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ROUNDUP: Praktiker wirbt für Rettungspaket - 'Es geht ums Überleben'
HAMBURG (dpa-AFX) - Der Vorstand der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker
hat bei den Aktionären mit drastischen Worten um die Zustimmung für sein Rettungspaket geworben. 'Es geht um die Zukunft, oder noch konkreter: Es geht ums Überleben', sagte Vorstandschef Kay Hafner am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Hamburg - der nach seinen Worten wichtigsten Hauptversammlung der Unternehmensgeschichte. Noch dramatischer schilderte Finanzvorstand Markus Schürholz die aus seiner Sicht prekäre Lage des Konzerns. Lehnten die Aktionäre den Sanierungskurs ab, dann drohe dem Unternehmen die Insolvenz. 'Der Wert der Aktie würde wohl gegen Null sinken', sagte er. Am Mittwochvormittag lag das Papier am SDax
-Ende mit über 5 Prozent im Minus bei 1,274 Prozent.
Der Konzern, der durch eine verfehlte Rabattstrategie und schwacher Auslandsmärkte ins Schlingern geraten ist, braucht eine Kapitalspritze von mehr als 200 Millionen Euro. Hafner hofft, dass der größte Einzelaktionär - die zypriotische Finanzgesellschaft Maseltov, die zehn Prozent der Anteile hält - den Sanierungskurs unterstützt. Vor der Hauptversammlung hatten Aktionärsvertreter heftige Kritik an dem geplanten Umbau geäußert und wollten dem Finanzpaket aller Voraussicht nach nicht zustimmen. Die österreichische Fondsmanagerin Isabella de Krassny, die Maseltov sowie die österreichische Privatbank Semper Constantia vertritt, bei der rund 5 Prozent der Anteile liegen, bestritt die drohende Insolvenzgefahr. 'Es wird totgeredet. Das nervt mich', sagte sie der Nachrichtenagentur dpa am Rande der Hauptversammlung.
Praktiker-Vorstandsvorsitzender Hafner war im Mai vom Aufsichtsrat auf den Chefsessel des Baumarktkonzerns gewechselt. Der bis dahin amtierende Vorstandschef Thomas Fox sowie der für die Restrukturierung verantwortliche Vorstand Josef Schultheis hatten zuvor den Rückhalt für das von ihnen favorisierte Sanierungskonzept verloren und mussten zurück treten. Das neue, abgespeckte Konzept sieht vor, 120 der 234 Praktiker-Märkte auf die angesehenere Schwestermarke Max Bahr umzuflaggen. Max Bahr (aktuell 78 Filialen) solle zur 'Hauptvertriebslinie in Deutschland' weiterentwickelt werden, erklärte Hafner. 'Max Bahr ist der wichtigste Anker für das Inlandsgeschäft.' Die Marke Praktiker solle aber - mit der Strategie 'Weg vom Preisaktionismus' - zukunftsfähig gemacht werden. Der Praktiker-Konzern schrieb im vergangenen Jahr rund eine halbe Milliarde Euro Verlust. 2014 will er wieder schwarze Zahlen ausweisen.
Im September soll der Umzug des Konzernsitzes vom saarländischen Kirkel nach Hamburg abgeschlossen sein. Auch dazu sollten die Aktionäre grünes Licht geben./ran/DP/she
Quelle: dpa-AFX
| Name | Aktuell | Diff.% | Börse |
|---|---|---|---|
| PRAKTIKER AG INHABER-AKTIEN O.N. | 1,061 | -0,38% | Xetra |
| SDAX PERFORMANCE-INDEX | 5.976,29 | +0,24% | Xetra |