Mo, 16.07.12 22:03
New York (www.aktiencheck.de) - Am ersten Handelstag der Woche zeigten sich die US-Leitindizes angesichts gemischter Konjunkturdaten mit roten Vorzeichen. Dabei konnten die Märkte auch von den besser als erwarteten Geschäftszahlen der Großbank Citigroup nicht profitieren. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor 0,39 Prozent auf 12.727,29 Zähler. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) präsentierte sich mit einem Minus von 0,40 Prozent bei 2.896,94 Zählern, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) einen Abschlag von 0,23 Prozent auf 1.353,64 Punkte zeigte.
Wie das US-Handelsministerium mitteilte, hat sich der Einzelhandelsumsatz in den USA im Juni 2012 erneut reduziert. Auf Monatssicht fielen die Umsatzerlöse um 0,5 Prozent, während sie im Mai um 0,2 Prozent geschrumpft waren. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Anstieg um 0,2 Prozent prognostiziert. Bereinigt um die schwankungsintensiven Umsätze der Automobilbranche gaben die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent nach. Experten waren von einem Plus von 0,1 Prozent ausgegangen, nach einer Abnahme um 0,4 Prozent im Vormonat. Daneben ermittelte die Federal Reserve Bank of New York für Juli 2012 eine unerwartet deutliche Verbesserung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York. So erhöhte sich der Empire State Manufacturing Index auf 7,4 Punkte, während Volkswirte mit einem Wert von 3,8 Zählern gerechnet hatten. Für den Vormonat war ein Wert von 2,3 Punkten ausgewiesen worden.
Die Lagerbestände in den US-amerikanischen Industrie- und Handelsunternehmen sind im Mai 2012 gegenüber dem Vormonat mit unverändertem Tempo angestiegen. Dies gab das US-Handelsministerium in Washington am Montag bekannt. So kletterten die Lagerbestände gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Volkswirte hatten zuvor nur einen Zuwachs von 0,2 Prozent erwartet. Im Vormonat war bei den Lagerbeständen ein Plus von 0,3 Prozent ermittelt worden.
Im Fokus stand heute das jüngste Zahlenwerk der Citigroup (ISIN US1729671016/ WKN 871904). Das Institut musste im zweiten Quartal 2012 infolge des schwierigen Marktumfelds ein geringeres Ergebnis ausweisen. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen der Analysten jedoch übertroffen. Die Anteilsscheine der Citigroup schlossen 0,6 Prozent fester.
Indes meldete Gannett (ISIN US3647301015/ WKN 854136), der größte Zeitungsverlag in den USA, dass sein Gewinn im zweiten Quartal gesunken ist, was u.a. auf rückläufige Umsätze als Folge schwacher Werbeaktivitäten zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch geschlagen. Papiere von Gannett rückten um 2,6 Prozent vor.
Titel von Human Genome Sciences (ISIN US4449031081/ WKN 889323) schlossen 4,6 Prozent fester. Das Biotechnologieunternehmen hat sich mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) (ISIN GB0009252882/ WKN 940561) nach monatelangen Verhandlungen nun doch auf eine Übernahme einigen können. So werden die Aktionäre von Human Genome im Rahmen der nun getroffenen Vereinbarung 14,25 US-Dollar in bar erhalten. Der Enterprise Value der Transaktion wurde auf rund 3,6 Mrd. US-Dollar beziffert. Die Boards beider Unternehmen haben die Transaktion bereits gebilligt.
Dagegen büßten Facebook (ISIN US30303M1027/ WKN A1JWVX) 8,0 Prozent ein. Der Social Media-Konzern ist im zweiten Quartal Presseangaben zufolge in die roten Zahlen gerutscht. Laut einem Zeitungsbericht vom Wochenende hat das Unternehmen im zweiten Quartal einen Verlust von 350,6 Mio. US-Dollar sowie einen Umsatz von 1,15 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet. Im ersten Quartal hatte Facebook noch einen Gewinn von 137 Mio. US-Dollar bei Erlösen von 1,06 Mrd. US-Dollar verbucht. Den Angaben zufolge ist der jüngste Verlust auf Auszahlungen an frühe Investoren, Mitarbeiter und wichtige Stakeholder, darunter Mark Zuckerberg, im Zusammenhang mit dem Börsengang des Unternehmens zurückzuführen.
Einem weiteren Medienbericht zufolge hat der größte US-Kabelnetzbetreiber Comcast (ISIN US20030N1019/ WKN 157484) die Beteiligung von Microsoft (ISIN US5949181045/ WKN 870747) am Joint Venture MSNBC.com erworben. Demnach habe die NBC-Muttergesellschaft Comcast rund 300 Mio. US-Dollar für die 50 Prozent-Beteiligung von Microsoft an MSNBC.com gezahlt. MSNBC.com wurde indes in NBCNews.com umbenannt und Nutzer werden automatisch auf die neue Website umgeleitet, hieß es. Während Comcast 0,1 Prozent abgaben, gewannen Microsoft 0,2 Prozent an Wert.
Darüber hinaus verkauft Regis (ISIN US7589321071/ WKN 896286), der weltweit größte Betreiber von Friseursalons, seine Tochter Hair Club for Men and Women (Hair Club) an das japanische Unternehmen Aderans (ISIN JP3121600005/ WKN 880529). Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, erhält Regis im Gegenzug 163,5 Mio. US-Dollar in bar für die Sparte. Die Transaktion dürfte im dritten oder vierten Quartal 2012 abgeschlossen werden. Aktien von Regis legten um 2,2 Prozent zu.
Schließlich hat Thermo Fisher Scientific (ISIN US8835561023/ WKN 857209) seine Marktposition im Bereich Medizintechnik durch einen weiteren Zukauf verstärkt. Demnach wurde ein Abkommen zur Übernahme von One Lambda geschlossen. Bei dem 1984 gegründeten Unternehmen handelt es sich den Angaben zufolge um einen der weltweit führenden Anbieter im Bereich der Transplantationsdiagnostik. Derzeit beschäftigt das im US-Bundesstaat Kalifornien ansässige Unternehmen 320 Mitarbeiter und generierte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 182 Mio. US-Dollar. Die Übernahme lässt sich Thermo Fisher insgesamt 925 Mio. US-Dollar kosten, wobei der endgültige Kaufpreis noch unter dem Vorbehalt bestimmter Anpassungen steht. Thermo Fisher gaben 0,3 Prozent nach. (16.07.2012/ac/n/m)


