Do, 21.06.12 11:20
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Brentölpreis fällt am Morgen auf ein 18-Monatstief von 92 USD je Barrel, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.
Der WTI-Preis handle sogar nur noch knapp über der Marke von 80 USD je Barrel. Für Ernüchterung hätten gestern die Lagerdaten des US-Energieministeriums gesorgt. Die US-Rohöllagerbestände seien in der Vorwoche unerwartet um 2,9 Mio. Barrel auf den höchsten Stand seit knapp 22 Jahren gestiegen.
Angesichts einer sehr hohen Raffinerieauslastung wäre eigentlich ein Lagerabbau bei Rohöl zu erwarten gewesen. Dass dem nicht so gewesen sei, habe an deutlich höheren Rohölimporten und einer gestiegenen US-Ölproduktion gelegen. Letztere habe mit 6,4 Mio. Barrel pro Tag den höchsten Stand seit Januar 1999 erreicht. Dies stehe auch einem Rückgang der Ölvorräte in Cushing entgegen, welche zuletzt wieder um 360 Tsd. Barrel gestiegen.
Die Vorräte an Ölprodukten seien ebenfalls gestiegen, was sich mit der hohen Raffinerieproduktion und mit einer geringeren Nachfrage erkläre. Im Gegensatz zu den Ölvorräten befänden sich die Benzin- und Destillatebestände aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Angesichts der negativen Marktstimmung und des Überangebots dürfte der Druck auf die Ölpreise anhalten. Es liege nun an Saudi-Arabien und den anderen OPEC-Mitgliedern, das Überangebot zurückzuführen, um den Preisverfall zu stoppen. (21.06.2012/ac/a/m)


