Fr, 03.08.12 17:18
NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Freitag kräftigen Auftrieb nach unerwartet robusten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt erhalten. Zudem drohe im Golf von Mexiko ein Hurrikan, hieß es aus dem Handel. Dort befinden sich wichtige Ölförderanlagen der USA. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur September-Lieferung kostete am späten Nachmittag 108,48 US-Dollar. Das waren 2,58 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) stieg um 3,46 Dollar auf 90,62 Dollar.
Nach zwei Monaten mit äußerst schwachem Job-Aufbau sorgte die Beschäftigungsentwicklung in den USA mal wieder für einen Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt und hob die Risikofreude der Anleger. Im Juli wurden 163.000 neue Stellen geschaffen, das ist zwar nicht umwerfend - Experten hatten jedoch lediglich mit 100.000 gerechnet. Auch der vielbeachtete ISM-Index für die Stimmung im Dienstleistungssektor entwickelte sich etwas besser als am Markt erwartet. Am Mittwoch hatte bereits das Pendant für das Verarbeitende Gewerbe positiv überrascht.
Am Vortag waren die Ölpreise zwischenzeitlich noch kräftig unter Druck geraten: Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hatte die Finanzmärkte enttäuscht, indem er einem sofortigen Eingriff am Anleihemarkt zugunsten von Krisenländern ein Abfuhr erteilte. In der Nachlese stellte sich der Draghi-Plan anscheinend für viele Anleger überzeugender dar, der Kurs des Euro legte wieder deutlich zu und die Lage an den Anleihemärkten der Eurozone entspannte sich spürbar.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 103,07 Dollar. Das waren 53 Cent mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./hbr/jkr


