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Di, 17.07.1218:22

Ölpreise geben Gewinne teilweise ab - Bernanke-Aussagen belasten

NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Dienstag nach Aussagen von Fed-Chef Ben Bernanke unter Druck geraten. Der amerikanische Top-Notenbanker enttäuschte die Hoffnungen der Finanzmärkte auf einen weiteren geldpolitischen Anschub für die US-Wirtschaft. Zuvor hatte die Furcht vor einer Zuspitzung des Iran-Konflikts die Ölpreise noch deutlich steigen lassen. Am Abend wurde ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent nur noch geringfügig im Plus bei 103,47 US-Dollar gehandelt. Das waren lediglich elf Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 20 Cent auf 88,22 Dollar.

Der US-Notenbankchef hatte bei seiner Rede vor einem Senatsausschuss keine klaren Hinweise auf eine weitere geldpolitische Lockerung gegeben. 'Bernanke hat vielmehr seine in der vorletzten Woche gemachten Aussagen wiederholt', sagte Ulrich Wortberg, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). 'Viele Markteilnehmer haben hier offensichtlich mehr erwartet.' Laut Wortberg dürfte die US-Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung zunächst auf ein Anleihekaufprogramm verzichten und abwarten. Die Finanzmärkte reagierten mit sinkender Risikofreude, die sich auch bei den Ölpreisen niederschlug.

Zuvor hatte die Furcht vor einer Zuspitzung des Konflikts um das iranische Atomprogramm noch Unterstützung für den Ölmarkt geliefert. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Montagabend in Israel die amerikanische Entschlossenheit zur Verhinderung des Baus einer iranischen Atombombe bekräftigt. Die Vorschläge, die der Iran bei den Gesprächen mit den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat und Deutschland über sein Atomprogramm vorgelegt hatte, nannte Clinton 'Rohrkrepierer'.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist unterdessen weiter gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel am Montag im Durchschnitt 99,93 Dollar. Das waren 83 Cent mehr als am Freitag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./hbr/he

Quelle: dpa-AFX