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China: Wirtschaftswachstum schwächt sich weiter ab
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Das chinesische Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal 2012 um 7,6% yoy gewachsen, nach einer Rate von 8,1% yoy im ersten Quartal, so die Analysten der DekaBank.
Dies sei der schwächste Wert seit dem ersten Quartal 2009, doch er liege noch leicht über dem Regierungsziel von 7,5%. Die Analysten hätten einen Anstieg von 7,8% yoy erwartet. Saisonbereinigt habe die Wirtschaft um 1,8% qoq zugelegt, nach abwärtsrevidierten 1,6% qoq im ersten Quartal.
Die Zahlen des ersten Halbjahrs lägen etwas unter den Analysten-Erwartungen, und der weltwirtschaftliche Ausblick habe sich in den vergangenen Monaten eingetrübt. Durch verstärkte geld- und fiskalpolitische Maßnahmen dürfte es der Regierung zwar gelingen, die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte etwas zu beleben. Allerdings dürfte die Entwicklung schwächer ausfallen als bislang von den Analysten unterstellt. Sie würden daher ihre Wachstumsprognose für 2012 von 8,1% auf 7,9% und für 2013 von 8,4% auf 8,0% revidieren.
Die realwirtschaftlichen Zahlen für Juni würden darauf hindeuten, dass sich das Wachstum der Industrieproduktion stabilisiere, allerdings noch nicht wieder anziehe. Die Industrieproduktion sei im Juni um 9,5% yoy gestiegen, nach 9,6% yoy im Vormonat. Eine steigende Dynamik sei dagegen bei den Anlageinvestitionen zu beobachten, was vor allem auf höhere Infrastrukturinvestitionen zurückzuführen sei. Die Anlageinvestitionen seien im Juni um 21,8% yoy gestiegen, nach 21,0% yoy im Mai.
Für eine stärkere Investitionsentwicklung spreche die Belebung der Kreditvergabe, die im Juni von 793 Mrd. CNY (Chinesischer Yuan) auf 919 Mrd. CNY gestiegen sei. Eine weitgehend stabile Entwicklung zeichne sich beim privaten Konsum ab. Den Verbrauchern helfe der deutliche Rückgang der Inflationsrate im Juni von 3,0% auf 2,2%. In den kommenden Monaten dürfte die Teuerung sogar noch weiter nachlassen.
Die schwächere Konjunktur bei gleichzeitig rückläufiger Inflationsrate habe der Notenbank neuen Spielraum für Zinssenkungen eröffnet, den sie in den letzten Wochen bereits zu zwei Schritten genutzt habe. Der einjährige Einlagensatz liege nun bei 3,0%, der einjährige Finanzierungssatz bei 6,0%. Die Notenbank werde nach Einschätzung der Analysten in den kommenden Monaten die Leitzinsen nochmals um 25 BP senken und auch die Mindestreservesätze erneut zurücknehmen. Sie würden eine weitere Belebung der Infrastrukturinvestitionen erwarten, während der Export weiter unter dem schwachen weltwirtschaftlichen Umfeld leiden dürfte und der Wohnungsbausektor bis auf weiteres nicht auf eine Lockerung der bestehenden Restriktionen hoffen könne.
Die Schulden der Zentralregierung von rund 16% des BIP würden den Zustand der öffentlichen Haushalte nur unzureichend widerspiegeln, denn unter Berücksichtigung der Verbindlichkeiten der Lokalregierungen wäre eher ein Stand von 60% anzusetzen. Die geringe Transparenz der Verschuldung von Gebietskörperschaften und Staatsunternehmen sei eine Schwäche im Bonitätsprofil Chinas. Auf der Habenseite stünden der trotz der aktuellen Abkühlung gute Wachstumsausblick und die höchsten Währungsreserven der Welt. (13.07.2012/ac/a/m)
Quelle: AKTIENCHECK.DE
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