Das können digitale Vermögensmanager

Die digitale Vermögensverwaltung per Robo Advice wird immer beliebter. Aber kann man den Maschinen sein Geld anvertrauen? Ein Gastbeitrag von Sabine Schoon.

Roboter scheinen heute beinahe allen Aufgaben gewachsen zu sein und in der Lage, jeden Job zu übernehmen. Sie erforschen das All und die Meere, sie pflegen und beraten, sie konstruieren und programmieren – und zu Hause wischen sie den Küchenboden und mähen den Rasen. Jetzt sollen sich die seelenlosen Gesellen, die sogenannten Robo Advisors, auch noch um Dein Geld kümmern?

Ich war auch skeptisch. Geld zu haben, bedeutet für mich Freiheit. Finanzielle Sicherheit ist die Basis dafür, dass ich mein Leben gestalten kann, wie es mir gefällt – und mir ab und zu etwas Schönes gönnen kann, ohne lange abzuwägen und zu rechnen. Für mich ist Geld also ein hochemotionales Thema.

An der Börse sind Emotionen aber genau fehl am Platz. Um mit den Unsicherheiten und dem ständigen Auf und Ab der Kurse zurechtzukommen, müssen Anleger in erster Linie Ruhe bewahren können und in der Lage sein, rationale Entscheidungen zu treffen. Wer sich dagegen zu sehr von seinem Bauchgefühl leiten lässt, trifft nachweislich häufiger falsche Entscheidungen. Der Mensch neigt beispielsweise dazu, stabile Aufwärtstrends zu spät zu erkennen und erst dann einzusteigen, wenn die Preise schon relativ hoch sind. Dreht der Kurs nach unten ab, fallen unvorbereitete Anleger in eine Art Schockstarre. Sie halten an dem gedanklichen Gewinn fest, den ihr Investment eingefahren hat, und verpassen den Zeitpunkt, rechtzeitig auszusteigen. Verluste werden laufen gelassen nach dem Motto „Jetzt ist es sowieso egal“. Die Börse erfordert ein sehr hohes Maß an Disziplin.

Genau hier kann ein Robo Advisor seine Stärke ausspielen: Er kennt keine Emotionen, sondern wertet Kauf- und Verkaufssignale anhand eines mathematischen Modells aus. Dafür behält er permanent ein riesiges Anlageuniversum im Auge. Je nach Anbieter können das mehrere Tausend Finanzprodukte auf der ganzen Welt sein, darunter Indexfonds (ETFs) und börsengehandelte Rohstoffe (ETCs) ebenso wie aktiv gemanagte Investmentfonds. Selbst einem sehr guten Portfoliomanager würde es nicht gelingen, ununterbrochen eine solche Bandbreite an Chancen und Risiken zu erfassen und zu bewerten. Eine Garantie, dass der Robo immer richtig liegt, gibt es dennoch nicht. Negative Kursentwicklungen können zu Verlusten bei der Vermögensanlage führen.

Banking findet heute online statt. Was nicht weiter überrascht, wenn man bedenkt, dass wir uns ohnehin jeden Tag im Internet bewegen. 72 Prozent der Deutschen sind laut der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie täglich online, von den unter 30-Jährigen sogar fast alle. Wir lesen Nachrichten, shoppen, schreiben E-Mails und überweisen zwischendurch die Handwerkerrechnung. Mehr als 60 Prozent aller Girokonten in Deutschland werden bereits online geführt. Dass sich auch die Anlageberatung nach und nach ins Internet verlagern wird, ist eine Frage der Zeit.

Robo Advice steckt noch immer in den Kinderschuhen. Die ersten Anbieter in Deutschland sind erst seit 2013 am Markt, haben seither aber bereits mehr als eine Milliarde Euro an Geldern eingesammelt. Laut einer Prognose im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen könnte sich das verwaltete Vermögen der digitalen Vermögensmanager bis 2035 insgesamt auf 105 Milliarden vervielfachen. Was die Online-Berater so attraktiv macht, sind neben ihren klugen Entscheidungen die vergleichsweise niedrigen Gebühren und die intuitive Handhabung. In wenigen Schritten sammelt ein Robo alle wesentlichen Infos, die er für eine Anlageempfehlung benötigt. Er fragt beispielsweise ab, wie viel Erfahrung man schon mit Börseninvestments gesammelt hat und welches Risiko man bereit ist einzugehen.

Unser Robo Advisor cominvest gehört zu den gefragtesten digitalen Vermögensverwaltern in Deutschland. Um Geld anzulegen, braucht man keine besonderen Kenntnisse. Lediglich das grundlegende Börsen-ABC sollte einem vertraut sein. Es braucht also nur wenige Mausklicks, um den ersten Schritt zu tun und sich mit einem Thema zu beschäftigen, das für uns alle relevant ist.

Sabine Schoon ist aktuell Leiterin des Bereichs Corporate Strategy & Consulting der comdirect bank AG, eine der führenden Online Banken für moderne Anleger in Deutschland. Seit 2016 verantwortet sie unter anderem die Entwicklung verschiedener Strategiethemen, den Aufbau des Digitalen Assetmanagements sowie Initiativen für den leichten und einfachen Einstieg in die Wertpapieranlage. Zuvor entwickelte sie bei der Commerzbank digitale Lösungen im Corporate Geschäft und war als Projektleiterin für die Weiterentwicklung zuständig. Sabine Schoon ist gelernte Bankkauffrau und absolvierte ihr Studium an der Frankfurt School of Finance & Management mit Stationen in Australien und New York. Die Initiative finanz-heldinnen ist für sie eine Herzensangelegenheit. Denn gemeinsam mit Kolleginnen der comdirect möchte sie zeigen, dass Finanzen nicht nur Männersache sind.

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