Finanzielle Bildung als Schlüssel zum Erfolg 

05. Dezember 2019 | Christane Rehländer


Gerade erst wurde die aktuelle PISA-Studie veröffentlicht. Das Ergebnis: Deutschlands 15-Jährige liegen hinsichtlich ihrer Lese-, Rechen- und naturwissenschaftlichen Kompetenz zwar über dem OECD-Durchschnitt, aber unter den Werten, die noch in den vorherigen Untersuchungen gemessen wurden. Nun mag man über Methodik und Aussage der PISA-Studie streiten; die Interpretation der Ergebnisse fällt ja auch entsprechend unterschiedlich aus. Klar ist jedoch: In Sachen Bildung ist in Deutschland noch Luft nach oben.

Das zeigt auch die zweite Jugendstudie von comdirect, für die Anfang 2019 bundesweit Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 Jahren und 25 Jahren zum Thema „Geld und Geldanlagen“ befragt wurden. Insgesamt nahmen 1.600 Personen an der Umfrage teil. Durchschnittlich gibt sich Deutschlands Jugend die Schulnote 3,3 für ihre finanzielle Bildung. Gegenüber 2016 (Schulnote 3,4) hat sich demnach bei der Vermittlung von Finanzwissen nicht viel getan. Fast jeder Fünfte (18 Prozent) würde seine finanzielle Bildung mit einer 5 oder sogar 6 benoten (2016: 22 Prozent). Nur 27 Prozent geben sich ein „gut“ oder „sehr gut“ (2016: 24 Prozent).

Schulfach „Finanzen“ gefordert

Deutschlands Schulen erhalten die Note 3,9 für die Vermittlung von finanzieller Bildung. Das ist eine leichte Verbesserung gegenüber 2016 (Note 4,4). Jedoch sagen immer noch 40 Prozent der Jugendlichen, dass ihre Schulen Finanzwissen nur mangelhaft oder sogar ungenügend vermitteln. 92 Prozent aller Befragten wünschen sich deshalb das Fach „Finanzen“ in der Schule, 49 Prozent sogar als Pflichtfach.

 

comdirect Jugendstudie - Nicht einmal jeder Zweite kennt den DAX
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Dann würden hoffentlich mehr Jugendliche auch Begriffe wie „Inflation“, „Liquidität“ oder „Rendite“ erklären können. Noch wichtiger wäre es allerdings, wenn junge Menschen wüssten, wie sie bereits heute für später vorsorgen können. Denn durchschnittlich haben die befragten 16- bis 25-Jährigen 121 Euro im Monat zum Sparen zur Verfügung. Das ist immerhin ein Drittel ihrer Einnahmen. Doch ein Großteil davon landet (nahezu) unverzinst auf Giro-, Spar- oder Festgeldkonten. Real, also unter Berücksichtigung der Inflation, verlieren die Jugendlichen hier sogar Geld. Ein Depot hingegen besitzt nur jeder Zehnte. Und das, obwohl es jedem zweiten Jugendlichen wichtig ist, sich ein finanzielles Polster aufzubauen.

Investieren statt sparen

Nicht nur für den Einzelnen, sondern vor allem gesellschaftlich ist das ein Problem. Denn ohne wirksame private Vorsorge erhöht sich die Rentenlücke und der Staat muss eingreifen. Aufklärung tut also Not: Auf welche Anlagen verteile ich mein Erspartes? Wie sorge ich für’s Alter vor? Wie funktioniert ein Fonds? Was ist ein ETF? Wie eröffne ich ein Depot? All das ist Wissen, das vermittelt werden sollte – nicht nur an Schulen.