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Die perfekte Börsenformel

Wäre es nicht zu schön, die perfekte Börsenformel zu haben? Der Gewinn wäre quasi garantiert, das Risiko eliminiert. Eine solche Formel gibt es wirklich! Wir müssen ihr nur noch stoisch folgen.

Manche Starinvestoren scheinen die perfekte Börsenformel gefunden zu haben. Sie haben an der Börse ein Millionen- oder gar Milliardenvermögen gemacht. Davon können die meisten Privatanleger leider nur träumen. Dabei ist es gar nicht so schwer, an der Börse Geld zu verdienen. Zumindest nicht, wenn wir einem Börsenaltmeister glauben. „Für den Erfolg an der Börse braucht es die vier G: Geld, Gedanken, Geduld und Glück“, sagte einst André Kostolany. „Wer langfristig immer die ersten drei G befolgt, der hat früher oder später auch das notwendige Glück.“ Der Börsenaltmeister ergänzte: „Dem Zittrigen fehlt eines der ersten drei G.“

Klingt recht einfach, aber funktioniert das auch? Ich kann Kostolanys vier G einiges abgewinnen. Die Idee der vier G ist eine der Grundregeln für erfolgreiches Investieren. Auch die Reihenfolge hat Kostolany nicht ohne Grund gewählt.

Da wäre an erster Stelle das Geld. Zugegeben, das klingt ein wenig trivial. Natürlich brauchen wir Geld, um es zu investieren. Doch dieses „G“ beinhaltet die Warnung, nicht ohne eigenes Kapital zu investieren. Denn wenn wir auf Pump an der Börse spekulieren, gehen wir hohes Risiko ein. Geht unsere Anlage nicht auf, dann sitzen wir Pechvögel nicht nur auf Börsenverluste, sondern haben auch noch Schulden. Das schmerzt quasi doppelt und kann Anleger in arge finanzielle Bedrängnis bringen. Schlimmstenfalls überschulden wir uns völlig und stehen vor dem Ruin.

Ich würde Kostolanys Warnung noch ergänzen: Wir sollten an der Börse auch niemals Geld investieren, das wir in absehbarer Zukunft, also in den kommenden Monaten oder sogar Jahren, brauchen. Aktien sind eine langfristige Anlage.

Das zweite G steht für die Gedanken. Ein bisschen Gehirnschmalz ist natürlich nötig, um ein Anlagekonzept zu finden. Und dieses Konzept sollte Deine individuellen Präferenzen abbilden – also Deine Risikoneigung, Deine Ziele, Deinen Anlagehorizont. Oder um es anders auszudrücken: Deine Strategie muss zu Dir passen und Deinen Wunsch nach Rendite im Verhältnis zu dem für Dich erträglichen Risiko widerspiegeln. Es gilt, sich nicht nur mit den Chancen, sondern auch mit den Risiken der einzelnen Anlageformen auseinanderzusetzen.

 

Ein Quäntchen Glück kann nicht schaden

Das dritte G steht für Geduld. Denn die ist bei der Geldanlage von zentraler Bedeutung. Während Anleger mit einem kurzfristigen Anlagehorizont ihre Renditeziele in schwankungsintensiven Marktphasen leicht verpassen können und auch Verluste hinnehmen müssen, steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit je länger der zeitliche Horizont ist. Je länger, desto besser – das ist eines der Erfolgsrezepte an der Börse. Wer beispielsweise Ende 1995 in deutsche Aktien investierte und bis 2010 dabeiblieb, konnte sich über eine jährliche Rendite von 7,8 Prozent freuen. Das zeigen Zahlen des Deutschen Aktien Instituts (DAI). In diese 15 Jahre fielen allerdings zwei schlimme Crash: das Platzen der Internetblase zu Beginn des Jahrtausends und die Finanzkrise. Der Dax verlor 75 beziehungsweise 50 Prozent seines Wertes, erholte sich aber eben auch wieder. Wer von Ende 2002 bis Ende 2017 investiert hatte, konnte sich über eine jährliche Rendite von 10,2 Prozent freuen, allen Schwankungen zum Trotz.

Wer hingegen in den Turbulenzen die Nerven verlor und panisch verkaufte, fuhr teils hohe Verluste ein. Die Botschaft des dritten Gs lautet also: Sei geduldig, behalte die Nerven, handele nicht übereilt oder gar panisch, wechsele nicht ständig die Strategie. Kostolany sagte, dass den Zittrigen eines der ersten drei Gs fehlt, oft ist es die Geduld. Lass Dir und Deiner Geldanlage Zeit.

Und das vierte G? Braucht es bei der Geldanlage wirklich Glück? Schaden kann ein Quäntchen Glück nicht. Doch Glück kommt bekanntlich selten allein – und deshalb ist es schon richtig, dass die anderen Gs voranstehen. Denn leider gibt es sie immer noch nicht: die Glaskugel.

 

Die vier Gs für Deinen Anlageerfolg:

  • Geld: Investiere an der Börse nur Geld, das Du in den kommenden Jahren nicht brauchst. Und: Investiere nur Dein eigenes Geld, kein geliehenes.
  • Gedanken: Investiere niemals ohne Strategie und Anlageziel – abgestimmt auf Deine Risikoneigung, Deinen Anlagehorizont und Deine Lebenssituation.
  • Geduld: In der Ruhe liegt die Kraft. Erfolg an der Börse braucht Zeit. Lege langfristig an, alles andere ist Zockerei.
  • Glück: Ein Quäntchen Glück kann schließlich nie schaden.

 

Über Jessica Schwarzer:

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Jessica Schwarzer ist Autorin für das finanz-heldinnen Magazin und eine der renommiertesten Finanzjournalistinnen Deutschlands. Ihre Leidenschaft für die Börse hat die gebürtige Düsseldorferin zum Beruf gemacht. Die langjährige Chefkorrespondentin und Börsenexpertin des Handelsblatts (2008 bis 2018) arbeitet heute selbstständig als Journalistin und Moderatorin. Sie hat mehrere Bücher über die Psychologie von Anlegern und Investmentstrategien geschrieben. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine Herzensangelegenheit, für die sich sie auch mit Vorträgen und Seminaren stark macht.

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