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Mo, 30.07.12 05:50

WOCHENAUSBLICK: Geldpolitik und Quartalszahlen entscheiden über Dax-Verlauf

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Berichtssaison in Deutschland geht in die heiße Phase. Die anstehende Woche dürfte daher ganz im Zeichen von Unternehmenszahlen stehen. Mögliche Maßnahmen der Notenbanken könnten dagegen die Bilanzen abermals in den Hintergrund drängen.

Aus dem Dax legen zahlreiche Firmen ihre Quartalsabschlüsse vor, darunter Metro, Bayer, Infineon, BMW, Adidas und Lufthansa. Zuletzt hatte es bei den Quartalszahlen mehrheitlich Enttäuschungen gegeben, wie die Beispiele Deutsche Bank, MAN oder Siemens belegen.

Dass sich der Dax seit Jahresbeginn noch immer deutlich im Plus hält, führen die Experten der Commerzbank vor allem auf die geldpolitischen Lockerungen in Europa, den USA und den Schwellenländern zurück. 'Die weltweit wieder expansivere Geldpolitik spricht dafür, dass sich der Dax auch weiterhin relativ robust entwickeln sollte', glauben die Fachleute der Frankfurter Bank.

Nachdem zuletzt der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, signalisiert hatte, die Krisenstaaten weiter zu unterstützen und alles Notwendige zur Erhaltung des Euro zu tun, steht laut Landesbank Berlin (LBB) nun die Frage im Raum, welche genauen Taten die EZB den Äußerungen Draghis folgen lässt. Nach der ausgeprägt positiven Marktreaktion infolge der Draghi-Aussagen sei das Enttäuschungspotenzial nicht unerheblich, urteilen die Experten. Dies gelte auch für die Unternehmensausblicke. Da die Schuldenkrise - besonders in Spanien und Griechenland - sowie die Konjunkturperspektiven hemmend auf die Aktienmärkte wirken sollten, rechnen sie zunächst mit einer hohen Volatilität und eher nachgebenden Notierungen.

Aktienmarkt-Akteure dürften daher die nächste Sitzung der EZB am Donnerstag genau verfolgen und auf marktbeflügelnde Maßnahmen der Währungshüter hoffen. Nachdem die EZB erst Anfang Juli ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,75 Prozent gesenkt hatte, ist laut Postbank mit einem weiteren Zinsschritt zwar nicht zu rechnen. Die Notenbank könnte aber sehr wohl neue Sondermaßnahmen ergreifen oder in Aussicht stellen, glauben die Experten des Bonner Instituts. 'Möglicherweise wird die EZB ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen wieder aufnehmen.' Bei der Sitzung der US-Notenbank Fed, die bereits am Mittwoch stattfindet, rechnet die Postbank indes nicht mit einer Auflegung eines neuen Programms zum Kauf von Staatsanleihen.

Jedenfalls werden die Rufe nach einem Eingreifen der Notenbanken lauter, konstatiert die Commerzbank. Die früheren Anleihekäufe hatte die EZB jeweils damit begründet, dass der monetäre Transmissionsmechanismus durch die Lage auf den Anleihemärkten gestört werde, so das Institut. 'Nach den überraschenden Äußerungen von EZB-Präsident Draghi messen Marktteilnehmer dieser Option wieder eine größere Wahrscheinlichkeit bei.'/ajx/ck/he

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

Quelle: dpa-AFX

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