Di, 04.09.12 12:24
PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Angesichts der abwartenden Haltung der Anleger vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank haben sich die europäischen Börsen am Dienstag verhalten präsentiert. Der Leitindex EuroStoxx 50
lag zur Mittagszeit mit 0,09 Prozent im Plus bei 2.465,41 Punkten. Der Cac 40
hingegen fiel in Paris um 0,36 Prozent auf 3.441,41 Punkte und der Londoner FTSE 100
sank besonders deutlich um 0,71 Prozent auf 5.717,67 Punkte.
Feiertagsbedingt hatte es am Dienstag keine Impulse aus New York gegeben, während der Handel in Asien eine leicht negative Marschrichtung vorgab. 'Die geringe Volatilität ist ein Zeugnis für die abwartende Haltung der Investoren vor der Sitzung der EZB am Donnerstag', sagte Marktstratege Lars Kremkow vom Broker Activtrades. Konkrete Erwartungen seien derzeit im Kurs schon eingepreist und daher stufte der Experte das Potenzial einer positiven Überraschung eher gering ein. Leicht negativ wirkte auch die Drohung der Ratingagentur Moody's, der EU ihre Bestnote zu entziehen. Am Nachmittag richtet sich das Interesse auf das Stimmungsbarometer in der US-Industrie.
Wie schon am Vortag zeigte insbesondere der Autosektor Schwäche: Der entsprechende Teilindex im breit gefassten Stoxx 600 Index
setzte seine nun schon zwei Wochen anhaltende Talfahrt fort und verlor 1,18 Prozent. Titel von BMW
und Volkswagen
gehörten mit Abschlägen von jeweils mehr als eineinhalb Prozent zu den schwächsten EuroStoxx-Werten. Zuvor hatte die Citigroup die VW-Titel von ihrer Liste der am stärksten bevorzugten Aktien gestrichen. Hinzu kamen Daten des Verbandes der Importeure VDIK, die zeigen, dass die Absatzkrise in Europa inzwischen auch auf den deutschen Automarkt überspringt.
Die einzigen Branchen im Plus waren dagegen die Versicherungs-
und Versorgerwerte
, die jeweils knappe Aufschläge verbuchten. Titel des spanischen Energiekonzerns Iberdrola waren im EuroStoxx mit plus 2,71 Prozent vorne dabei.
Die Spitzenposition hatten dort allerdings die Aktien des spanischen Telekom-Konzerns Telefonica
inne - sie stiegen um 2,95 Prozent. Titel des britischen Konkurrenten Vodafone
hingegen gaben in London um fast zwei Prozent nach, was am Markt mit einem negativen Analystenurteil begründet wurde.
Nokia-Aktien
setzten indes ihren Lauf vom Vortag fort und gewannen im Helsinki nochmals gut ein Prozent. In Amsterdam kletterten die Titel des Handelskonzerns Ahold
um mehr als vier Prozent, nachdem dieser den Verkauf seines 60-Prozent-Anteils am skandinavischen Einzelhändler ICA als Option nannte./tih/ag



