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CEE-Bankensektoren: gute Performance in herausfordernden Zeiten
Wien (www.aktiencheck.de) - "Trotz der aktuellen Turbulenzen in der Eurozone, die auch Auswirkungen auf Zentral- und Osteuropa (CEE) haben, erweisen sich die Bankenmärkte in CEE als robuster als ursprünglich erwartet. Vor allem Polen und Russland entwickelten sich solide und sind daher die attraktivsten Bankenmärkte der Region", erklären die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) und der Raiffeisen Centrobank AG (RCB) in der neuesten Ausgabe der jährlich erscheinenden CEE-Bankensektorstudie von Raiffeisen Research mit dem Titel "Performing in challenging times".
"Wenn wir von der Bankenindustrie in CEE und ihrem zukünftigen Wachstumspotenzial sprechen, müssen wir ihre Größe mit der Eurozone vergleichen. Nominell betrachtet und zu aktuellen Marktpreisen entspricht das gesamte Bruttoinlandsprodukt (BIP) der CEE-Region ca. 27 Prozent der Eurozone. Die gesamten Kredite dieser Region machen aber nur 9 Prozent des Gesamtkreditvolumens innerhalb der Eurozone aus", erkläre Peter Brezinschek, Chefanalyst von Raiffeisen Research, das Potenzial der Banksektoren in CEE.
Ende 2011 habe die Gesamtbilanzsumme der Banken in CEE EUR 2.068 Mrd. betragen, verglichen mit EUR 1.846 Mrd. zum Jahresende 2010, was 7,7 bzw. 7,2 Prozent des Werts der Eurozone entsprochen habe. Die Gesamtbilanzsumme sei somit niedriger als die einzelner Großbanken, wie zum Beispiel der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) mit EUR 2.164 Mrd. zum Ultimo 2011.
Die Bankensektoren in CEE seien 2011 insgesamt profitabler geworden. Der durchschnittliche Return on Equity sei 2011 auf 12,8 Prozent gestiegen, während er 2010 noch 10,4 Prozent betragen habe. Brezinschek: "Die steigende Profitabilität der Bankensektoren in CEE wurde insgesamt deutlich von der Stabilisierung der Not leidenden Kredite (NPL) in der gesamten CEE-Region unterstützt." Bezüglich der Profitabilität hätten sich die Bankensektoren Russlands, Polens und der Tschechischen Republik 2011 als die attraktivsten Märkte erwiesen. Der Return on Equity des gesamten Bankensektors in der CEE-Region im herausfordernden Jahr 2011 bestätige die Ansicht der Analysten, dass in den Bankensektoren des CEE-Raums auf mittlere Sicht und über den Konjunkturzyklus hinweg ein Return on Equity von rund 15 Prozent und ein Return on Assets von rund 1,5 Prozent erzielbar sei.
Laut den Analysten hätten sich die Bankensektoren in CEE 2011 sehr robust gezeigt. Das Kreditwachstum sei gegenüber dem Vorjahr mit einer Steigerung von 19 Prozent in lokalen Währungen und von 13 Prozent in Euro gesund geblieben. Dieser Zuwachs sei einem ebenfalls guten Kreditwachstum 2010 gefolgt. Das Wachstumspotenzial der CEE-Bankenmärkte werde durch das kumulierte reale Kreditwachstum 2009 bis 2011 von ca. 25 Prozent (VPI-deflationiert) untermauert, während sich der entsprechende Wert für die Eurozone auf ca. 1 Prozent belaufe. Grundsätzlich sei festzuhalten, dass sich das Kreditwachstum in der CEE-Region, das im Zeitraum vor der Krise sehr hoch gewesen sei, auf einen "neuen Normalwert" eingependelt habe.
Viele Bankensektoren in CEE hätten ihre Widerstandskraft verbessert, indem sie die Loan-to-deposit-Ratios gesenkt hätten. "Seit 2009 wuchsen die neuen Einlagen im CEE-Raum stärker als die Kredite: die Einlagenbasis legte 2009 bis 2011 auf kumulierter Basis um ca. 38 Prozent zu, während die Gesamtkreditsumme um ca. 25 Prozent zurückging. Obwohl daher in den meisten Märkten in den letzten 24 bis 36 Monaten die Loan-to-deposit-Ratios insgesamt zurückgingen, gibt es innerhalb der Teilregionen noch immer gewisse Unterschiede bei der Loan-to-deposit-Ratio und der Bilanzliquidität", so Gunter Deuber, Leiter CEE Research von Raiffeisen Research. Er sehe die derzeit gesunden Trends bei der Einlagengenerierung positiv, da das künftige Wachstum des Bankensektors stark davon abhängig sein werde. Auf Basis dieser Entwicklung erwarte Deuber, dass die Region weniger verwundbar für externe Erschütterungen sein werde als 2008/2009.
Die erfolgreichsten Bankensektoren der Region, die von den Analysten von Raiffeisen Research bereits in der CEE-Bankensektorstudie des Vorjahrs als Hochwachstumsmärkte identifiziert worden seien, würden 80 Prozent des gesamten Bankenmarkts in CEE repräsentieren. Diese Länder, nämlich Russland, Polen, die Tschechische Republik, die Slowakei, Rumänien, Serbien und Albanien, hätten mit einem durchschnittlichen Kreditwachstum von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr (in Euro) auch 2011 sehr gute Ergebnisse erzielt.
Im Gegensatz dazu hätten die restlichen Länder, auf die 20 Prozent des CEE-Bankenmarkts entfallen würden, 2011 mit einem mehr oder weniger unveränderten durchschnittlichen Kreditwachstum bescheidenere Ergebnisse gezeigt. Laut den Analysten sollte diese unterschiedliche Performance eine Zeitlang anhalten. Trotz dieser Entwicklungen sei das Unternehmens- und Hypothekarkreditwachstum auch in den CEE-Bankmärkten, die 2011 kein starkes Gesamtkreditwachstum ausgewiesen hätten, auf einem gesunden Niveau geblieben. Das bedeute, dass diese beiden Geschäftssegmente in fast allen CEE-Märkten noch Wachstumspotenzial aufweisen würden.
Grundsätzlich hätten die Analysten keine Anzeichen für eine Kreditklemme im CEE-Raum festgestellt. "Es gibt nur einige wenige Länder, die vor der Krise rasant wuchsen, in denen das Kreditwachstum jetzt gedämpft bleibt", so Deuber.
Die gute Performance des CEE-Bankensektors sei durch die Erreichung eines Höchststands der NPL-Quote in den großen CEE-Märkten Tschechische Republik, Polen, Russland, Slowakei und Ukraine unterstützt worden. Auf der anderen Seite sei es den meisten SEE-Ländern sowie den CE-Ländern Ungarn und Slowenien 2011 nicht gelungen, dem Trend entsprechend die Qualität ihrer Aktiva zu verbessern. Insgesamt habe sich die NPL-Quote in der CEE-Region 2011 bei etwas unter 7 Prozent stabilisiert.
Generell müsse betont werden, dass die CEE-Bankensektoren im Vergleich zu denen der Eurozone recht klein seien. "Da derzeit das gesamte Kreditvolumen der CEE-Bankensektoren nur 9 Prozent der gesamten Kreditbestände der Eurozone ausmacht, überrascht es nicht, dass die NPL-Bestände allein in Spanien doppelt so hoch sind wie im gesamten CEE-Raum", so Deuber.
Die Analysten von Raiffeisen Research würden das größte Wachstumspotenzial in Russland und Polen sehen, die gemeinsam 60 Prozent des Bankensektors in CEE ausmachen würden. Das spiegle sowohl die absolute Größe der beiden Märkte als auch ihr zu erwartendes nachhaltiges nominelles jährliches Kreditwachstum wider, das für 2012 bis 2016 voraussichtlich zweistellig sein werde. Laut diesen Prognosen werde Russland zwischen 2012 und 2016 ein durchschnittliches jährliches Kreditwachstum von 15,3 Prozent erzielen, das sich in einer Erhöhung der Kreditbestände um EUR 578 Mrd. niederschlagen werde.
Das durchschnittliche jährliche Kreditwachstum in Polen werde im selben Zeitraum voraussichtlich 14,6 Prozent betragen, wobei dieses Wachstum zu einer Zunahme des Kreditbestands um EUR 170 Mrd. im polnischen Bankensektor führen sollte. Betrachte man diese Zahlen im Zusammenhang mit dem aktuellen Kreditbestand in CEE in Höhe von EUR 1.195 Mrd., werde das enorme Potenzial von Polen und Russland offenkundig.
Société Générale (ISIN FR0000130809/ WKN 873403), UniCredit (ISIN IT0004781412/ WKN A1JRZM), RBI (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) und Sberbank (ISIN US80585Y3080/ WKN A1JB8N), die alle über hohe Aktiva in CE (außer in Ungarn und Slowenien) und/oder Russland verfügen würden, könnten ihre Konkurrenten in Bezug auf Kreditwachstum und Qualität der Aktiva übertreffen. "Das Ranking der Top 10 nach Aktiva steht unter dem starken Einfluss von M&A-Transaktionen: So machte zum Beispiel die Übernahme der Polbank, einer früheren Filiale der EFG Eurobank (ISIN GRS323013003/ WKN 919700), die RBI zur zweitgrößten westlichen Bank in CEE nach der UniCredit", erklärt Stefan Maxian, Chefanalyst der Raiffeisen Centrobank.
Die Akquisition der Kredyt Bank habe die spanische Santander (ISIN ES0113900J37/ WKN 858872) unter die Top 10 gebracht. Während sich die russische VTB (ISIN US46630Q2021/ WKN A0MQ3G) auf Zukäufe in ihrem Heimatmarkt Russland konzentriert habe, habe die Sberbank 100 Prozent der österreichischen Volksbank International und damit eine Präsenz in sieben CEE-Ländern gekauft. Maxian gehe davon aus, dass sich die Konsolidierungswelle fortsetzen werde, glaube aber nicht, dass das M&A-Volumen von 2011 in den nächsten zwölf Monaten erreicht werden könne. (06.06.2012/ac/a/m)
Quelle: AKTIENCHECK.DE
| Name | Aktuell | Diff.% | Börse |
|---|---|---|---|
| BANCO SANTANDER S.A. ACCIONES NO .. | 467,50 | +2,52% | London Stock Exchange |
| DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N. | 37,51 | +2,64% | Xetra |
| EUROBANK ERGASIAS S.A. NAMENS-AK .. | 0,655 | +10,83% | Athens Stock Exchange |
| RAIFFEISEN BANK INTERNAT. AG | 27,35 | +1,60% | Wiener Börse |
| SBERBANK ROSSII OAO REG.SHS (SP. .. | 13,47 | +2,67% | London Stock Exchange |
| SOCIÉTÉ GÉNÉRALE S.A. ACTIONS PO .. | 31,50 | +2,39% | NYSE Euronext Paris |
| UNICREDIT S.P.A. AZIONI NOM. O.N. | 4,32 | +0,70% | Mailand |
| VTB BANK REG. SHS (GDRS REG. S) .. | 2,92 | +2,67% | London Stock Exchange |
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