Was Sie über ETCs wissen sollten

Ob Gold, Erdöl oder Weizen: Rohstoffe werden häufig nicht etwa in ETFs, sondern in ETCs angelegt. Warum ist das so und was genau steckt hinter den Exchange Traded Commodities?

Gerade in Krisenzeiten wollen Anleger ihr Portfolio stärker diversifizieren und nehmen dann häufig Gold in den Blick. Denn das Edelmetall gilt schon traditionell als „Krisenwährung“. So hat Gold auch in den vergangenen Monaten wieder an Wert gewinnen können. Wer nicht direkt Goldbarren oder Silbermünzen kaufen will, kann über Exchange Traded Commodities, kurz ETCs, in Rohstoff-Wertpapiere investieren. Denn: So können Anleger beispielsweise vom steigenden Goldpreis profitieren und dabei wie bei einer Aktie jederzeit ein- und aussteigen. Gleichzeitig gilt es aber zu beachten, dass ETCs dem Preisänderungsrisiko aufgrund der Kopplung an den jeweiligen Rohstoff unterliegen.

ETCs gibt es vor allem für folgende Rohstoffklassen:
• Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Palladium)
• Industriemetalle (Kupfer, Aluminium, Blei, Nickel, Zinn, Zink)
• Energierohstoffe (Erdöl, Heizöl, Erdgas, Benzin)
• Agrarrohstoffe (Baumwolle, Kaffee, Kakao, Mais, Sojabohnen, Sojabohnenöl, Zucker, Weizen)
• Nutzvieh (Rinder, Schweine)
• Rohstoffkörbe

ETCs: Eigenschaften von Zertifikaten und Indexfonds
Um kostengünstig und flexibel die Geldanlage in Rohstoffe anzugehen, sind ETCs geeignet. Exchange Traded Commodities sind rechtlich unbefristete Schuldverschreibungen – also Anleihen. Finanztechnisch stellen sie eine Mischkonstruktion aus Zertifikaten und Indexfonds dar. Genau hier liegt auch einer der Unterschiede zu den bekannteren Exchange Traded Funds, kurz ETFs.

Wollen Sie als Anleger möglichst direkt in einen Rohstoff investieren – also zum Beispiel in Gold statt „nur“ in Aktien von Gold-Förderern –, müssen Sie statt eines ETFs einen ETC kaufen. Denn es gibt keinen ETF, der nur die Wertentwicklung eines Rohstoffs abbildet, weil ein Index stets diversifiziert sein muss und keine physischen Rohstoffe halten darf – gemäß der UCITS-Richtlinie (deutsch: OGAW-Richtlinie). Somit ist es aus rechtlichen Gründen in der EU nicht möglich, beispielsweise einen Gold-ETF aufzulegen.

ETC vs. ETF: Unterschied Insolvenzschutz
Obwohl ETFs und ETCs gleichermaßen eine hohe Liquidität bieten und über eine unbegrenzte Laufzeit verfügen, gibt es einen weiteren wichtigen Unterschied: ETFs stellen im Gegensatz zu ETCs Sondervermögen da und sind insoweit im Falle einer Insolvenz geschützt. Wenn hingegen die Bank, die die Schuldverschreibung herausgegeben hat, zahlungsunfähig wird, unterliegen Exchange Traded Commodities dem Insolvenzverfahren. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Emittentenrisiko, wobei der Kapitalverlust bis hin zum Totalverlust führen kann. Anleger, die diese Art der Geldanlage in Rohstoffe nutzen wollen, sollten sich daher sorgfältig vergewissern, dass die Bonität des Emittenten gewährleistet ist. Auch bei der Auswahl von ETCs selbst können Anleger dem Verlustrisiko entgegenwirken. So sind die meisten Edelmetall-ETCs zu 100 % durch das entsprechende physische Edelmetall abgesichert.

Börsengehandelte ETCs auswählen
Anleger sollten genau darauf achten, welchen ETC sie auswählen, denn die Konditionen können sich deutlich unterscheiden. Grundsätzlich gibt es 4 verschiedene Arten:
1. Future-Rohstoff-ETCs: Diese sind an einen Terminkontrakt (engl. Futures) gekoppelt. Das bedeutet, dass Anleger innerhalb der festgelegten Laufzeit auf Kurssteigerung oder -verlust im Verhältnis zum Basiswert spekulieren. Um in solche synthetischen ETCs zu investieren, müssen Sie deshalb die Funktionsweise des Future-Marktes verstehen.
2. Physisch hinterlegte ETCs: Hier sind als Sicherheit physische Werte hinterlegt wie beispielsweise Edelmetalle, die ein Treuhänder verwaltet.
3. Swap-basierte ETCs: Sie gelten – zumindest formal – als vollständig besichert. In den meisten Fällen handelt es sich um Kreditsicherheiten durch Abschluss von Ausfallversicherungen oder Bareinlagen.
4. ETCs mit Drittdeckung: Hier garantieren Institutionen die Absicherung der Anlagegelder.

Fazit: Was bei Anlageformen grundsätzlich gilt, trifft bei dem Investment in ETCs erst recht zu: Investieren Sie nur in jene, deren Funktionsweise Sie nachvollziehen können. Wer in Exchange Traded Commodities investieren möchte, sollte sich daher umfangreiche Kenntnisse hierzu aneignen und die Entwicklungen der Rohstoffmärkte genau beobachten. Bei cominvest übernimmt diese Aufgabe der Investment-Algorithmus, der nach passenden ETFs und ETCs schaut, um das bestmögliche Portfolio für Ihre Anlagestrategie zusammenzustellen.