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Die Corona-Krise und die Lieferketten 

Warum sind Wirtschaftskrisen heutzutage meistens globale Krisen? Ein Blick auf die Weltwirtschaft verrät uns die Antwort. So gut wie alle sind von allen abhängig und miteinander vernetzt.

Während der Corona-Krise sehen wir, welche drastischen Auswirkungen das auf die Märkte haben kann. Selbst Länder, die nicht so schwer von der Pandemie getroffen sind, haben Probleme mit ihrer Wirtschaft, wenn sie zum Beispiel sehr importabhängig sind. Das Corona-Virus hat die Lieferketten dieser Welt hart auf die Probe gestellt. Auf unsere Depots hat das manchmal einen schwer nachvollziehbaren Einfluss, dessen wir uns bei aller Komplexität jedoch bewusst werden müssen.

Die Beispiele liegen in unseren Schränken 

Um zu verstehen, wie sehr wir von internationalem Güterverkehr abhängig sind, reicht ein Blick in unsere Schränke und auf die Labels der Produkte, die wir täglich verwenden. Wir können das aber auch mit nüchternen Zahlen aus der Corona-Krise belegen. Der Branchenverband der deutschen Maschinenbauer (VDMA) gab im Mai 2020 an, dass durch ausfallende Lieferungen aus China die inländische Produktion bei fast der Hälfte aller Unternehmen merklich beeinträchtigt wird. Mittlerweile laufen die Produktionen wieder an, denn in China wurde der Lockdown wieder aufgehoben.

Krisen, Naturkatastrophen und politische Konflikte in anderen Ländern bedrohen unsere Produktion hierzulande ebenso. Wenn durch eine Pandemie die gesamte Welt betroffen ist, werden international agierende Unternehmen umso härter getroffen. Für unsere Investments ergibt sich daraus ein wichtiger Hinweis für unser Risikomanagement. Wenn wir uns in den Märkten engagieren, müssen wir auch die Zusammenhänge verstehen lernen. Bahnt sich in einem Land zum Beispiel eine politische Krise an, dann könnten unsere Investments davon betroffen sein.

Global? Lokal? Egal? 

Durch die Krise sind nicht nur in Deutschland Stimmen lauter geworden, die weniger Import und mehr heimische Produktion fordern. Fakt ist aber auch, dass kaum ein Land so stark in die internationalen Lieferketten integriert ist wie Deutschland. Als Exportweltmeister profitieren wir von internationalem Handel sogar noch mehr als viele andere Länder. Das belegt auch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.1 Andererseits ist die deutsche Wirtschaft auch stark von Importen sogenannter „Vorprodukte“ abhängig. Das sind Teile, die Deutschland importiert und die hier zu fertigen Produkten zusammengebaut werden. Insgesamt wurden 2019 Vorprodukte im Wert von 606 Milliarden Euro importiert. Damit sind wir nicht nur einseitig abhängig von anderen Ländern, es werden durch die deutsche Wirtschaft auch Arbeitsplätze im Ausland geschaffen.

Zusammengefasst können wir also sagen, dass es heutzutage sehr viele und kaum überschaubare Zusammenhänge gibt. Eine einfache Antwort wie eine rein lokale Produktion ist für die meisten Unternehmen also gar nicht möglich. Das wäre in vielen Fällen auch gar nicht kosteneffizient genug, um im internationalen Wettbewerb Bestand zu haben.

Aufmerksam bleiben und beobachten 

Für unsere Depots bedeutet das, dass wir uns bei Zukäufen darüber klar sein sollten, welche Einflüsse auf die Unternehmen wirken, die wir ins Auge gefasst haben. Wer nur lokal denkt, wird abgehängt. Der Apple-Konzern ist ein gutes Beispiel. Das US-Unternehmen ist stark von chinesischen Produkten abhängig. Viele Teile für iPhones und iPads werden in Fernost gefertigt und dann in die USA geliefert. Kommt es in China also zu einem Lockdown, steht automatisch die Produktion der beliebten Apple-Produkte still, da diese in den USA nicht mehr fertiggestellt werden können. Haben wir selbst Apple-Aktien, dann dürfen wir uns nicht nur für die US-Nachrichten und die neue Produktpalette interessieren. Wir müssen auch nach China schauen, wie dort mit der Corona-Krise umgegangen wird. Lernen wir diese Zusammenhänge, können wir in Zukunft umsichtiger und schlauer investieren. Vor allem können wir schneller auf Veränderungen reagieren und unser Depot mit einem klaren Kopf managen.

  • Die Globalisierung hat Lieferketten geschaffen, die viele Vorteile, aber auch einige Risiken mit sich bringen.
  • Bei unseren Investments sollten wir über den Tellerrand hinausschauen und wissen, welche Abhängigkeiten die Unternehmen unserer Wahl haben.

 

 

1 Quelle: https://www.iwkoeln.de/institut/personen/detail/galina-kolev.html


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