Euro im Vergleich zum US Dollar


17.05.13 23:22 Uhr
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Typ:
Währung
Munich-Re-Chef fordert Aufspaltung systemrelevanter Banken
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Angesichts immer neuer Hilfen in der europäischen Staatsschuldenkrise fordert Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard eine Aufspaltung systemrelevanter Banken. 'Ich würde alles so klein machen, dass nichts mehr 'too big to fail ist'', sagte der Chef des weltgrößten Rückversicherers Munich Re
am Montagabend in München. Das Investmentbanken-Geschäft müsse von gewöhnlichen Geldhäusern getrennt werden, dann könne man eine Bank auch mal pleitegehen lassen. Namen einzelner Institute nannte er nicht. In Deutschland würde eine solche Aufspaltung vor allem die Deutsche Bank
treffen.
Die Versicherungsbranche leidet seit der Lehman-Pleite 2008 unter dem billigen Geld, mit dem die Europäische Zentralbank die Märkte flutet. 'Das stresst uns ganz gewaltig', sagte von Bomhard. Mit Zinsen 'an der Nulllinie' für deutsche Staatspapiere könne die Lebensversicherung die versprochenen Renditen für die Kunden nicht erwirtschaften. 'Wir leben in der Krise und können in ihr leben. Aber nicht ewig, was die Zinsen betrifft.' Zur Munich Re gehört mit dem Düsseldorfer Ergo-Konzern auch einer der größten deutschen Erstversicherer.
Statt immer neuer Hilfsprogramme für angeschlagene Staaten und Banken erwartet von Bomhard von der Politik nun den großen Wurf. Nachdem der Euro als gemeinsame Währung zu früh gekommen sei, müssten die Staaten bei einer gemeinsamen Wirtschafts- und Fiskalpolitik auf europäischer Ebene nachziehen. 'Wir wollen eine starke Europäische Union, aber wir wollen Rahmenbedingungen, die berechenbar sind.'
Für wichtig hält der Munich-Re-Chef 'fundamentale Veränderungen am Finanzmarkt', vor allem für die Banken. Eine europäische Bankenunion sei dabei richtig und wichtig. Allerdings brauche es zunächst eine gemeinsame Bankenaufsicht, klare Regeln und automatische Sanktionen, die im Ernstfall nicht wieder ausgesetzt werden könnten.
Bei der Schieflage von Staaten sieht der Manager Banken und Versicherungen als Gläubiger in der Pflicht. 'Im Prinzip ist die Gläubigerbeteiligung unverzichtbar', sagte er. Dann würden Kredite für zweifelhafte Schuldnerstaaten auch wieder teurer. Die niedrigen Zinsen hatten es Staaten wie Griechenland in den vergangenen Jahren leicht gemacht, sich immer stärker zu verschulden. Deutschland warf von Bomhard indes vor, selbst beim derzeitigen Zinstief und der niedrigen Arbeitslosigkeit keinen Haushaltsüberschuss zu erwirtschaften.
Für eine Lösung der Krise hält von Bomhard ein Ende der politischen 'Tippelschritte' für nötig. 'Wichtig erscheint mir: viel ankündigen und dann schnell umsetzen.' Eine entscheidende Rolle spiele dabei nun Frankreich: Wenn sich das Land unter Präsident Francois Hollande zum Sprecher derjenigen Länder mache, die die Reformen erlahmen lassen wollten, sei ein Ende der Krise nicht in Sicht.
Dabei plädierte von Bomhard auch für eine stärkere demokratische Legitimation. So könne es hilfreich sein, wenn die Bürger ein Mitglied der europäischen Exekutive direkt wählen könnte - 'den Präsidenten etwa'. Den Euro sieht der Munich-Re-Chef indes nicht als wichtigstes Element der europäischen Integration. Er sei ein Mosaikstein, der überleben werde, sagte er, schränkte jedoch ein: 'in welcher Form auch immer'./stw/stb
Quelle: dpa-AFX
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