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Fr, 22.06.12 12:37

ROUNDUP: Adidas blickt bereits nach Brasilien

WARSCHAU (dpa-AFX) - Die Fußball-Europameisterschaft ist noch nicht vorbei und die Olympischen Spiele haben noch gar nicht begonnen, da blickt der Sportartikelhersteller Adidas bereits nach Brasilien. 'Brasilien hat ein unglaublich großes Potenzial für uns', sagte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer am Freitag in Warschau. Das Land sei der größte Markt Lateinamerikas und dazu 'absolut sportverrückt'. Zudem fänden mit dem Fifa-Confederations Cup 2013, der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016 in den nächsten Jahren gleich mehrere große Sportveranstaltungen in Brasilien statt. Adidas wolle diese Events nutzen, um seinen Marktanteil in dem Land auszubauen. Marktführer in Brasilien ist derzeit Nike .

Der US-Konzern ist in der Sportartikelbranche die Nummer eins, Adidas liegt auf Rang zwei. Die Herzogenauracher haben die Verfolgung aber bereits aufgenommen und wollen in den kommenden Jahren näher an den amerikanischen Rivalen heranrücken. Bis 2015 soll der Umsatz im Adidas-Konzern, der im vergangenen Jahr bei 13,3 Milliarden Euro lag, auf 17 Milliarden Euro steigen.

In diesem Jahr peilt das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von fast zehn Prozent an. Der Konzerngewinn soll um 12 bis 17 Prozent zulegen. Der Konzern hatte Ende April seine Prognose angehoben. 'Ich bin insgesamt sehr happy mit dem bisherigen Geschäftsverlauf', sagte Hainer, der am Vortag einen neuen Rekord beim Fußballumsatz verkündet hatte. Über 1,6 Milliarden Euro sollen dank der EM in Polen und der Ukraine in diesem Jahr mit Fußball-Trikots, -Bällen und -Schuhen erzielt werden.

Die Sportartikelbranche hat sich aus Sicht von Adidas bislang als äußerst krisenfest entpuppt. 'Der große Vorteil unserer Industrie ist, dass es in der Bevölkerung ein großes Bedürfnis nach Fitness und Gesundheit gibt. Zudem sind Sportartikel auch recht erschwinglich.' Selbst in krisengeschüttelten Ländern wie Griechenland oder Spanien schnellen die Verkaufszahlen beispielsweise bei Adidas-Trikots in die Höhe. Gespart werde bei den Verbrauchern zunächst immer an langlebigen Gütern wie etwa am Auto oder an großen Elektronikgeräten, sagte Hainer.

Fußball wird Hainer zufolge für Adidas auch in Zukunft ein Wachstumstreiber im Konzern sein. Der Erfolg in diesem Bereich strahle aber auch auf andere Kategorien ab wie Outdoor, Basketball oder Training.

Die Fitness-Tochter Reebok sieht Hainer insgesamt auf einem guten Weg. Seit dem Kauf der Tochter vor sechs Jahren lassen die großen Erfolge der Marke aber auf sich warten. Aktionäre hatten zuletzt kritisiert, es dauere zu lange, die Marke in Schwung zu bringen. Zwar hatte Reebok zwischenzeitlich durch den Toning-Trend, der einen sanften Aufbau der Muskeln verspricht, einen Boom erlebt. 2012 dürften die Erlöse aber voraussichtlich sinken, wie Adidas bereits mitgeteilt hat.

Im kommenden Jahr soll es dann wieder bergauf gehen. 'Unsere Produkte und Konzepte werden besser. 2013 wird Reebok wieder steigende Umsätze aufweisen', verspricht Hainer. Probleme muss die Tochter derzeit auch in Indien angehen. Dort waren Unregelmäßigkeiten aufgetreten, weshalb Adidas das Geschäft dort neu ausrichten und eventuell auch die Bilanz des Vorjahres berichtigen muss. Durch das Indien-Debakel rechnet der Konzern mit einer Ergebnisbelastung in Höhe von bis zu 125 Millionen Euro vor Steuern./she/enl/kja

---Von Simone Hett, dpa-AFX---

Quelle: dpa-AFX

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