Einkommenslücke zwischen Geschlechtern wächst

Im europäischen Vergleich sind die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern bei Deutschen am drittgrößten. Sonderzahlungen fallen für Männer im Schnitt 48 Prozent höher aus. Dass Frauen bei diesen Voraussetzungen durchschnittlich über 38 Prozent weniger Vermögen verfügen, überrascht kaum.


Der 18. März markiert in diesem Jahr den Equal Pay Day in Deutschland. Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen umsonst – das zeigt ein Blick auf den Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen, der laut unserer Studie bei 22 Prozent liegt. Damit liegen die Deutschen im europäischen Vergleich rund 38 Prozent über dem Durchschnitt. Beim Gender Pay Gap wird der Bruttostundenlohn zur Bewertung herangezogen. Wir haben uns die finanzielle Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern genauer angesehen. Bei unserer Studie kam unter anderem heraus, dass gerade bei Sonderzahlungen erhebliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen herrschen. So erhalten Männer 48 Prozent mehr Sonderzahlungen als Frauen.

„Ein Grund für die geringeren Sonderzahlungen wird das niedrigere Gehalt von Frauen sein. Ein anderer Grund könnte aber auch sein, dass viele Frauen mitunter nicht so hart verhandeln wie das andere Geschlecht“, sagt Sabine Schoon, Bereichsleiterin Corporate Strategy & Consulting und Mitbegründerin unserer finanz-heldinnen Initiative. Wir möchten mit der Initiative auf solche Unterschiede aufmerksam machen und mit Frauen sprechen, wie sie mehr für sich rausholen können – und das in allen Lebensbereichen.

 

Die Vermögenslücke zwischen Männern und Frauen wird immer größer

Aber nicht nur beim Einkommen, sondern auch beim Finanz-Vermögen besteht ein signifikanter Unterschied zwischen Männern und Frauen. Besaßen Frauen 2003 mit einem durchschnittlichen Vermögen von 23.100 Euro noch 21 Prozent weniger als Männer, so wird die Differenz in diesem Jahr auf 38 Prozent prognostiziert. Aktuell verfügen Frauen in Deutschland im Schnitt über 27.000 Euro, das Vermögen der Männer liegt hingegen bei 43.400 Euro. Unsere Studie verdeutlicht: Das Vermögen der Männer ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, während bei den Frauen nur eine leichte Erhöhung ersichtlich ist. Männer haben heute rund 49 Prozent mehr Geld auf der hohen Kante als noch vor 15 Jahren. Frauen verfügen hingegen nur über knapp 17 Prozent mehr als 2003. „Frauen bewegen sich hier in einer Negativspirale. Zum einen verdienen sie weniger pro Stunde und erhalten damit verbunden auch eine niedrigere Rente als Männer. Zum anderen vertrauen sie beim Sparen meist auf niedrig bis gar nicht verzinste Produkte, wie Sparbücher oder Girokonten und nicht auf Wertpapiere. Hier gibt es noch Handlungsbedarf für Frauen“, erklärt Schoon.

 

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