Mi, 11.07.12 20:52
NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben nach einem für viele Marktteilnehmer eher enttäuschenden Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed ihre Verluste deutlich ausgeweitet. Der Dow Jones Industrial
'Der Aktienmarkt hat heute definitiv auf eine neue Runde der geldpolitischen Lockerung gehofft', sagte ein Marktstratege. In dem Sitzungsprotokoll der obersten Währungshüter der USA fanden sich jedoch auch diesmal keinerlei konkrete Hinweise auf eine solche Maßnahme. Angesichts der schwachen Konjunkturaussichten in den USA hoffen viele Investoren auf eine entscheidende Intervention der Fed. Den Angaben zufolge aber halten derzeit lediglich zwei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses weitere Anleihenkäufe für angemessen. Zwei weitere Mitglieder sehen die Notwendigkeit erst bei einem ausbleibenden Fortschritt bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und steigenden Abwärtsrisiken für die Konjunktur.
Ein solches Programm ist aus Sicht einer steigenden Zahl von Marktteilnehmern aber notwendig, um die US-Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. An den US-Börsen wird derzeit mit einer eher mauen Berichtssaison für das zweite Quartal gerechnet. Zudem hatten am Vortag die Chipkonzerne die Anleger mit schlechten Aussichten erschüttert.
Nachdem der Aluminiumkonzern Alcoa
zum Wochenstart die neue Berichtssaison eingeläutet hatte, stehen auf der Agenda zur Wochenmitte Chevron
und die US-Hotelkette Marriot
rückten um 0,82 Prozent vor. Laut Börsianern kommt den Titeln auch der zuletzt wieder gestiegene Ölpreis zugute.
Im Dow konnten die Papiere des Flugzeugherstellers Boeing
nicht von einem neuerlichen Großauftrag profitieren. Das Unternehmen hatte mit dem irischen Flugzeugfinanzierer Avolon einen weiteren Käufer für seinen neuen, spritsparenden Mittelstreckenflieger 737-MAX sowie für zehn herkömmliche 737-NG an Land gezogen, wie auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bekannt geworden war. Die Boeing-Aktie gehörte gleichwohl mit einem Abschlag von 2,28 Prozent auf 71,55 US-Dollar zu den größten Verlierern unter den wichtigsten Standardwerten. Bei Alcoa stand ein Minus von 0,71 Prozent zu Buche.
Mit einem Plus von 3,84 Prozent katapultierten sich die Papiere des Textilhändlers Abercrombie & Fitch
an die Spitze des S&P 500. Hier versetzte ein Pressebericht über ein Aktienrückkaufprogramm die Anleger in Kauflaune. Zeitweilig hatte der Aufschlag über sieben Prozent betragen.
Die im Nasdaq 100 notierten Papiere von Amazon
konnten ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und verloren zuletzt 1,59 Prozent. Zunächst hatten Presseberichte den Titel gestützt, wonach sich die Anzeichen für ein Smartphone des Unternehmens verdichteten. Der Online-Händler teste gemeinsam mit Zulieferern in Asien ein Gerät, schrieb das 'Wall Street Journal'. Die Massenproduktion könnte Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres beginnen, hätten hochrangige Mitarbeiter der Amazon-Partner dem Blatt gesagt. Der Handelsriese hat mit dem E-Reader Kindle und dem Tablet- Computer Kindle Fire bereits zwei eigene Geräte auf dem Markt./tav/he


