Fr, 03.08.12 15:52
Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Die jüngsten Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi sorgten für ein Kursfeuerwerk und deutliche Gewinne an den Börsen, so die Analysten der WGZ BANK im aktuellen "imBlick" im Kommentar zum EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814).
Bei Betrachtung des mittel- bis langfristig orientierten Wochencharts des EURO STOXX 50 würden diese Schwankungen auf den ersten Blick aber kaum ins Gewicht fallen. Der Index scheine vielmehr in einer Seitwärtsbewegung gefangen zu sein. Bei Betrachten der auf der rechten Seite abgetragenen Skalierung werde allerdings die deutliche Volatilität sichtbar, denn das Band erstrecke sich zwischen 2.000 und knapp 2.600 Punkten und lasse damit Schwankungen von sage und schreibe 30% zu, ohne dass eine klare Tendenz sichtbar werde.
Die charttechnische Lehre bezeichne solche Rechtecke als eine Phase des "Kraft sammelns". Mit einem Ausbruch - egal in welche Richtung - entlade sich diese Kraft und sorge für eine dynamische Bewegung in Richtung des Ausbruchs. Im Tageschart würden sich nach den letzten Gewinnen nun einige Zielmarken errechnen lassen, die gleichzeitig als Widerstände fungieren würden. Sie alle würden aber im Bereich von etwa 2.500 Punkten rangieren und damit innerhalb des beschriebenen Rechtecks liegen. Somit könnten die Analysten den Bullen keine große Hoffnung auf einen Ausbruch machen.
Die zyklische und saisonale Betrachtung spreche in den Herbstmonaten vielmehr für nachgebende Kurse. Gerade die bald anstehenden Monate September und Oktober würden sich in der Regel sehr anfällig für Kursverluste zeigen, sodass unter diesem Blickwinkel ebenfalls eher mit einem Rücksetzer als mit einem Ausbruch zu rechnen sei.
Auch das auf den ersten Blick positive Indikatorenbild müsse relativiert werden. So befinde sich der unten abgetragene RSI (Relative Stärke Index) vermeintlich im Aufwind, doch drehe der Oszillator sehr oft bereits vor dem oberen, überkauften Bereich. Meist erreiche die Indikatorlinie lediglich ein Niveau von gut 60%. Mit dem aktuellen Wert von 53% seien also nochmals kurzzeitige Gewinne möglich, für einen Ausbruch werde es aber auch unter diesem Blickwinkel nicht reichen.
Die Analysten würden dem EURO STOXX 50 in den kommenden Sitzungen zwar noch weitere Gewinne zutrauen, Hinweise für einen Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung könnten sie aber nicht entdecken. (Ausgabe 4 vom 03.08.2012) (03.08.2012/ac/a/m)


