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Ölpreise weiter unter Druck - Spanien-Sorgen und Überangebot


Di, 19.06.12 13:17


NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise ihre Talfahrt am Dienstag fortgesetzt. Analysten verwiesen auf die prekäre Lage in der Eurozone und ein Überangebot an den Märkten. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung 95,49 US-Dollar. Das waren 56 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI zur Lieferung im Juli sank um 13 Cent auf 83,14 Dollar. Am Montag hatten die Ölpreise zeitweise um rund drei Dollar nachgegeben. Der Brentpreis hatte zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit 16 Monaten erreicht.

Zunehmende Sorgen über Spanien führten zu einem Anstieg der Risikoaversion an den Finanzmärkten, der die Ölpreise belaste, heißt es in einem Kommentar der Commerzbank. Zudem werde der Ölpreis vom anhaltenden Überangebot belastet. So seien die Ölvorräte in Saudi-Arabien im April Regierungsangaben zufolge auf den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor zehn Jahren gestiegen. Das bedeute, so die Analysten, das Königreich produziere mehr Rohöl als es Käufer dafür gebe.

Der Irak habe zudem bekanntgegeben, seine Produktionskapazität bis Ende des Jahres auf 3,4 Millionen Barrel pro Tag steigern zu wollen. Derzeit produziere das Land etwa drei Millionen Barrel pro Tag. 'Ein Ende der Angebotsschwemme scheint also nicht in Sicht', schließen die Commerzbank-Experten. Angesichts dieser Nachrichten würden sich die Finanzanleger weiter aus dem Ölmarkt zurückziehen. Damit der Ölpreis nicht weiter falle, müsse die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) das Überangebot reduzieren.

Unterdessen ist der Preis für Rohöl der Opec zuletzt ebenfalls gesunken. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel am Montag im Durchschnitt 95,03 US-Dollar. Das waren 99 Cent weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./hbr/jsl

Quelle: dpa-AFX

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