Mo, 06.08.12 14:51
FRANKFURT (dpa-AFX) - Gute Nachrichten aus Griechenland haben den Dax
Die griechische Regierung einigte sich am Sonntag mit den internationalen Kreditgebern auf die Eckpunkte eines weiteren, milliardenschweren Sparpakets. Dass der spanische Ministerpräsident ein Gesuch für weitere Rettungshilfen nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen hatte, habe zudem Hoffnungen auf baldige und energische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) wie den Kauf spanischer Anleihen genährt, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Zuletzt ließ der Wirtschaftsminister aber wissen, vorerst keine weiteren Einsparungen zum notwendigen Schuldenabbau zu benötigen. Dies spiegelte sich auch in den leicht rückläufigen Renditen für Staatsanleihen der Euro-Problemländer wider: So fiel etwa in Spanien die Rendite für zehnjährige Papiere weiter von der als kritisch erachteten Sieben-Prozent-Marke zurück.
HOCHSTUFUNGEN STÜTZEN ALLIANZ UND AUTOS
Bei Einzelwerten sorgten zum Wochenauftakt vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Die Titel des Versicherers Allianz
sprangen mit plus 2,06 Prozent auf einen der vorderen Plätze im Dax. Die US-Bank JPMorgan hatte sie mit Blick auf die jüngsten Zahlen hochgestuft und empfiehlt nun eine Übergewichtung. Die Experten von Goldman Sachs äußerten sich ebenfalls positiv zu dem Versicherungswert.
Auch die Autowerte legten zu, nachdem die Investmentbank Cheuvreux den Sektor auf 'Übergewichten' hochgestuft hatte. BMW
gewannen als Dax-Spitzenreiter 2,80 Prozent. Dahinter ging es für die VW-Vorzüge
und Daimler
um 1,98 beziehungsweise 1,60 Prozent hoch. Da der Euro-Dollar-Wechselkurs die Bodenbildung hinter sich habe und die Renditen sicherer Staatsanleihen nicht weiter sinken dürften, sollten die Aktienkurse weltweit noch vor Ende September aus ihrer Konsolidierungsbandbreite ausbrechen, hieß es. Daher sollten Anleger ihr Portfolio wieder etwas risikoreicher ausrichten und stärker in zyklische Wachstumsbranchen wie den Autosektor investieren.
CONTI, STAHLWERTE HÖHER - ABSCHREIBUNGEN BELASTEN UNITED INTERNET
Das half im MDax auch den Titeln des Zulieferers Continental
, für die zudem die DZ Bank den fairen Wert anhob und die Kaufempfehlung bestätigte: Sie gewannen 2,79 Prozent. Die zyklischen Stahlwerte legten ebenfalls zu: ThyssenKrupp
stiegen um 2,73 Prozent und Salzgitter
sogar um 5,34 Prozent. Dagegen bremsten beim Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo)
zwei Kurszielsenkungen, so dass die Aktien nur ein Plus von 0,83 Prozent schafften. Die Bayer-Titel
gehörten mit minus 1,11 Prozent zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex. Der Chemie- und Pharmakonzern sieht zwar Spielraum für eine Dividendenerhöhung, falls das Geschäft weiter brummt. Händlern zufolge rechnen die Anleger aber bereits vorher mit einer steigenden Ausschüttung an die Aktionäre.
Bei den Technologiewerten ging es für United Internet
nach der Ankündigung von Abschreibungen um 2,07 Prozent bergab. Der Internetdienstleister muss wegen der Probleme bei der Internetwerbe-Tochter Sedo Abschreibungen von 46,3 Millionen Euro vornehmen. Auch wenn es sich hier nur um eine einmalige Belastung handele, drücke das die Papiere ins Minus, sagte ein Händler./gl/ajx
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---


