Solar-Fabrik AG f.Prod.u.Vert. Inhaber-Aktien o.N.


Munzinger Str. 10
DE-79111 Freiburg im Breisgau
Spezialist für Photovoltaik-Module und -Systeme
Die Solar-Fabrik AG für Produktion und Vertrieb von solartechnischen Produkten produziert am Firmensitz in Freiburg Module und Systeme zur Stromgewinnung aus Sonnenlicht (Photovoltaik) auf Basis von mono- und polykristallinem Silizium. Anfang 2009 wurde ein drittes, hoch automatisiertes Werk in Betrieb genommen, das die Gesamtkapazität der Solar-Fabrik auf insgesamt 130 Megawatt jährlich erhöhte. Die Gesellschaft produziert kleinere und mittelgroße Anlagen und vertreibt ihre Produkte eigenständig. Dabei zeichnen sich die Module durch hohe Wirkungsgrade und Langlebigkeit aus, so das Unternehmen. Das operative Geschäft untergliederte sich bislang in die Bereiche Solarstromsysteme und Solarzellenproduktion. 2011 fiel die Entscheidung, sich künftig aus der Produktion von Solarzellen zurückzuziehen.
Zu den Kunden der Solar-Fabrik zählen im Inland und angrenzenden europäischen Ausland in erster Linie Installationsfachbetriebe (Elektro, Heizung/Sanitär, Dachdecker), Betreibergesellschaften und OEM-Kunden. Inländische Fachbetriebe bilden dabei die wichtigste Kundengruppe. Basis der Geschäftsverbindung zu einem Fachbetrieb ist ein eintägiges, kostenpflichtiges Photovoltaik-Seminar der Solar-Fabrik, das von weiterführenden Maßnahmen flankiert wird. Damit solle dem Fachbetrieb die notwendige Solarkompetenz vermittelt und das Umsatzpotenzial langfristig weiterentwickelt werden, erklärt das Unternehmen. Zweite wichtige Kundengruppe sind die Fachgroßhändler aus den Bereichen Solarenergie, Sanitär, Heizung sowie Baustoffe. Als Großkunde wird der Freiburger Solarstromerzeuger S.A.G Solarstrom AG hervorgehoben. Zu den Lieferanten von mono- und polykristallinen Solarzellen gehört die Hamburger Q-Cells AG und bei Solarmodulen auch die SCHOTT Solar GmbH.
Das Kerngeschäft Solarstromsysteme beinhaltet die Muttergesellschaft sowie die Solar Application GmbH und befasst sich mit der Entwicklung, Fertigung, dem Vertrieb und Verkauf von Solarmodulen und Solarsystemen und allen technischen Produkten und Komponenten, die der Ausnutzung und Umwandlung der Sonnenenergie dienen, sowie mit der Beratung über Einsatzmöglichkeiten entsprechender Produkte. Im Geschäftsjahr 2011 sank der Umsatz auf 174,1 (i.V. 227,3) Mill. Euro. Der Geschäftsbereich erwirtschaftete dabei ein um Währungskursverluste bereinigtes EBIT von nur 1,88 (11,32) Mill. Euro.
Das Segment Solarzellenproduktion umfasst die Tochtergesellschaften Solar-Fabrik Services Pte. Ltd. (kurz: SFS) und die Solar Energy Power Pte. Ltd. (kurz: SEP) und betrifft die Produktion von Solarzellen. Aufgrund der derzeit weltweit bestehenden Überkapazitäten in der Solarzellenfertigung hat das Unternehmen das Ziel aufgegeben, die Fertigungskapazitäten im Segment Solarzellenproduktion weiter auszubauen, so das Management. Im Geschäftsjahr 2011 erwirtschaftete die Solarzellenproduktion noch Erlöse in Höhe von 0,41 (1,22) Mill. Euro. Das Segment-EBIT belief sich auf minus 3,74 (minus 0,76) Mill. Euro.
Weil die Preise für Silizium und Siliziumprodukte weltweit stark gesunken sind, und sich der Siliziummarkt von einem Verkäufer- in einen Käufermarkt verwandelt hat, haben Vorstand und Aufsichtsrat der Solar-Fabrik AG zu Beginn des Jahres 2009 eine strategische Neuausrichtung beschlossen. Danach soll sich die Solar-Fabrik AG künftig auf ihre Kernkompetenz als Hersteller von qualitativ hochwertigen Solarstrommodulen fokussieren, sich eine straffere Struktur geben und einmalige bilanzielle Lasten bereinigen, um die Ertragskraft des Unternehmens nachhaltig zu stärken.
Im Sommer 2009 hat das Unternehmen daher seine 80%ige Beteiligung an der Solar-Fabrik Silicon Services Ltd. veräußert, die ihrerseits 100% der Anteile an der Poseidon Solar Services Pte. Ltd. hielt. Damit wurde das Arbeitsgebiet der Waferaufbereitung aufgegeben. Aus der Veräußerung resultierten Abwertungen auf Vermögenswerte in Höhe von 3,85 Mill. Euro, die im Halbjahresfinanzbericht 2009 berücksichtigt wurden. Im Rahmen der Veräußerung flossen der Solar-Fabrik AG insgesamt Barmittel in Höhe von rund 0,90 Mill. Euro zu.
Solarzellenproduktion wird aufgegeben
Die Erlöse waren im Geschäftsjahr 2011 mit 176,9 (i.V. 228,5) Mill. Euro um 22,4% gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Der Konzernumsatz in Deutschland schrumpfte auf 69,87 (135,5) Mill. Euro. Allerdings konnte die Außenumsätze im restlichen Europa auf 107,0 (91,76) Mill. Euro gesteigert werden.
Der Materialaufwand sank 2011 deutlich auf 153,8 (187,3) Mill. Euro, während die Forschungs- und Entwicklungskosten mit 0,27 (0,16) Mill. Euro über dem Vorjahr lagen. Die Personalkosten entwickelten sich mit 13,80 (14,16) Mill. Euro rückläufig. In Folge einer relativ geringen Investitionsquote sanken die Abschreibungen auf 3,85 (4,44) Mill. Euro. Das Zinsergebnis verbesserte sich auf minus 1,11 (minus 1,55) Mill. Euro. Vor Steuern drehte das Ergebnis dennoch mit minus 4,13 (plus 9,04) Mill. Euro wieder in die roten Zahlen. Dabei wurde das Ergebnis insbesondere durch die Entscheidung der Schließung der Solarzellenproduktion beeinflusst, so das Management. Nach einem Steueraufwand von 0,02 (1,37) Mill. Euro und Anteilen Dritter von 0,53 (0,08) Mill. Euro rutschte unter dem Strich das Konzernjahresergebnis mit minus 3,62 (plus 7,74) Mill. Euro in die Verlustzone zurück. Eine Dividende wurde wie schon in den Vorjahren nicht ausgeschüttet.
Das Grundkapital der Gesellschaft hat sich 2010 gegen Bareinlage von 11,69 Mill. Euro um 1,17 Mill. Euro auf nunmehr 12,85 Mill. Euro erhöht.
Management rechnet für 2012 wieder mit einem positiven Ergebnis
Die Solar-Fabrik beabsichtigt für 2012 eine deutliche Steigerung des Absatzvolumens und will so ihren Marktanteil in Europa erhöhen. Neben den in Freiburg produzierten Produkten der Premium Linie wurde eine zweite unter der Marke Pro etabliert. Hier verlässt sich der Konzern auf Original Equipment Manufacturer in Asien. Trotz dieser Voraussetzungen erwartet der Konzern, dass der anvisierte Absatzanstieg 2012 durch den ebenfalls sich abzeichenenden Preisrückgang überkompensiert wird. Das Management rechnet 2012 dennoch mit einem positiven Ergebnisbeitrag im Bereich Installation und geht so insgesamt von einer verbesserten EBIT-Marge aus.
Im ersten Quartal 2012 verzeichnete die Solar-Fabrik AG einen Konzernumsatz von 19,07 (i.V. 37,08) Mill. Euro. Dabei ist dieser Rückgang sowohl preis- als auch mengenbedingt, so das Management. Allerdings verbesserte sich das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf plus 1,55 (minus 0,44) Mill. Euro. Beim Periodenergebnis konnte das Unternehmen mit plus 1,30 (minus 0,90) Mill. Euro wieder einen Gewinn verbuchen.
Gegründet im Sonnenmekka Freiburg
Ihre Wurzeln hat die Solar-Fabrik AG in der mit Urkunde vom 2. Mai 1996 gegründeten Solar-Fabrik Gesellschaft für Produktion und Vertrieb von solartechnischen Produkten mbH, Freiburg ("Solar-Fabrik GmbH"). In der Zeit bis 31. Dezember 2000 nahm die Solar-Fabrik GmbH insgesamt 143 stille Gesellschafter auf. Am 13. März 2001 wurde dann die Mexiko VII Vermögensverwaltung AG ins Leben gerufen. Durch Beschluss der ao. HV vom 24. September 2001 wurde die Mexiko VII in SF Solar-Fabrik AG umfirmiert, und der Sitz nach Freiburg im Breisgau verlegt. Gemäß Verschmelzungsvertrag vom 29. Januar 2002 und den zustimmenden Beschlüssen der Gesellschafterversammlung und HV am 11. Februar 2002 übertrug die Solar-Fabrik GmbH ihr Vermögen als Ganzes mit allen Rechten und Pflichten unter Auflösung ohne Abwicklung auf die SF Solar-Fabrik AG. Gleichzeitig wurde die aufnehmende Gesellschaft in Solar-Fabrik AG geändert.
In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 27. Juni 2002 wurde zur Vorbereitung des IPO unter anderem eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlage um bis zu 1,5 Mill. Euro auf 5,4 Mill. Euro beschlossen. Diese 1,5 Mill. Aktien wurden zusammen mit weiteren 150.000 Aktien aus dem Besitz der Altaktionäre (per Greenshoe) in der Zeit vom 9. bis 12. Juli 2002 unter Führung der Consors Capital Bank AG einer breiten Öffentlichkeit zur Zeichnung angeboten. Die Bookbuilding-Spanne lautete 8,00 bis 9,50 Euro. Als Emissionspreis wurden 8,00 Euro errechnet. Der erste Kurs am Geregelten Markt wurde am 17. Juli 2002 mit 8,15 Euro festgestellt. Durch den Börsengang flossen der Gesellschaft frische Mittel von brutto rund 12 Mill. Euro zu.
Die Gesellschaft notiert im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.
Aktionärsstruktur
| Streubesitz | 51,17% |
| Ritter | 19,03% |
| Dienes | 10,38% |
| Grohe | 10,03% |
| Salvamoser | 9,18% |
| Salvamoser | 0,21% |
Leitende Positionen
| Vorstand (Management) | |
|---|---|
| Günter Weinberger | Vorstand.. |
| Martin Friedrich | |
| Martin Schlenk | |
| Aufsichtsrat (Directors) | |
|---|---|
| Dr. Winfried Hoffmann | Aufsicht.. |
| Norbert Binder | |
| Klaus Grohe | |
| Gerhard Ernst Kulbe | |
| Alfred Theodor Ritter | |
| Carolin Salvamoser | |
Beteiligungen
| Unternehmen | Bet. |
|---|
2,11 EUR