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EUR/USD: Alles dreht sich um FED und EZB
München (www.aktiencheck.de) - Die Währungsmärkte hatten gestern erneut Zurückhaltung geübt und EUR/USD nicht weiter nach oben getrieben, so die Analysten von UniCredit Research.
Hilfreich seien dabei die über weite Teile des Tages unentschlossenen Aktienbörsen gewesen. Die entsprechenden Begründungen hätten jedoch nicht einer hanebüchenen Logik entbehrt. Noch letzte Woche hätten die Devisenmärkte ihren Unmut über die ausgebliebenen Aktionen von FED und EZB zum Ausdruck gebracht, was der globalen Risikobereitschaft und EUR/USD gleichermaßen schlecht gekommen habe. Dann habe man sich auf den Kern der entsprechenden Statements besonnen, die Implementierung von QE3 und die Ausführung eines noch zu erarbeitenden Bondankaufprogramms durch die EZB nur noch als eine Frage der Zeit gesehen und in den Zentralbanken die alleinigen Hoffnungsträger gewähnt.
Gestern hätten die Märkte bei EUR/USD einen Gang zurückgeschaltet, weil nun angeblich wieder Zweifel an der Wirkung der zur erwartenden Zentralbank-Maßnahmen aufgekommen seien. Gestern habe sich dann EUR/USD so in etwa um die 1,23 gehalten. Selbstverständlich hätten sich die Kommentare erneut auf die zu erwartenden Aktionen von FED und EZB bezogen, jedoch wieder ausgestattet mit einem erheblichen Maß an Optimismus.
Die Analysten könnten die Wechselhaftigkeit dieser Begründungen getrost in die Tonne treten. Im Prinzip könne man alles unter dem Begriff "ambivalente Stimmungs- oder Gemütslage" zusammenfassen. Wie gestern erwähnt, hätten die Investoren gegenwärtig mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Einer davon sei natürlich das Verhalten der beiden großen Zentralbanken (plus möglicher Stimulierungsmaßnahmen der PBoC). Ein anderer sei die akute und anhaltende Verschuldungsproblematik einzelner EWU-Staaten, die sich, insbesondere Spanien betreffend, sogar noch verschlimmern könne. Hinzu kämen zuletzt wenig überzeugende Konjunkturdaten aus der Eurozone und die Angst vor einer weiteren Verschlechterung der Wachstumsperspektiven.
Dies alles würde nicht mit einer kräftigen Erholung des Euro, geschweige denn mit einem Trendwechsel zusammenpassen. Also würden sich die Märkte verständlicher Weise nicht allzu weit zur oberen Seite vorwagen, ohne jedoch gleich wieder die Gegenrichtung einzuschlagen. Denn obwohl es noch einige Wochen hin seien, stünden mit der viel beachteten so genannten Jackson Hole-Konferenz Ende August und dem ESM/Fiskalpakt-Urteil des Bundesverfassungsgerichts am 12. September immerhin zwei hochkarätige Veranstaltungen auf dem Programm, die nicht unbedingt dazu angetan seien, EUR/USD bereits im Vorfeld völlig abzuschreiben.
Letztlich kommen die Analysten von UniCredit Research genau auf das zurück, was sie seit einigen Tagen propagieren: Stillstand an den Märkten kann man nicht erwarten, aber ein überschaubares Range-Trading, insbesondere EUR/USD betreffend, zwischen 1,2150 und 1,2450 wäre eine durchaus nachvollziehbare Verhaltensweise. (10.08.2012/ac/a/m)
Quelle: AKTIENCHECK.DE
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