Mo, 30.07.12 12:28
BERLIN (dpa-AFX) - Der britische Ex-Premierminister Tony Blair hat Deutschland aufgerufen, den Euro zu retten und dabei auch unangenehme Kompromisse einzugehen. Die gegenwärtige Krise sei von existenzieller Bedeutung für Europa, schreibt Blair in einem Gastbeitrag für die 'Bild'-Zeitung (Montag).
'Die heutige Generation von Politikern ist wiederkehrende Krisen gewohnt, die sich am Ende von alleine lösen. Doch diese Krise ist anders. Sie ist für uns eine neue Erfahrung, am ehesten noch vergleichbar mit der Situation in den 1930er-Jahren', schreibt Blair, der von 1997 bis 2007 regierte. 'Sämtliche Alternativen sind unschön. Aber die beste dieser Alternativen für Europa, und insbesondere für Deutschland besteht darin, den Euro zu retten.' So müsse die Bundesrepublik der Vergemeinschaftung von Schulden zustimmen.
Aus Sicht des Labour-Politikers ist das Dilemma für Deutschland offensichtlich: 'Den Euro jetzt aufzugeben, wäre eine Katastrophe; und zwar wirtschaftlich, nicht nur politisch. Um aber die Währungsunion zu 'retten', verlangt man Deutschland ab, Rettungsschirme zu finanzieren, eine eigene Inflation herbeizuführen und für die Schulden jener Länder einzustehen, die die notwendigen Reformen nicht umgesetzt haben.' Es sei nicht verwunderlich, dass die Menschen in Deutschland dies nur ungern täten./kr/DP/hbr


