ETFs: Kleiner Leitfaden für den leichten Einstieg 

04. Juni 2019 | Christiane Rehländer

Viele haben bereits davon gehört: ETFs, also Exchange Traded Funds, sind sogenannte börsengehandelte Fonds. Mit ihnen können Anleger an allen gängigen Indizes (und teilweise auch eigens kreierten) partizipieren – und das ganz einfach in Form von Fonds, die täglich über die Börsen handelbar sind.

Die Vorteile von ETFs gegenüber aktiv gemanagten Investmentfonds: Sie sind meist günstiger, denn der Fondsmanager entfällt. Doch wie wählt man den passenden ETF aus? Allein bei comdirect sind mehr als 1.000 handelbare ETFs im Angebot, weltweit gab es laut Statista Ende 2018 knapp 6.500 ETFs.

Grundsätzlich sollten Anfänger als Basisprodukt einen Index wählen, der möglichst breit gestreut investiert. Hier eignet sich zum Beispiel der MSCI World. Allein auf diesen Index, der die größten Unternehmen weltweit abbildet, gibt es jedoch eine Vielzahl an ETFs. Welcher ist der Richtige? Anhand folgender Kriterien können Anleger ETFs prüfen und für sich entscheiden, was ihnen davon wichtig ist:
 

  1. Physisch replizierend oder Swap-basiert?
    Swa-was? Ganz einfach erklärt: Es gibt ETFs, die kaufen alle Werte, die auch im echten Index enthalten sind. Das sind beim MSCI World immerhin mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern. Solche ETFs sind „physisch replizierend“. Weil das ganz schön aufwändig ist, insbesondere in Nischenmärkten, gibt es viele ETFs, die dem Anleger versprechen, dieselbe Wertentwicklung wie ein bestimmter Index zu erzielen. Sie investieren das Fondsvermögen allerdings nicht in die Indexwerte, sondern gehen Tauschgeschäfte (sogenannte Swaps) ein. Damit wollen sie die gleiche Performance erwirtschaften wie der Index, den sie abbilden. Gegenüber physisch replizierenden ETFs besteht hier jedoch das Risiko, dass der Partner, mit dem der ETF ein Tauschgeschäft eingeht, Pleite geht. Das nennt man Kontrahentenrisiko.
  2. Kosten
    ETFs sind grundsätzlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Allerdings gibt es auch hier Unterschiede, die unter anderem daraus resultieren, ob ein ETF physisch replizierend oder Swap-basiert ist (siehe oben). Swap-basierte ETFs sind meist günstiger, weil die Transaktionskosten niedriger sind. Anbieter sind verpflichtet, die genauen laufenden Fondskosten auszuweisen. Im Rahmen der Order erhalten Anleger bei comdirect immer auch einen Überblick über alle Kosten (Kauf, Laufzeit, Verkauf).
  3. Ausschüttend oder thesaurierend?
    Die während der Laufzeit erwirtschaften Erträge können entweder an den Anleger ausgeschüttet oder gleich wieder in den ETF reinvestiert werden (thesaurierend). In Produktnamen ausschüttender ETFs findet sich oft das Kürzel „Dis“ für „distributing“. Thesaurierende Produkte erkennt man oft durch den Zusatz „ACC“ für akkumulierend. Welche Form besser geeignet ist, muss jeder Anleger individuell für sich entscheiden. Grundsätzlich gilt: Wer langfristig in einen Fonds anlegen möchte, zum Beispiel für die Altersvorsorge, sollte ein thesaurierendes Produkt wählen, um den Zinseszinseffekt mitzunehmen.
     

Wer diese drei Aspekte (Umsetzung der ETF-Strategie, Kostenquote, Ertragsverwendung) bei der Auswahl berücksichtigt, filtert aus der großen Anzahl an ETFs schneller die Passenden für sich heraus. Und sollte man sich dennoch unsicher sein, kann entweder ein kostenloses Musterdepot angelegt oder zunächst mit ganz kleinen Summen gespart werden. Auch das ist ein Vorteil von ETFs: Sie sind oft in kleinen Stückelungen um die 50 Euro erhältlich. Sparpläne können bei comdirect bereits ab 25 Euro umgesetzt werden, zur Auswahl stehen dafür über 600 ETFs.

Mehr Informationen zu ETFs auch in der comdirect community.

ETFs: Kleiner Leitfaden für den leichten Einstieg
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