Neue Arbeitsräume

Homeoffice ist für viele Arbeitnehmerinnen und Selbstständige der Schlüssel für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Doch das Büro im Wohnzimmer hat auch Nachteile. Coworking Spaces können eine Alternative sein.

Noch nie war Büroarbeit so flexibel wie heute. Digitalisierung sei Dank benötigen viele Schreibtischtäterinnen zum Arbeiten nichts weiter als einen Laptop, einen stabilen Internetzugang, ein Telefon und einen Sitzplatz. Eine Infrastruktur, die in den meisten Haushalten bereitsteht. Und so verlagert sich die Arbeit immer häufiger an den heimischen Schreibtisch. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom ermöglichen es bereits 30 Prozent der Arbeitgeber ihren Angestellten, ganz oder teilweise von zu Hause aus zu arbeiten.1

Die Vorteile liegen auf der Hand: keine Arbeitswege, ungestörtes Arbeiten, flexible Zeiteinteilung und unter dem Strich mehr Zeit für Familie und Freizeit. Selbstständige und Freiberufler sparen außerdem Kosten für die Büromiete. Der Preis für die Flexibilität ist oft der fehlende Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. In Coworking Spaces finden digitale Nomaden einen Raum, wo sie ungestört arbeiten können und trotzdem unter Menschen sind.

 

Allein unter Menschen

Mehr als eine Million Mitglieder zählen die modernen Gemeinschaftsbüros in Deutschland derzeit. Freiberufler, Start-ups und zunehmend auch kleinere Unternehmen mieten sich dort für begrenzte Zeit ein, um an ihren Projekten zu arbeiten, sich gegenseitig zu unterstützen, Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Der Sharing-Gedanke ist ein wichtiger Bestandteil der Coworking-Idee. Man teilt Raum, Wissen, Ideen und Kosten. Dennoch gilt: Alles kann, nichts muss. Auch wer einfach nur unter Menschen kommen, aber trotzdem ungestört arbeiten möchte, ist in einem Coworking Space gut aufgehoben.

Die Ausstattungen und Angebote unterscheiden sich von Büro zu Büro. Im Hamburger Places2 etwa kostet eine Tageskarte für den Open Space 20 Euro, eine Zehnerkarte gibt es für 160 Euro. Der offene Arbeitsraum ist mit elf Arbeitsplätzen ausgestattet, jeder ausgerüstet mit mehreren Steckdosen. Highspeed-Internet kommt per WLAN. Zum Vergleich: Die durchschnittliche monatliche Büromiete in der Hamburger Innenstadt liegt bei rund 19 Euro pro Quadratmeter.3 Hinzu kämen etwa Ausgaben für Einrichtung, technische Ausstattung, Heizung und Strom. Das rechnet sich nur, wenn man täglich und ausschließlich im eigenen Büro arbeitet.

 

Ein Platz für jeden Bedarf

Privatsphäre darf man allerdings im Open Space nicht erwarten. Ebenso wenig wie Ruhe. Wie im Taubenschlag kommen und gehen die Coworker, die Kaffeemaschine brodelt, Geschirr klappert, Leute unterhalten sich, lachen. Wer eine Pause von der Geräuschkulisse braucht, zieht sich zum Power-Nap in eine Ruhekabine zurück oder – sehr beliebt unter erfahrenen Coworkern – zieht geräuschreduzierende Kopfhörer über die Ohren.

Mehr Privatsphäre bieten Einzel- oder Gemeinschaftsbüro, die auch in den meisten Spaces angemietet werden können. Der Vorteil: Persönliche Unterlagen können sicher aufbewahrt und eingeschlossen werden. Konferenzräume für größere Meetings und Präsentationen, kleine Rückzugsnischen für ungestörte Telefonate oder gemütliche Lounges für einen kurzen Austausch oder zum Entspannen, oft mit angeschlossener Kaffeebar, bieten so gut wie alle Coworking Spaces. Ebenfalls im Standardangebot der meisten Bürogemeinschaften: feste Arbeitszeiten. Um 18 Uhr schließt das Places in Hamburg.

Ein ganz besonderes Coworking-Konzept für arbeitende Eltern hat sich seit Kurzem in Berlin etabliert: Bei Coworking Toddler4 können Eltern konzentriert arbeiten, während ihr Nachwuchs in der hauseigenen Kita betreut wird.

 

Räume finden

  • Anbieter
    Coworking Spaces sind in jeder größeren Stadt zu finden. Wer ein Büro in seiner Nähe sucht, wird auf der interaktiven Landkarte auf coworking.de schnell fündig.
  • Vertragsbindung
    Das Angebot muss zum Bedarf passen. Daher sollte jede Coworkerin vorab prüfen, wie lange sie sich binden möchte und ob ein passendes Modell angeboten wird. Auch in Bezug auf die Kündigungsfristen unterscheiden sich die Angebote teilweise erheblich.
  • Preise
    Bei den meisten Spaces können kostenlose Probetage gebucht werden. Die Preise orientieren sich in der Regel an einem Baukastensystem. Man mietet einen Flex-Desk für 10 bis 20 Euro pro Tag oder einen Fix-Desk für 50 bis 70 Euro pro Woche beziehungsweise 200 bis 250 Euro pro Monat.

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