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EU lässt Verfahren und Zeitplan bei Zinsskandal offen
BRÜSSEL (dpa-AFX) - Bei ihren Vorermittlungen zu einem möglichen 'Zinskartell' europäischer Großbanken lassen die EU-Wettbewerbshüter nächste Schritte offen und verweigern einen Zeitplan. 'Wir können kommende Etappen nicht vorwegnehmen', sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Freitag in Brüssel.
Almunia habe bei einer Rede in Lissabon noch einmal bekräftigt, dass die EU-Kartellexperten zu angeblichen Manipulationen bei den standardisierten Zinssätzen Libor, Euribor und Tibor mit besonderer Aufmerksamkeit ermitteln. Der Euribor ist der Zinssatz, den europäische Banken untereinander beim Handel von Einlagen verlangen. Der Libor gilt für den Finanzplatz London, der Tibor für Tokio.
'Falls unsere Bedenken bestätigt werden, werden wir handeln, um diese Geschäftspraktiken zu beenden und einen Kulturwandel in der Bankenbranche einzuleiten', sagte Almunia. Weder Almunia noch sein Sprecher gaben Hinweise darauf, wann förmliche EU-Kartellverfahren gegen die Geldhäuser eröffnet werden könnten. Falls sich die Wettbewerbshüter zu diesem Schritt entschließen sollten und sie ihre Vorwürfe am Ende beweisen können, drohen den Banken hohe Bußgelder von bis zu 10 Prozents ihres Umsatzes./cb/DP/enl
Quelle: dpa-AFX
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