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EUR/USD: Aufwärtspotenzial limitiert
München (www.aktiencheck.de) - Die gegenwärtige Grundstimmung an den Währungsmärkten ist von Hoffnung und Skepsis gleichermaßen geprägt, so die Analysten von UniCredit Research.
Nachdem die Marktteilnehmer noch in der letzten Woche angesichts fehlender Aktionen seitens FED und EZB ihre Enttäuschung recht deutlich zum Ausdruck gebracht hätten, würden genau diese beiden Zentralbanken als Hoffnungsträger hinsichtlich besserer globaler Rahmenbedingungen für eine höhere Risikobereitschaft gelten. Der Frust sei verflogen und man erinnere sich an das Wesentliche.
Die EZB betreffend sei dies nach wie vor das starke Pro-Euro-Commitment Draghis, unterfüttert mit der Ankündigung eines neuen Maßnahmenprogramms zu Bondankäufen, und bezogen auf die FED zweifle man kaum noch an einer neuen Runde quantitativer Maßnahmen. Hier werde nunmehr weniger die Frage nach dem "ob" sondern dem "wann" gestellt. Soweit zur Hoffnung, die gleichermaßen dem Euro wie dem globalen Risikobild zugute komme, bzw. dem Dollar kaum eine Möglichkeit zur Entfaltung seines Safe-Haven-Status lasse.
Wenn man den Märkten eine gewisse Ambivalenz unterstelle, dann könne die soeben beschriebene Ausrichtung jedoch nur als Momentaufnahme gewertet werden. Eine Rückkehr der Skepsis, die zur allererst das politische Umfeld innerhalb der Eurozone betreffe, sei ohne weiteres jederzeit möglich. Die Analysten würden insbesondere an die inzwischen recht offen geführte (aber zumeist überflüssige) Diskussion um einen Austritt Griechenlands wie auch an den offenbar noch vor wenigen Monaten unterschätzten Aspekt der Verschuldung spanischer autonomer Regionen denken, welcher mit dazu beigetragen habe, dass zunehmend mehr Marktteilnehmer von einem vollen Bail-Out Spaniens ausgehen würden.
Auch scheine derzeit ungeachtet der beim letzten EU-Gipfel erreichten Ergebnisse und Willensbekundungen eine gewisse politische Distanz zwischen einzelnen Staaten der Eurozone zu entstehen. Für Friede, Freude, Eierkuchen gebe es gewiss passendere Beispiele.
Zur Kursentwicklung von EUR/USD recht wenig beigetragen hätten zuletzt die Bekanntgaben einzelner Konjunkturdaten. Das sei auch gestern der Fall gewesen, als Italien ein erwartet schwaches Q2/2012 BIP veröffentlicht habe und die Produktionsdaten Italiens ebenfalls nicht habe überzeugen können. Gleiches habe für die deutschen Auftragseingänge gegolten. In der Summe jedoch könnten schwächere Konjunkturdaten aus der Eurozone sehr wohl auf die Marktstimmung einwirken. Die deutschen Exporte hätten heute Früh ebenfalls unter den Erwartungen gelegen und sollten heute Mittag auch die deutschen Produktionszahlen enttäuschen, würde EUR/USD vermutlich noch ein Stück weiter von den 1,2400 abrücken. (08.08.2012/ac/a/m)
Quelle: AKTIENCHECK.DE
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