Pressemitteilung

14.01.2016 - Städtereport Berlin: Nicht einmal jeder zehnte Berliner besitzt Aktien

Aktienbesitz in Berlin keine Frage der Risikofreude oder des Einkommens / Frohnau im Norden ist Aktionärshochburg, Oberschöneweide und Rummelsburg im Ranking der Ortsteile abgeschlagen

Quickborn. In Berlin besitzen rund acht Prozent der Einwohner Aktien. Damit bleibt die Hauptstadt hinter dem bundesweiten Durchschnitt (9,0 Prozent) zurück. Das zeigt der „Städtereport Anlageverhalten Berlin“ der comdirect. Mit über 14 Prozent Aktienbesitzern befindet sich die Berliner Aktionärshochburg in Frohnau im Norden gefolgt von Gatow und Kladow am westlichen Stadtrand. Im Stadtzentrum sind Aktienbesitzer eher selten. Die Schlusslichter des Rankings finden sich alle im Ostteil der Stadt, nahe der ehemaligen Berliner Mauer: Oberschöneweide und Rummelsburg liegen mit je rund fünf Prozent Aktienbesitzern hinter Alt-Treptow mit sechs Prozent Aktionären.

Zugleich sind die Menschen im Zentrum der Hauptsadt besonders wagnisbereit – vorneweg in Alt-Treptow, wie die Auswertung zeigt. 69 Prozent der Berliner dort bezeichnet sich selbst als risikofreudig in finanziellen Fragen. Auch in Tiergarten, Prenzlauer Berg und Kreuzberg ist die Risikofreude vergleichsweise stark ausgeprägt. Diese Neigung verleitet aber offensichtlich nicht zum Aktienkauf: In allen diesen zentrumsnahen Stadtteilen bleibt die Zahl der Aktionäre hinter dem Berliner Durchschnitt zurück. Im Städtereport zeigt sich eine große Diskrepanz zwischen Risikofreude in Geldfragen und Aktienbesitz: In diesem Punkt ist Alt-Treptow Spitzenreiter, gefolgt von Kreuzberg, Tiergarten und Prenzlauer Berg. In den Berliner Aktionärshochburgen hingegen würden sich nur vier von zehn Einwohnern als risikofreudig bezeichnen.

„Man muss kein Zocker sein, um in Aktien zu investieren. Das sind weit verbreitete Vorurteile. Richtig ausgewählt, sind Aktien keine riskante Geldanlage, sondern eine gute Beimischung für die Anlage“, sagt Daniel Schneider, Leiter Investing bei comdirect.

Auch Besserverdiener bei Aktien-Investments zaghaft

Auch zwischen zwischen Wohlstand und Aktienbesitz besteht in Berlin kein zwingender Zusammenhang, wie die Studie belegt. In Berlins reichstem Ortsteil, in Grunewald, leben rund 29 Prozent der Einwohner mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 3.600 Euro und mehr - und rund zwölf Prozent Aktionäre. Nur im benachbarten Halensee mit 28 Prozent Gutverdienern ist die Diskrepanz zwischen Wohlstand und Aktienbesitz noch etwas größer als in Grunewald.

„In der gegenwärtigen Niedrigzinsphase ist es nicht sinnvoll, allein auf festverzinsliche Anlagen zu setzen. Auf diese Weise wird Vermögen entwertet und nicht vermehrt“, gibt Daniel Schneider zu bedenken. „Das Geld muss aktiv genutzt werden. Aktien bieten langfristig attraktive Renditechancen.“

Großes Interesse an Aktien in den einkommensstarken Ortsteilen

Dabei ist das Interesse an Aktien vielerorts durchaus vorhanden: In diesem Punkt liegt Grunewald weit vorn auf Platz 1 im Ranking der Ortsteile: Knapp 68 Prozent der Einwohner interessieren sich für diese Form der Geldanlage. Auf Platz zwei folgt das benachbarte Dahlem, das Interesse ist hier jedoch um zehn Prozentpunkte geringer ausgeprägt. Trotz Interesse zögern viele: Der Anteil der Menschen, die für Aktien schwärmen, ohne welche zu besitzen, ist nirgendwo in Berlin so groß wie in Grunewald. Jeder Zweite (56,1 Prozent) liegäugelt mit Anteilsscheinen ohne ein Depot zu eröffnen.

„Die Menschen sollten ihre Scheu vor Aktien überwinden. Am besten einfach mal mit einem kleinen Anlagebetrag anfangen, z. B. in einen Aktien-ETF oder in einen Wertpapiersparplan“, rät Daniel Schneider. „Denn Aktien eignen sich bestens zum Vermögensaufbau wie auch zur Alterssicherung.“

Ein Riss zwischen West und Ost

Vor allem beim Interesse für Aktien zeigt sich die Hauptstadt in West und Ost gespalten. Die Ost-Berliner haben für Investments in Unternehmensanteile mehrheitlich kaum etwas übrig. Folglich liegt auch der Anteil der Aktionäre unter dem Berliner Schnitt.

„Der Umgang mit Geld wird in Familien oft von Generation zu Generation weitergegeben“, so Schneider. „Das Investment in Aktien war zu DDR-Zeiten keine Option, das Geschehen auf dem Börsenparkett ist vielen fremd. Hier besteht noch Nachholbedarf – vor allem was Informationen über die verschiedenen Geldanlagemöglichkeiten angeht“, sagt Daniel Schneider.

Ranking der Berliner Ortsteile nach Aktienbesitz

Rang Ortsteil Aktienquote Aktien-Interesse Finanzielle Risikobereitschaft
1 Frohnau

14,6%

44,8%

40,0%

2 Gatow

14,2%

36,5%

44,7%

3 Kladow

14,2%

35,8%

40,4%

4 Wannsee

14,1%

53,0%

53,3%

5 Hermsdorf

14,0%

43,4%

41,2%

6 Rahnsdorf

13,3%

17,5%

21,3%

7 Heiligensee

13,2%

24,8%

25,3%

8 Nikolassee

13,1%

52,9%

46,3%

9 Konradshöhe

13,0%

33,1%

36,0%

10 Dahlem

12,4%

57,6%

66,4%

11 Zehlendorf 12,4%

37,8%

38,7%

12 Blankenburg 12,1%

10,4%

15,7%

13 Lichtenrade 12,1%

21,9%

27,5%

14 Grünau

11,9%

11,7%

16,8%

15 Mahlsdorf

11,9%

7,6%

14,8%

16 Schmöckwitz

11,9%

17,1%

18,0%

17 Biesdorf

11,8%

12,7%

19,5%

18 Schmargendorf

11,8%

34,1%

36,3%

19 Bohnsdorf

11,7%

7,2%

16,1%

20 Grunewald

11,7%

67,8%

63,8%

...

 

 

 

94 Alt-Treptow

6,0%

32,7%

68,9%

95 Rummelsburg

5,1%

25,8%

51,8%

96 Oberschöneweide

4,8%

11,9%

38,7%

 

 

 

Berliner Durchschnitt

8,3%

25,5%

39,9%

Zur interaktiven Berlin-Karte: http://khh.dyndns.biz/berlin/

Über die Studie

Der Städtereport Berlin ist Teil des „Deutschland-Atlas Anlageverhalten“ der comdirect Bank. Dieser basiert auf aktuellen mikrodemografischen Daten von GfK und Acxiom zu Bevölkerungsstruktur, Einkommen, Aktienbesitz und Anlageverhalten in Deutschland. Die Daten wurden auf Ortsteilebene konsolidiert und zu ausgewählten Fragestellungen in Bezug zueinander gesetzt.

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Ansprechpartner für diese Pressemitteilung:

Amir Madani Rascado
comdirect bank AG, Pascalkehre 15, 25451 Quickborn
Telefon +49 (0) 41 06/704-1321
E-Mail:
amir.madanirascado@comdirect.de


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