Lohnt sich der Hauskauf noch? 

27. Juni 2019 | Sabine Münster, Bereichsleiterin Baufinanzierung


Der Erwerb von Wohneigentum gehört für Menschen sicherlich zu den großen Entscheidungen, die man im Leben trifft. Schließlich ist eine Immobilie kein paar Schuhe, das man bei Nichtgefallen umtauschen oder im Schrank stehen lassen kann. Trotz der seit Jahren anhaltend niedrigen Zinsen stagniert jedoch die Zahl der Hausbesitzer in Deutschland: Laut Statistischem Bundesamt verfügten 2018 rund 48 Prozent der Haushalte über Wohneigentum – verglichen mit dem europäischen Durchschnitt von rund 70 Prozent (Eurostat, 2017) ist das ein niedriger Wert.

Als Vermittler von Baufinanzierungen mit über 400 Partnerbanken und täglichem Kontakt mit rund 140 Interessenten stellen wir zwar fest, dass das Interesse am Eigenheim groß ist. Allerdings spüren wir auch zunehmende Zweifel bei den Kunden, denn die Kaufpreise sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Und auch die Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und gegebenenfalls Maklercourtage fallen bei steigenden Immobilienpreisen ebenfalls höher ins Gewicht.

Als Faustregel bei der Immobilienfinanzierung lässt sich sagen: Zumindest die Kaufnebenkosten sollten durch das Eigenkapital gedeckt sein. Sonst wird es schwierig, eine Finanzierungszusage zu erhalten. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro sind das schnell 50.000 Euro oder mehr, je nachdem, in welchem Bundesland man kauft und ob Maklerkosten anfallen. Mindestens diese Summe sollte frei verfügbar sein – eine Hürde für viele Interessenten. Auch sollte immer noch ein Puffer für unvorhergesehene Ausgaben vorgehalten werden.
Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenkapital, desto günstiger wird der Zinssatz. Viele Käufer möchten sich die derzeit historisch niedrigen Zinsen langfristig sichern. Ob nun über 10, 15 oder 20 Jahre oder sogar über die gesamte Darlehenslaufzeit, hängt vom individuellen Sicherheitsbedürfnis und der persönlichen Zukunftserwartung ab. Ein individuelles Finanzierungskonzept berücksichtigt dies genauso wie geplante Änderungen im familiären Umfeld oder absehbare größere Geldeingänge.

Sofern kein Volltilger gewählt wird, ist auch die Zeit nach Ende der Zinsbindung zu berücksichtigen. Wieviel des Darlehens ist bis dahin getilgt und welche Belastung kommt gegebenenfalls bei einem deutlich höheren Zinsniveau auf den Kreditnehmer zu? Ziel vieler Immobilienkäufer ist es, bei Renteneintritt eine abbezahltes Eigenheim zu bewohnen. Denn dann ist das Einkommen meist niedriger als während des aktiven Beruflebens – ein Wegfall des Kostenpunkts „Wohnen“ somit attraktiv.

Bei den finanzierenden Banken stellen wir fest, dass Kreditzusagen durchaus verantwortungsvoll gegeben werden. Neben der Bonität der Darlehensnehmer wird auch darauf geachtet, dass Immobilien nicht weit über Marktwert gekauft werden. Hierzu werden datenbankbasierte Bewertungstools genutzt. Insbesondere in Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Immobilien so hoch, dass Interessenten oftmals stark unter Druck gesetzt werden. Wir raten bei dieser für die meisten doch gravierenden Entscheidung dazu, sie nicht unter Zeitdruck zu treffen und sich stets mehrere Finazierungsangebote einzuholen. Mit der comdirect Baufinanzierung Plus geht das ganz einfach und bequem am Rechner von zu Hause aus.

Lohnt sich noch Baufinanzierung?
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