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Do, 12.07.12 14:50

Microsoft kaufen

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von Microsoft (ISIN US5949181045/ WKN 870747) ein langfristiger Kauf.



Microsoft verdiene sein Geld immer noch hauptsächlich mit dem weltbekannten Betriebssystem Windows und seiner Büro-Software. Allerdings habe sich in den vergangenen Jahren ein Trend zu mobilen Geräten wie Tablet-PCs und Smartphones manifestiert. Diese Entwicklung werde für Microsoft immer mehr zu einem Problem, da auf diesen Geräten häufig andere Betriebssysteme installiert seien. Um dieser neuen Situation zu begegnen, habe Microsoft in der jüngsten Zeit seine Anstrengungen intensiviert und versucht, mit einem neuen Betriebssystem und einem eigenen Tablet-PC verlorene Marktanteile von Konkurrenten wie Google (ISIN US38259P5089/ WKN A0B7FY) oder Apple (ISIN US0378331005/ WKN 865985) zurückzugewinnen. Dabei habe Microsoft immer noch genügend Kapital, um eventuelle Rückschläge wie beispielsweise die im Online-Geschäft wegstecken zu können.



Im lukrativen Smartphone-Markt habe Microsoft bisher nur geringe Erfolge mit seinem finnischen Partner Nokia (ISIN FI0009000681/ WKN 870737) und den gemeinsamen Lumia-Modellen verzeichnen können. Derzeit sei die Konkurrenz durch die anderen Handy-Hersteller wie Apple und Samsung (ISIN US7960502018/ WKN 881823) zu stark. Ebenso würden Apple mit iOS und Google mit Android den Markt für die Smartphone-Betriebssysteme dominieren. Die Wende solle nun durch das speziell für Smartphones entwickelte Betriebssystem Windows Phone 8 erreicht werden. Das im Herbst dieses Jahres erscheinende System solle auf der gleichen technischen Plattform basieren wie das PC-Betriebssystem Windows 8.



Durch die Nähe zum weit verbreiteten PC-System möchte Microsoft den Wiedererkennungswert für die Nutzer erhöhen, aber vor allem den Entwicklern die Arbeit erleichtern und damit selbige motivieren, mehr Anwendungen für das System zu programmieren. "Wir erwarten, dass die Zahl der Apps steigen wird", habe Microsoft Manager Joe Belfiore bei der Vorstellung des Systems gesagt. Schließlich stelle die Verfügbarkeit von Apps einen sehr großen Erfolgsfaktor bei den Smartphones dar. Denn die beiden erfolgreichsten Systeme, Android und iOS, hätten eine wesentlich größere Zahl von Anwendungen im Angebot, als dies bei den bisherigen Windows Phones der Fall sei.



In dieser Hinsicht habe Microsoft mit der geplanten Kooperation mit dem Online-Spielehersteller Zynga (ISIN US98986T1088/ WKN A1JMFQ) einen weiteren Erfolg feiern können. Denn laut Unternehmensangaben möchte Zynga Versionen seiner erfolgreichen Spiele-Apps wie "Draw Something" und "Words with Friends" für Windows Phone 8 programmieren.



Zu sehr dürfte es Microsoft gewurmt haben, dass Apple in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen, wie bei den Tablet-PCs, Kultstatus erreicht habe und bei den Quartalszahlen einen Rekord nach dem anderen habe verbuchen können. Da reiche es nicht mehr aus, dass das Windows-Betriebssystem auf fast jedem Computer dieser Welt installiert sei. Mit "Surface" solle nun die Marktmacht des iPad von Apple gebrochen werden. Damit wage Microsoft einen neuerlichen Vorstoß in das Hardware-Geschäft und das nicht nur durch den Verkauf von Computermäusen, Joysticks oder Tastaturen. Die bisherigen Ausflüge seien dabei sehr unterschiedlich verlaufen.



Während Microsoft nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Spielekonsole Xbox große Erfolge habe feiern können, sei der iPod-Konkurrent Zune zu einem riesigen Flop geworden. Der neue Tablet-PC werde im Herbst dieses Jahres zusammen mit dem neuen Betriebssystem Windows 8 verfügbar sein. Dabei solle es zwei verschiedene Versionen geben und laut Unternehmensangaben ähnlich viel kosten wie vergleichbare Tablets.



Ob Microsoft mit "Surface" tatsächlich Apple gefährden könne, bleibe allerdings abzuwarten. Es bestehe eher die Gefahr, dass man mit dem eigenen Tablet-PC Partnern wie Dell (ISIN US24702R1014/ WKN 121092), Hewlett-Packard (ISIN US4282361033/ WKN 851301) oder Acer (ISIN US0044342055/ WKN 552863) Marktanteile wegnehme, die ebenfalls Tablet-PCs mit dem neuen Windows-Betriebssystem angekündigt hätten. Jedoch dürfte Microsoft mitbekommen haben, dass Apple mit der Strategie sowohl die Hardware als auch die Software in Eigenregie zu entwickeln, sehr gut gefahren sei. Denn während Microsoft Rücksicht auf seine Partner nehmen müsse, könne Apple die Komponenten wesentlich besser aufeinander abstimmen.



Die Übernahme von Yammer solle Microsofts Erfolg mit seiner Bürosoftware auch in Zukunft sichern. Der Social-Media-Anbieter für die interne Kommunikation in Unternehmen werde häufig als das "Facebook für den Arbeitsplatz" bezeichnet. Mit der Yammer-Übernahme schlage Microsoft gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn zum einen könnte Microsoft von dem schnell wachsenden Geschäftserfolg von Yammer profitieren. Außerdem werde ein wachsender Konkurrent im Bereich der Bürosoftware aus dem Weg geräumt, der in letzter Zeit immer stärker geworden sei und eines Tages womöglich gefährlich hätte werden können.



Das soziale Netzwerk Yammer sei 2008 in San Francisco gegründet worden und zähle mehr als 200.000 Unternehmen und etwa 5 Mio. Personen zu seinen Nutzern. Mit diesen Nutzerzahlen hätte Yammer die beherrschende Stellung von Microsoft im Bereich der Bürosoftware in Gefahr bringen können. Um das frühzeitig zu verhindern, habe sich Microsoft diese Übernahme insgesamt 1,2 Mrd. US-Dollar kosten lassen, die der Software-Konzern in bar bezahlen müsse.



Die Aufbruchsstimmung der vergangenen Wochen rund um Microsoft habe mit den jüngsten Abschreibungen für die Online-Service-Sparte des Unternehmens allerdings einen kleinen Dämpfer bekommen. Nun sei das Eingeständnis gekommen, dass Microsoft im Internet-Geschäft wenig gegen die großen Platzhirsche habe ausrichten können. Dabei würden Facebook (ISIN US30303M1027/ WKN A1JWVX) und vor allem Google vormachen, wie man Geld im Online-Geschäft verdienen könne. Doch Microsoft müsse nun 6,2 Mrd. US-Dollar auf seine Online-Service-Sparte abschreiben.



Vor allem das langsamer als erwartet wachsende Geschäft mit der Suchmaschine Bing sei für das schlechte Online-Geschäft verantwortlich. Außerdem habe Microsoft gehofft, mit dem Zukauf der Online-Werbefirma aQuantive aus dem Jahr 2007 für 6,3 Mrd. US-Dollar Google im Bereich der Online-Werbung angreifen zu können. Jedoch habe der Suchmaschinen-Primus immer noch eine marktbeherrschende Stellung inne. Damit erwirtschafte Microsoft weiterhin Verluste aus seinem Online-Geschäft und verdiene sein Geld hauptsächlich mit dem Betriebssystem Windows und der Bürosoftware.



Trotz des schwächelnden traditionellen PC-Marktes, verdiene Microsoft immer noch sehr gutes Geld mit dem Windows-Betriebssystem. Der überragende Geschäftserfolg der vergangenen Jahre habe zudem die Kapitaldecke des Unternehmens derart ansteigen lassen, dass sich Microsoft beim Vorstoß in neue Märkte und der Suche nach den zukünftigen Wachstumschancen durchaus Fehlschläge erlauben könne, bis sich der Erfolg einstelle. Dabei könnten die jüngsten Initiativen von Microsoft viel versprechende Wachstumschancen bieten.



Mit dem eigenen Tablet-PC "Surface" habe Microsoft die Möglichkeit, ähnlich wie der wesentlich erfolgreichere Konkurrent Apple, Soft- und Hardware in Eigenregie zu entwickeln, ohne dabei auf etwaige Partner Rücksicht nehmen zu müssen. Bei Windows Phone 8 verspreche die Nähe zum weltbekannten PC-System mehr Nutzer. Zudem könnten mehr Entwickler angelockt werden, was den Rückstand beim Angebot an Apps der führenden Systeme von Apple und Google wettmachen könnte.



Für Langfrist-Anleger dürfte - nicht nur seitens der Nachrichtenlage - die Microsoft-Aktie ein durchaus interessantes Investment darstellen, so die Experten von "Aktienservice Research". Denn der Windows-Konzern sei derzeit mit einem 2012er-KGV von nicht einmal 11,5 sehr moderat bewertet, das prognostizierte 2013er-KGV liege sogar derzeit bei unter 10. Wer also einen echten US-Hightech-Blue-Chip im Depot haben wolle, der sollte sich das Papier genauer anschauen. (Aktien Ausgabe 541 vom 11.07.2012) (12.07.2012/ac/a/a)







Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.

Quelle: Finanzen.net / Aktiencheck.de AG

Quelle: AKTIENCHECK.DE

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