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Fr, 25.05.1220:43

IAEA: Iran könnte Spuren in Forschungsanlage Parchin beseitigen

WIEN (dpa-AFX) - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) befürchtet, dass der Iran verdächtige Spuren eines mögliches Atomwaffenprogramms in einer militärischen Testanlage in Parchin beseitigen könnte. Das wurde in einem am Freitag in Wien versandten Bericht der IAEA deutlich. In Parchin seien lange keine besonderen Aktivitäten beobachtet worden, aber jetzt gebe es rund um die Anlage so viel Betrieb, dass der Verdacht bestehe, eine wirksame Überprüfung solle verhindert werden, heißt es in dem Bericht.

Die IAEA-Kontrolleure fordern schon lange Zugang zu der Anlage in Parchin nahe Teheran, wo nach Einschätzung westlicher Geheimdienste Bestandteile von Atomsprengköpfen getestet werden. Am Montag hatten sich die IAEA und der Iran grundsätzlich geeinigt, dass die Kontrolleure mehr Informationen erhalten. Die Einigung ist aber noch nicht unterzeichnet worden.

In dem IAEA-Bericht heißt es weiter, dass in einer Anlage in Fordo zusätzliche Mengen Uran auf ein Niveau von 20 Prozent angereichert wurden. Die Gesamtmenge dieses Urans soll jetzt bei 94 Kilogramm liegen. Zudem wurden neue Zentrifugen zur Anreicherung aufgebaut.

Sollte der Iran weiter so viel derartiges Uran herstellen und es auf mindestens 80 Prozent anreichern, könnte er Ende des Jahres genug davon haben, um eine Atombombe zu bauen, sagte ein europäischer Diplomat der dpa.

Die Fähigkeit des Irans, Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern, löst in der westlichen Welt Sorge aus, weil es die Möglichkeit zur Herstellung waffenfähigen Urans erhöht. Für Atomwaffen wird das spaltfähige Uran-235 auf mindestens 80 Prozent angereichert. Der Schritt von 20 auf 80 Prozent Anreicherung ist aber nicht mehr so weit. Bisher hatte der Iran sein Anreicherungsniveau offiziell auf 20 Prozent begrenzt. Das sei für die medizinische Forschung nötig, wie es in Teheran heißt.

Die IAEA-Kontrolleure fanden in Fordo zudem auf 27 Prozent angereichertes Uran. Der Iran argumentierte, aus technischen Gründen hätten die Zentrifugen stärker angereichert als geplant. Zwei westliche Diplomaten bezeichneten das als glaubwürdig.

Der Iran bestreitet, dass er plant, eine Bombe zu bauen. Es gehe nur um die friedliche Nutzung der Atomenergie. Bei den Atomverhandlungen in Bagdad in dieser Woche versuchten die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschland vergeblich, den Iran dazu zu bringen, das Forschungszentrum Fordo zu schließen und die Urananreicherung zu beenden./rab/DP/he

Quelle: dpa-AFX

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