Mi, 01.08.12 16:56
ESSEN/MADRID (dpa-AFX) - Der hoch verschuldete spanische Baukonzern und Hochtief
-Großaktionär ACS
hat den größten Teil seines Anteils am deutschen Baukonzern verpfändet. Als Pfand seien rund 30 Prozent der Aktien an die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria S.A. (BBVA ) gegangen, teilte Hochtief am Mittwoch mit.
ACS kontrolliert derzeit gut 54 Prozent an Hochtief, davon gehören 4,2 Prozent dem Essener Unternehmen selbst. Im vergangenen Jahr hatte der spanische Konkurrent nach einem Abwehrkampf der Essener die Mehrheit an Hochtief übernommen. Dies war jedoch nur mit den selbst von Hochtief gehaltenen Aktien gelungen.
Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass es sich dabei um einen 'rein technischen Vorgang' handelt. ACS habe die Hochtief-Aktien als Sicherheit benutzt, um einen auslaufenden Kredit zu refinanzieren und zu erneuern. Dieser Kredit sei erfolgreich bis 2015 verlängert worden. Im Grunde habe sich nichts geändert, hieß es. Nur die Aktien, die als Sicherheit dienten, seien nun andere.
Der spanische ACS-Konzern sitzt seit Jahren auf einem riesigen Schuldenberg, der durch die Übernahme von Hochtief noch größer geworden ist. Insgesamt legten die Spanier für das Hochtief-Aktienpaket nach Schätzung von Experten rund 2,6 Milliarden Euro auf den Tisch.
Seit der Mehrheitsübernahme durch ACS hat der vor allem durch Probleme bei der australischen Tochter Leighton tief in die Verlustzone gerutschte Essener Baukonzern auf die Zahlung einer Dividende verzichtet. Auch in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres hatte Hochtief weiter rote Zahlen geschrieben.
Nach dem jüngsten Quartalsbericht waren die Nettoschulden von ACS in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 19,2 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro gestiegen. ACS führte die Zunahme in erster Linie auf die Verbindlichkeiten der Hochtief-Tochter Leighton zurück.
Die 'New York Times' präsentierte den Konzern kürzlich als ein Musterbeispiel für die hohe Verschuldung der spanischen Privatwirtschaft. Konzernchef Florentino Pérez kündigte an, dass ACS Schulden abtragen und sich stärker auf den Kernbereich des Bau- und Infrastruktursektors konzentrieren werde. Dazu sollten verschiedene Unternehmensbeteiligungen abgegeben werden. Aufgrund der Krise im spanischen Bausektor baute ACS sein Engagement im Ausland kräftig aus. Die Übernahme von Hochtief war ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie./uta/mne/hk/DP/fn



