Do, 26.07.12 13:23
MADRID (dpa-AFX) - Die spanische Großbank Santander
bekommt die Probleme auf dem Heimatland immer stärker zu spüren. Während das Institut bisher die Verluste durch die spanische Krise dank ihres starken Geschäfts im Ausland relativ gut wegstecken konnte, schlug die Rezession in dem Land jetzt voll zu. Im zweiten Quartal schrammte die Bank nur knapp an einem Verlust vorbei. Der Überschuss brach um 93 Prozent auf 100 Millionen Euro ein, wie das Institut am Donnerstag in Madrid mitteilte.
Analysten hatten nicht mit einem solchen Rückgang gerechnet. Dennoch legte die Aktie bis zum frühen Nachmittag mehr als 5 Prozent zu. Beobachter lobten den offensiven Umgang der Bank mit den Risiken und das Bemühen, die Bilanz aufzuräumen und wetterfest zu machen.
Santander legte weitere 2,78 Milliarden Euro für faule Immobilienkredite zurück. Nach eigenen Angaben hat die Bank nun 70 Prozent der Auflagen zur Bereinigung von Bilanzrisiken erfüllt. Damit will die spanische Regierung Vertrauen in den angeschlagenen Bankensektor des Landes schaffen. Das größte Problem sind aber weniger die international breit aufgestellten Großbanken Santander und BBVA
, sondern vor allem der Sparkassensektor, zu dem die erst vor kurzem vom Staat gerettete Bankia zählt.
Der Anteil fauler Kredite stieg bei Santander in den vergangenen drei Monaten von 3,98 Prozent auf 4,11 Prozent. Insgesamt stuft die Bank nun ein Kreditvolumen 5,45 als Ausfall ein. Neue Sorgen bereitet neben den Problemen auf dem Heimatmarkt inzwischen auch das Brasilien-Geschäft. Dort scheint die Zeit des Kreditbooms vorbei und Santander erhöhte die Vorsorge für faule Darlehen deutlich. Auch das britische Geschäft läuft eher schleppend./enl/zb


