Fr, 20.07.12 18:22
PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Mit der sich zuspitzenden Situation am spanischen Anleihenmarkt sind am Freitag auch Europas Börsen ins Trudeln geraten. Nach zwei freundlichen Handelstagen ging der EuroStoxx 50
Zunächst hatten am Morgen eher noch moderate Gewinnmitnahmen das Börsengeschehen bestimmt. Als dann gegen Mittag die schlechten Nachrichten vom spanischen und italienischen Anleihenmarkt die Runde machten, gingen die Indizes allerorts in die Knie. In Spanien stieg der Risikoaufschlag für heimische Staatsanleihen zu deutschen Papieren mit zehnjähriger Laufzeit auf einen Rekordwert und die Zehnjahresrendite kletterte wieder über die kritische Marke von sieben Prozent. In Italien stieg der Effektivzins für entsprechende Anleihen auf mehr als sechs Prozent. Ein Händler sagte, dass dies die Problematik Europas und seiner Sorgenkinder wieder zurück auf die Agenda bringe. Zudem sei an diesem Freitag ein kleiner Verfallstermin - also auf Aktien und Aktienindizes -, der sich ebenfalls bemerkbar gemacht habe.
Die Kurse im Eurostoxx 50 standen einheitlich im roten Bereich. Im Branchenvergleich innerhalb des Stoxx600 hielten sich die Touristik-
rutschten um 8,82 Prozent auf 9,10 Euro ab. Papiere der spanischen Geldinstitute BBVA
und Banco Santander
gaben jeweils um mehr als sieben Prozent nach.
Derweil zeigte sich, dass auch die bisher recht freundlich verlaufene Berichtssaison durchaus noch für Überraschungen gut ist. So verfehlte der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone
wegen eines schwachen Geschäfts in Südeuropa im ersten Quartal des Geschäftsjahres die Umsatzerwartung. Die Papiere verbilligten sich um 1,67 Prozent auf 180 Britische Pence. Die Experten von S&P Equity senkten ihre Einstufung für den Titel von 'Buy' auf 'Hold' und kappten das Kursziel von 200 auf nunmehr 190 Pence.
In Schweden sorgten Geschäftszahlen hingegen für Auftrieb beim Scania-Kurs
. Der Auftragseingang beim zu VW
gehörenden Lkw-Produzenten war im zweiten Quartal weniger eingebrochen als befürchtet. Die Papiere stiegen um knapp vier Prozent.
Dem negativen Markttrend entziehen konnten sich auch die Papiere des niederländischen Brauereikonzerns Heineken
, der für umgerechnet rund 4,1 Milliarden Dollar weitere Anteile an dem Bierbrauer Asia Pacific Breweries (APB) aus Singapur übernehmen will. Die Heineken-Aktien verteuerten sich um 0,78 Prozent./tav/he


