Mut zu Neuem

Frauen trauen sich häufig nicht so recht ran an das Thema Finanzen. Der Grund: Sie wurden nicht früh genug mit dem Thema vertraut gemacht, haben die Sprache nicht gelernt. Um eine Fremdsprache zu erlernen ist es aber nie zu spät, meint Annette Siragusano in ihrem Gastbeitrag.

Über Geld spricht man hierzulande bekanntlich nur widerwillig. Wir reden weder darüber, wie viel wir regelmäßig ansparen, noch darüber, bei wem wir in der Kreide stehen oder welche schlechten Investmententscheidungen wir vielleicht schon einmal getroffen haben. Und die Höhe des Jahresgehalts wird mitunter besser gehütet als der Arztbericht des letzten Gesundheits-Checks.

Das Problem dieser gut gemeinten Verschwiegenheit entsteht dann, wenn wir uns doch einmal an die Sache mit der Geldanlage heranwagen. Ein Depot zu eröffnen ist keine große Kunst, ebenso braucht es nur wenige Mausklicks, um Aktien oder Fondsanteile zu ordern. Doch viele Börsenneulinge wissen gar nicht so recht, was sie eigentlich tun. Denn der Mensch kann nur das verstehen, wofür er irgendwann einmal eine Sprache entwickelt hat.

Bevor wir überhaupt über die Bedeutung von Börsenblasen, Krypto-Crashs oder überhitzten Aktienmärkten nachdenken können, hat unser Gehirn ganz unbewusst die Informationen vorsortiert. Äußere Reize klopft es innerhalb von Millisekunden darauf ab, ob sie bekannt sind oder unbekannt, also ob wir in der Vergangenheit schon einmal mit ähnlichen Informationen zu tun hatten. Und anschließend, ob sie wichtig sind oder nicht. Entscheidet unser Gehirn, dass wir eine Information nicht benötigen, wird sie sofort aussortiert.


Finanzbildung beginnt im Kinderzimmer

Am leichtesten lernt der Mensch im Kindesalter. Und zwar durch regelmäßiges Anwenden. Kinder eignen sich in den ersten Lebensjahren beinahe mühelos einen umfangreichen Wortschatz inklusive komplizierter Grammatikregeln an, indem sie nichts anderes tun als mit ihren Eltern zu kommunizieren. Wie wichtig Erziehung und Schulbildung auch für das spätere Finanzverhalten sind, hat kürzliche das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) in einer Studie ergründet und kam zu dem Ergebnis, dass man nie früh genug beginnen kann. Wer etwa Wirtschaft in der Schule gelernt habe, stelle später sein Depot mit einer um 13 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit breit diversifiziert und damit stabiler auf als diejenigen, bei denen das Fach nicht auf dem Lehrplan stand, heißt es in der Studie.

Momentan besteht noch großer Nachholbedarf in Sachen Finanzbildung. Zu diesem Schluss kommen verschiedene Studien. Etwa jeder zweite Teilnehmer einer Umfrage des Bankenverbands glaubt beispielsweise, sich nicht besonders gut in Geldfragen auszukennen. Bei Haushaltsbefragungen des DIW schnitten Frauen zudem konsequent schlechter ab als Männer.


Es ist nie zu spät, Neues zu lernen

Glücklicherweise ist das Gehirn in der Lage Neues zu lernen – auch noch im Erwachsenenalter. Eine neue Sprache lässt sich zwar nicht mehr so mühelos erlernen wie in der Kindheit und vermutlich wird man sie auch niemals vollkommen akzentfrei sprechen, aber je nachdem, wie intensiv man übt, wird man sich gut verständigen können. Dasselbe gilt für die Sprache der Finanzen. Man muss die Thematik nicht bis in die letzten Tiefen durchdringen. Geldanlage bedeutet nicht, zur Day Traderin zu werden, die täglich und stundenlang Börsenkurse analysiert. Gut aufgestellt ist schon, wer die wichtigsten Grundbegriffe kennt, grob weiß, wie die Börse funktioniert und welche einfachen Grundregeln es beim Investieren zu beachten gilt.


Wissen aus dem Netz

Aber wie geht man nun vor, ohne sich im Informationsdschungel zu verirren? Der schnellste Weg ist die Internetrecherche. Neben den Online-Ausgaben bekannter Wirtschaftsmedien wie dem „Handelsblatt“, der „Wirtschaftswoche“ oder dem „Aktionär“ gewinnen Finanzblogs immer mehr an Bedeutung. Mit Mode- oder Reise-Blogs, die teilweise ein Millionenpublikum erreichen, können sie zwar noch nicht mithalten, allerdings verlassen sie nach und nach ihr Nischendasein. Die Qualität der Inhalte ist hoch, die Präsentation kreativ und die Blogger punkten mit Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Obwohl oder vielleicht gerade deshalb, weil einige der Bloggerinnen und Blogger keine ausgewiesenen Finanzexperten sind, vertrauen ihnen ihre Leser. Viele mussten sich die Sprache der Finanzen mit mühevoller Arbeit selbst beibringen. Lernt in Webinaren, Videotutorials, Ebooks und Blogbeiträgen von ihren Erfahrungen!

Ebenso gibt es im Netz Wissen Plattformen, wie zum Beispiel die comdirect Akademie. In über 40 Lektionen kann gezielt gewählt werden in welchem Bereich man sich Wissen aneignen möchte – das sogar über jedes Endgerät und kostenlos. So kann auf dem Weg zur Finanzheldin nichts mehr schiefgehen!


Blogs für Finanzneulinge

Annette Siragusano leitet die Unternehmenskommunikation der comdirect bank AG. Als Digital Mind liebt sie Innovationen, Zukunftsthemen und spannende Formate wie zum Beispiel das Finanzbarcamp. Zuvor war sie unter anderem Leiterin Marketing sowie Leiterin Interne und Pressekommunikation der PlanetHome AG, einem Unternehmen der Unicredit Gruppe. Als Mutter ist ihr das Thema frühe Finanzbildung besonders wichtig. Mit ihren Kolleginnen hat sie die finanz-heldinnen gegründet, da sie der Überzeugung ist, dass Geldanlage kein Hexenwerk ist und es wichtig ist in Sachen Finanzen den „inneren Schweinehund" zu überwinden. Und das eher heute als morgen.

finanz-heldinnen Infoline

Auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit kommen viele Fragen auf. Dabei ist jede Frage anders und wir möchten jeder Frau auch eine individuelle Antwort geben. Dafür haben wir die finanz-heldinnen Infoline eingerichtet.

Hier könnt Ihr alle Fragen stellen, die Euch rund um das Thema Geldanlage beschäftigen. Einfach, persönlich und von Frau zu Frau.

Ihr erreicht uns montags bis freitags von 9.00 bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer:

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