Interview: Im heißen Börsensommer einen kühlen Kopf bewahren

Quickborn, 21.07.2011

Quickborn. Anhaltende Euro-Krise, starke Kursschwankungen an den Börsen, Unsicherheit an den Märkten - Tipps, worauf Privatanleger jetzt achten sollten, gibt Sabine Münster, Leiterin Banking bei der comdirect bank.

Sollten Privatanleger jetzt Aktien verkaufen?
Anleger, die mit mittel- bis langfristigem Horizont in Wertpapiere investiert haben, sollten vor allem einen kühlen Kopf bewahren und nicht übereilt verkaufen, wenn die Börsen einmal stärker schwanken. Überstürzte Reaktionen zahlen sich in der Regel nicht aus. Allerdings sollte man sich schon beim Kauf von Aktien oder Fonds überlegen, wo die persönliche Schmerzgrenze bei Verlusten liegt. Mit einer sogenannten Stop-Loss-Funktion lässt sich das direkt festlegen. Sinkt der Kurs unter diese vorab festgelegte Schwelle, wird automatisch verkauft.

Was raten Sie Anlegern, die ihr Geld nicht am Kapitalmarkt anlegen möchten?
Wer das Kursrisiko scheut und sein Geld sehr sicher anlegen möchte, für den ist ein klassisches Sparbuch eine denkbar schlechte Alternative - denn es wird meist nur mager verzinst. Besser ist es, das Geld auf ein Tagesgeldkonto einzuzahlen. Dort gibt es in der Regel höhere Zinsen, das Geld ist ebenfalls sicher und zudem jederzeit verfügbar. Eine andere Möglichkeit ist ein Festgeldkonto. Dabei legt der Anleger im Vorfeld fest, wie lange er sein Geld anlegt, und bekommt für diesen Zeitraum einen festen Zinssatz.

Und was sollten Anleger tun, die von höheren Renditechancen profitieren möchten?
Wer Kursschwankungen in Kauf nimmt, der kann in Wertpapiere investieren. Investments in Einzelwerte wie zum Beispiel Aktien bergen aber immer ein Risiko. Wichtig ist deshalb eine breite Streuung der Werte innerhalb des Portfolios. Eine gute Alternative zum Kauf einzelner Aktien sind Investments in Fonds. Sie investieren meist in viele Einzeltitel und verteilen so automatisch das Risiko, zum Beispiel auf verschiedene Branchen oder Länder. Anleger, die beim Fondskauf auf die Gebühren achten, können dabei ihre Renditechancen zusätzlich erhöhen: Einige Banken bieten Fonds mit reduziertem oder sogar ohne Ausgabeaufschlag an und berechnen auch für das Depot keine Gebühren.

Kann das eigene Vermögen mit Investments in Fremdwährungen abgesichert werden, wenn der Euro an Wert verlieren sollte?
Die Anzahl der Anleger, die derzeit zum Beispiel auf den Schweizer Franken oder die norwegische Krone als "sicheren Hafen" setzen, nimmt stetig zu. Allerdings unterliegen auch Währungsinvestments täglichen Kursschwankungen und sind deshalb eher für erfahrene Anleger geeignet. Sie nutzen Fremdwährungen in der Regel als Beimischung in ihrem Depot, um das Investmentrisiko insgesamt breiter zu streuen.


Hinweis für Redaktionen
Alle Pressemitteilungen finden Sie unter http://www.comdirect.de/presse. Sofern Sie keine Informationen erhalten möchten, teilen Sie uns dies bitte mit unter presse@comdirect.de.


Pressearchiv