweilige Realzinssatz von Tagesgeld, Spareinlagen und Festgeldern auf die entsprechenden Bestände angewendet.

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