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Di, 24.07.12 20:26

Börsen in Europa-Schluss: Deutliche Abschläge, Euro-Krise belastet

Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Börsen mussten am Dienstag deutliche Abschläge hinnehmen. Hintergrund der Kursverluste sind negative Nachrichten im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor 1,27 Prozent auf 2.151,54 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) gab um 0,57 Prozent nach auf 2.378,54 Zähler. Die europäischen Länderbörsen notierten mehrheitlich im Minus.

Die amerikanische Ratingagentur Moody`s gab am späten Montag bekannt, dass sie den Ausblick für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg gesenkt hat, während das Rating und der Ausblick für Finnland bestätigt wurden. So wurde der Ausblick für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg von "stabil" auf "negativ" nach unten korrigiert. Bei der Kreditwürdigkeit sind die drei Länder noch mit der Bestnote "Aaa" bewertet. Als Gründe für den schlechteren Ausblick nannte die Ratingagentur einerseits die zunehmende Unsicherheit hinsichtlich des Ausgangs der Euro-Schuldenkrise und die steigenden Risiken, die sich aus dem immer wahrscheinlicher werdenden Austritt Griechenlands aus der Eurozone ergeben. Dabei wurde insbesondere auf die Auswirkungen auf die Euro-Mitgliedsstaaten Spanien und Italien verwiesen. Darüber hinaus könnten, selbst wenn ein solches Szenario nicht eintritt, weitere Hilfen für andere Euro-Staaten nötig sein (wiederum vor allem Spanien und Italien), die wiederum größtenteils von Staaten mit einer sehr guten Bonität zu stemmen wären.

Der öffentliche Schuldenstand ist derweil im ersten Quartal 2012 nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat sowohl im Euroraum (ER17) als auch in der EU27 angewachsen. Am Ende des ersten Quartals 2012 belief sich der öffentliche Schuldenstand als Prozent des BIP im ER17 auf 88,2 Prozent, verglichen mit 87,3 Prozent am Ende des vierten Quartals 2011. In der EU27 stieg der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis zum BIP von 82,5 auf 83,4 Prozent an.

In Großbritannien ging es für Imperial Tobacco (ISIN GB0004544929/ WKN 903000) um nicht vom Fleck. Der Tabakkonzern konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen Umsatzanstieg vorweisen. Der Zigarettenabsatz verringerte sich hingegen angesichts der rückläufigen Nachfrage in einigen Kernmärkten. An der Spitze des FTSE 100 rückten CRODA um 6,1 Prozent vor, während Glencore am Ende um 2,3 Prozent nachgaben. Man Group (ISIN GB00B28KQ186/ WKN A0M6E8) rauschten im breiten Markt um 4,1 Prozent in die Höhe. Der Hedgefonds-Anbieter musste im abgelaufenen Geschäftshalbjahr aufgrund der Marktturbulenzen einen deutlichen Ergebnisrückgang verbuchen.

Das Geschäftsklima im französischen Verarbeitenden Gewerbe hat sich im Juli nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INSEE verschlechtert. So verringerte sich der entsprechende saisonbereinigte Stimmungsindex auf 87 Punkte. Für den Vormonat war noch ein Indexstand von 89 Punkten ermittelt worden. Im Leitindex CAC 40 rückten Cap Gemini als bester Wert um 2,5 Prozent vor. Auf dem letzten Platz gaben Peugeot 4,1 Prozent nach. Dahinter folgten STMicroelectronics (ISIN NL0000226223/ WKN 893438) mit einem Abschlag von 3,7 Prozent. Der größte Chip-Hersteller in Europa musste im zweiten Quartal einen Verlust einfahren und enttäuschte zudem mit einem negativen Ausblick.

In der Schweiz rückten Swatch Group (ISIN CH0012255151/ WKN 865126) an der Indexspitze um 2,3 Prozent vor. Der Uhrenhersteller hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr 2012 um 25 Prozent gesteigert. Zudem erreichte der Bruttoumsatz einen neuen Rekordwert. Bei den Aussichten für den weiteren Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr zeigte man sich zuversichtlich. Daneben verbesserten sich ABB (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) auf Platz drei um 0,9 Prozent. Der Industriekonzern hat einen Großauftrag aus dem Oman erhalten. Der Auftragswert wurde auf über 100 Mio. US-Dollar beziffert. Die rote Laterne wurde unterdessen von Zurich mit einem Abschlag von 1,6 Prozent getragen.

KPN (ISIN NL0000009082/ WKN 890963) verloren 7,3 Prozent an Wert. Die Telefongesellschaft verzeichnete im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang. Zurückzuführen war dies auf schwierige Marktbedingungen auf dem Heimatmarkt. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Der Gesamtumsatz war ebenfalls leicht rückläufig. Zudem wurde die Dividendenplanung gesenkt. TomTom (ISIN NL0000387058/ WKN A0ET88) schossen daneben um 10,8 Prozent nach oben. Der Navigationsgerätehersteller musste im zweiten Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang ausweisen, konnte jedoch in die Gewinnzone zurückkehren. Für das laufende Fiskaljahr wurde die Prognose bestätigt.

Die Aktie von Telenor (ISIN NO0010063308/ WKN 591260) gab um 2,7 Prozent nach. Die norwegische Telefongesellschaft wies im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang aus. Der Umsatz wurde aber gesteigert. Norsk Hydro (ISIN NO0005052605/ WKN 851908) tendierten 2,5 Prozent leichter. Der Öl- und Aluminiumkonzern hat im zweiten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat, was auf hohe Sonderbelastungen, negative Währungseffekte sowie niedrige Aluminiumpreise zurückzuführen ist.

Volvo (ISIN SE0000115446/ WKN 855689) fuhren schließlich um 1,1 Prozent hinterher. Der Lkw-Hersteller musste im zweiten Quartal angesichts rückläufiger Absätze bei Nutzfahrzeugen einen Gewinnrückgang ausweisen. Im Bereich Finanzdienstleistungen konnte der operative Gewinn jedoch gesteigert werden. Für das laufende Fiskaljahr geht Volvo bei Nutzfahrzeugen von einem weiterhin schwierigen Marktumfeld in Europa aus. In Nordamerika erwartet man jedoch eine steigende Nutzfahrzeugnachfrage.

Italien wies beim Handel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union im Juni nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat einen Überschuss aus. So belief sich der Aktivsaldo der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 1,52 Mrd. Euro, gegenüber einem Defizit in Höhe von 1,39 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei zogen die Exporte auf Jahressicht um 12,4 Prozent auf 16,18 Mrd. Euro an, während die Importe um 7,1 Prozent auf 14,66 Mrd. Euro nachgaben.

Die spanischen Erzeugerpreise haben sich im Juni nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE mit abgebremstem Tempo erhöht. Im Vorjahresvergleich verringerte sich die Teuerungsrate auf 2,5 Prozent, nachdem sie im Mai noch bei 3,2 Prozent gelegen hatte. Binnen Monatsfrist sanken die Preise auf Produzentenebene um 0,5 Prozent, gegenüber einem Preisrückgang um 0,2 Prozent im Mai.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.151,54 (-1,27 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.378,54 (-0,57 Prozent) FTSE 100 (London): 5.499,23 (-0,63 Prozent) CAC40 (Paris): 3.074,68 (-0,87 Prozent) MIB (Mailand): 12.362,51 (-2,71 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 5.956,30 (-3,58 Prozent) SMI (Zürich): 6.174,89 (-0,09 Prozent) ATX (Wien): 1.893,41 (-0,27 Prozent) (24.07.2012/ac/n/m)

Quelle: AKTIENCHECK.DE

Werte in diesem Artikel
Name Aktuell Diff.% Börse
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ABB LTD. NAMENS-AKTIEN SF 1,03 21,42 +0,05% SIX Swiss Exchange
ESTX 50 INDEX (PRICE) (EUR) 2.764,29 -0,45% STOXX
IMPERIAL TOBACCO GROUP PLC REGIS .. 2.407,00 +1,22% London Stock Exchange
KON. KPN N.V. AANDELEN AAN TOOND .. 1,636 -2,21% NYSE Euronext Amsterdam
NORSK HYDRO ASA NAVNE-AKSJER NK .. 26,49 0,00% Oslo Stock Exchange
STMICROELECTRONICS N.V. AANDELEN .. 7,18 -1,71% Mailand
STXE 50 INDEX (PRICE) (EUR) 2.779,81 -0,14% STOXX
SWATCH GROUP AG, THE INHABER-AKT .. 572,50 -0,43% SIX Swiss Exchange
TELENOR ASA NAVNE-AKSJER NK 6 127,50 +1,43% Oslo Stock Exchange
TOMTOM N.V. AANDELEN OP NAAM EO .. 3,98 +3,65% NYSE Euronext Amsterdam
VOLVO, AB NAMN-AKTIER B (FRIA) O.N. 96,00 -0,83% London Stock Exchange