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Ölpreise geben nach - Gewinnmitnahmen nach Drei-Monats-Hoch
NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Freitag den Höhenflug der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt und sind deutlich abgerutscht. Nach einem Drei-Monats-Hoch am Vortag hätten zum Wochenschluss Gewinnmitnahmen an den Ölmärkten eingesetzt, hieß es von Händlern. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober kostete gegen Mittag 113,80 US-Dollar. Das waren 1,47 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) mit Auslieferung im September rutschte um 45 Cent auf 95,15 Dollar ab.
Trotz der aktuellen Gewinnmitnahmen dürften die Ölmärkte am Ende des Handelstages den dritten Wochengewinn in Folge verzeichnen. Als Preistreiber erkannte Rohstoffexperte Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg die zuletzt etwas besseren Konjunkturdaten aus den USA und den unerwartet starken Rückgang der US-Ölreserven. Ein Rückgang der Lagerbestände an Rohöl wird am Markt als Hinweis für eine stärkere Nachfrage gedeutet und hat in der Regel steigende Ölpreise zur Folge.
Als weiteren Preistreiber nannte Schallenberger jüngste Meldungen im Zuge des Atomstreits mit dem Iran. Zuletzt habe es ein 'erneutes Säbelrasseln' zwischen den Konfliktparteien Iran und Israel gegeben. Mit Blick auf die sich zuletzt abflauende Weltwirtschaft hält Experte Schallenberger das Preisniveau an den Ölmärkten aber 'gleichwohl für zu hoch'.
Am Vortag hatte der Brent-Ölpreis bei 115,40 Dollar den höchsten Stand seit Anfang Mai erreicht. Im weiteren Handelsverlauf stehen erst am Nachmittag wichtige Konjunkturdaten in den USA zur Veröffentlichung an, die für neue Impulse am Ölmarkt sorgen könnten.
Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist zuletzt weiter stark gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) am Donnerstag im Durchschnitt 112,11 US-Dollar. Das sind 1,46 Dollar mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./jkr/jsl
Quelle: dpa-AFX