Fit in Finanzen

Wie Kinder lernen, mit Geld umzugehen.

Für Kinder ist der Wert des Geldes etwas völlig Abstraktes. In der Schule lernen sie zwar, mit Euro zu rechnen, die Werte dahinter und die ökonomischen Zusammenhänge sind aber nicht leicht zu begreifen.

Süßigkeiten, Comics und Eis – dafür investieren die unter 14-Jährigen am liebsten ihr Taschengeld1. Später kommen Kleidung, Party, Kosmetik und Konzerttickets dazu. Konsum beginnt bereits im Kindergarten. Wer Wert darauf legt, dass der Nachwuchs später verantwortungsvoll mit Geld umgeht, kann mit dem Erklären gar nicht früh genug beginnen. Den Grundzusammenhang, dass Geld durch Arbeit erwirtschaftet wird und man damit haushalten muss, können schon die Kleinsten begreifen.

Kinder lernen in erster Linie am Vorbild ihrer Eltern. Mutter und Vater, die regelmäßig mehr Lebensmittel einkaufen, als die Familie essen kann, werden ihren Kindern kaum vermitteln können, dass man Geld nicht verschwenden soll. Haushalten sie dagegen überlegt mit ihrem Budget, wird sich das auch auf die Kinder übertragen. Damit sie auch ein Gefühl für den Wert dahinter entwickeln, sollten Eltern unbedingt darüber sprechen und ruhig einmal vorrechnen, wie viele Stunden sie beispielsweise für die neuen Klamotten oder das Fahrrad arbeiten mussten.

 

Taschengeld ist Übungsgeld

Im nächsten Schritt müssen Kinder ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Die Jugendämter empfehlen, Kindern ab vier Jahren regelmäßig Taschengeld zu zahlen. Taschengeldtabellen der Jugendämter geben Orientierung bei der Frage nach der angemessenen Höhe (siehe Taschengeldtabelle). Taschengeld ist Übungsgeld. Die Kinder müssen selbst entscheiden dürfen, wofür sie es ausgeben. Eltern dürfen beraten, aber nicht bestimmen. Verprasst der Nachwuchs das ganze Geld schon am Monatsanfang für Süßigkeiten und Sammelkarten, muss er den Rest des Monats auf weitere Ausgaben verzichten. Zuschüsse sollten die Ausnahme bleiben. Müssen Eltern doch einmal aushelfen, ist es wichtig, auf Rückzahlung zu bestehen. So wie es im echten Leben eben auch ist.

Geld, das am Monatsende übrig bleibt, oder Geldgeschenke zum Geburtstag sollten - zumindest teilweise - aufs Sparbuch eingezahlt werden. So lernt der Nachwuchs schnell, dass er sich für die Kleinigkeit, auf die er heute verzichtet hat, morgen etwas Größeres leisten kann.

 

Finanzen sind kein Thema in der Schule

Auf den Lehrplänen sucht man das Thema Finanzwissen vergeblich. Wie wichtig die ökonomischen Zusammenhänge aber für die finanzielle Selbstständigkeit sind, was sparen und Geld leihen bedeuten, zeigt eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes. Eine unwirtschaftliche Haushaltsführung sei - neben Arbeitslosigkeit - der Hauptauslöser für eine frühe Überschuldung. Elf Prozent der Schuldner zwischen 18 und 24 Jahren können mit Geld nicht umgehen.

Die gute Nachricht: Die Generation Z, also die Kinder und Jugendlichen, die seit Ende der 1990er-Jahre geboren worden sind, gelten als solide und genügsam im Umgang mit Geld, sodass die Verschuldung immer weniger zum Problem wird. Sogar die Sparquote liegt über der von Erwachsenen. Ein Drittel ihres Vermögens legen sie durchschnittlich auf die hohe Kante, so das Ergebnis der Jugendstudie 2015 im Auftrag des Bankenverbands2. Die Jüngeren sparen vor allem, um sich in Zukunft größere Anschaffungen leisten zu können. Mit dem Start in die Ausbildung oder das Studium werden Notfallrücklagen und die Altersvorsorge wichtiger.

 

Geld macht Spaß

Junge Menschen haben sogar Spaß an Finanzthemen. Und fast die Hälfte der jungen Erwachsenen ab 18 kümmert sich regelmäßig um die eigenen Finanzangelegenheiten. Die meisten haben ein eigenes Girokonto, und immerhin die Hälfte der Befragten nutzt Girocard und Sparbuch. Das JuniorGiro der comdirect gibt es schon für Kinder ab sieben Jahren. Junge Sparer können eingeschränkt über ihr Konto verfügen. So ist es etwa möglich, Guthaben am Geldautomaten abzuheben, Überweisungen und kleinere Einkäufe zu tätigen.

Das Konto lässt sich ganz einfach mit der MoBox App fürs Smartphone verknüpfen, sodass die Finanzplanung noch übersichtlicher wird. Der Kontostand ist immer aktuell abrufbar, Umsätze können kategorisiert werden, und Sparen wird noch leichter. Einfach das Sparziel festlegen und auf einen Blick sehen, wie lange es noch dauert, bis das Geld für die neue Jeans, das Skateboard oder die ersehnte Spielekonsole beisammen ist. Ob minderjährig oder nicht, mit dem eigenen Konto wird ein Kind automatisch steuerpflichtig. Am besten bei der Kontoeröffnung direkt einen Freistellungsauftrag und eine Nichtveranlagungsbescheinigung einreichen.

 

Taschengeldtabelle

Taschengeld zu zahlen ist keine Pflicht. Um den Umgang mit Geld zu lernen, ist es aber ein bewährtes Instrument. Die Höhe des Taschengeldes richtet sich nach den Ausgaben, die damit finanziert werden sollen, nach dem Einkommen der Eltern und dem Alter der Kinder. Kinder unter zehn Jahren können selten einen ganzen Monat finanziell planen, daher ist zunächst eine wöchentliche Auszahlung sinnvoll.

 

Alter/Jahre Betrag in €
unter 6 Jahren 0,50-1,00 Euro/Woche
6 Jahre 1,00-1,50 Euro/Woche
7 Jahre 1,50-2,00 Euro/Woche
8 Jahre 2,00-2,50 Euro/Woche
9 Jahre 2,50-3,00 Euro/Woche
10 Jahre 15,00-17,50 Euro/Monat
11 Jahre 17,50-20,00 Euro/Monat
12 Jahre 20,00-22,50 Euro/Monat
13 Jahre 22,50-25,00 Euro/Monat
14 Jahre 25,00-30,00 Euro/Monat
15 Jahre 30,00-37,50 Euro/Monat
16 Jahre 37,50-45,00 Euro/Monat
17 Jahre 45,00-60,00 Euro/Monat
ab 18 Jahren 60,00-75,00 Euro/Monat

(Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

finanz-heldinnen Infoline

Auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit kommen viele Fragen auf. Dabei ist jede Frage anders und wir möchten jeder Frau auch eine individuelle Antwort geben. Dafür haben wir die finanz-heldinnen Infoline eingerichtet.

Hier könnt Ihr alle Fragen stellen, die Euch rund um das Thema Geldanlage beschäftigen. Einfach, persönlich und von Frau zu Frau.

Ihr erreicht uns montags bis freitags von 9.00 bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer:

04106 - 708 2549

Wir freuen uns über Euren Anruf!