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Fresenius SE & Co. KGaA Inhaber-Aktien o.N.

26.11.14  08:10:23 Uhr

42,725 EUR

+0,77%  [+0,325]

KGVe:
20,9554

DIVe:
1,03%

Typ: Aktie   WKN: 578560

 
FRESENIUS SE & CO. KGAA
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FRESENIUS SE & CO. KGAA
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Gesundheitskonzern mit Schwerpunkt Dialyse


Die Fresenius SE & Co. KGaA (zuvor Fresenius SE) ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung von Patienten. Das bedeutendste Geschäftsfeld ist die Versorgung von Patienten mit chronischem Nierenversagen, das von der börsennotierten Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) repräsentiert wird. FMC ist in der Dialyse weltweit die Nummer eins. "Fresenius Kabi" ist globaler Marktführer bei Produkten für die Therapie und Versorgung von kritisch und chronisch kranken Patienten inner- und außerhalb des Krankenhauses. Im Bereich "Fresenius Vamed" sind das Engineering- und Servicegeschäft für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen gebündelt. Seit der Übernahme des privaten Krankenhauskonzerns Helios in 2005 gehört "Fresenius Helios" auch zu den größten deutschen privaten Krankenhausbetreibern. Im Januar 2011 wechselte Fresenius seine Rechtsform von einer SE in eine SE & KGaA.


"FMC" ist der weltweit führende Anbieter von Dialysedienstleistungen und Dialyseprodukten. Ihre weltweiten Aktivitäten hat "FMC" in die beiden regionalen Segmente "Nordamerika" und "International" unterteilt. "FMC" ist in mehr als 120 Ländern mit der gesamten Wertschöpfungskette Dialyse vertreten und unterhält in den USA, Deutschland und Japan mehr als 40 Produktionsstätten. "FMC" ist beständig auf Akquisitionskurs. Zu den wichtigsten Übernahmen zählte im Jahr 2006 der Kauf des hoch profitablen US-amerikanischen Dialysedienstleisters Renal Care Group. Der 3,5 Mrd. US-Dollar-Deal wurde vollständig fremdfinanziert. Im November 2007 gab "FMC" die Übernahme von Renal Solutions, Inc. (RSI) bekannt. Mit der Akquisition von RSI erwarb "FMC" eine wesentliche Technologie für den Ausbau der Heim-Hämodialyse. 2010 akquirierte FMC das weltweite Peritonealdialyse-Geschäft von Gambro. Gambro war hier mit einem Umsatz von 60 Mill. US-Dollar weltweit die Nummer Drei. Im Juli 2010 folgte der Kauf der Asia Renal Care Ltd., dem zweitgrößten Dialysedienstleister im asiatisch-pazifischen Raum. Mit der japanischen Firma Nikkiso Co. Ltd. wurde ein Vertrag im Bereich Vertrieb für Hämo- und Peritonealdialyse-Produkte geschlossen. Zudem baute "FMC" durch die Übernahme der Tochter Nikkiso Medical Korea Co. Ltd. seine führende Position im Dialyseproduktgeschäft weiter aus. Im Januar 2011 unterzeichnete "FMC" zudem einen Kaufvertrag für das Dialysedienstleistungsgeschäft von Euromedic International, International Dialysis Center (IDC), und realisierte den Deal dann im Jahresverlauf auch. Mit dem Erwerb der 70 Dialysekliniken der International Dialysis Centers stieg die Marktpräsenz vor allem in Osteuropa. Fresenius stärkte seine Position bei Dialyseleistungen in den USA zudem durch den Kauf der Liberty Dialysis Holdings. Mit der Übernahme der American Access Care Holdings deckt der Konzern künftig auch den Bereich der Versorgung von Gefäßzugängen bei Dialysepatienten ab.


"FMC" konnte 2013 seine Marktführerschaft weiter ausbauen und in insgesamt 3.250 (i.V. 3.160) Kliniken mit 270.000 (257.916) Dialysepatienten 5% mehr Menschen behandeln. Die Zahl der Behandlungen stieg um 5% auf über 40,5 (38,6) Mill. Der Teilkonzern erreichte im Gesamtjahr 2013 so ein Umsatzplus von 6% auf 14,61 (13,80) Mrd. US-Dollar. Dies ist vor allem auf ein gutes organisches Wachstum von 5% und ein akquisitionsbedingtes Wachstum von 2% zurückzuführen, das von Desinvestitionen um 1% geschmälert wurde. Eine große Herausforderung war auch 2013 die 2011 erfolgte Einführung eines neuen Pauschalvergütungssystems für Dialysedienstleistungen staatlich versicherter Patienten im größten Markt, den USA. Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen stieg um 6% auf 11,13 (10,49) Mrd. US-Dollar. Der Umsatz mit Dialyseprodukten wuchs um 5% auf 3,48 (3,31) Mrd. US-Dollar. Regional verteilte sich der Umsatz zu 66% auf "Nordamerika", zu 21% auf "Europa/Naher Osten/Afrika", zu 7% auf "Asien-Pazifik" und zu 6% auf "Lateinamerika". In "Nordamerika" wuchs der Umsatz auf 9,61 (9,03) Mrd. US-Dollar und machte damit das Gros der Segmenterlöse aus. Im Bereich "International", das die restlichen Regionen umfasst, wuchs der Umsatz 2013 hingegen um 5% auf 4,97 (4,74) Mrd. US-Dollar oder 34% des Segmentumsatzes. In der Region "Europa/Naher Osten/Afrika" erlöste "FMC" 3,02 (2,89) Mrd. US-Dollar, in "Lateinamerika" 843 (804) Mill. US-Dollar und in "Asien-Pazifik" 1,10 (1,04) Mrd. US-Dollar. Das EBIT von "FMC" gab um 3% auf 2,26 (2,33) Mrd. US-Dollar nach. Die EBIT-Marge sank auf 15,4 (16,9)%. Der Jahresüberschuss sank um 1% auf 1,11 (1,12) Mrd. US-Dollar.


Das Produktangebot von "Fresenius Kabi" in der Infusionstherapie umfasst den Angaben zufolge sowohl intravenös zugeführte Lösungen und Wirkstoffe als auch medizintechnische Produkte (u.a. Produkte für den Flüssigkeits- und Blutvolumenersatz sowie Anästhetika für die Vollnarkose und Analgetika). Im Bereich der klinischen Ernährung versorgt Fresenius Kabi Patienten mit parenteraler Ernährung (intravenöse Zuführung) und enteraler Ernährung (Zuführung als Trink- oder Sondernahrung). Zur Applikation werden Infusionspumpen, Infusionsmanagementsysteme, Ernährungspumpen und Einmalartikel angeboten. In den zurückliegenden Jahren war die Entwicklung des Unternehmens von der Erweiterung des Produktangebots vor allem im Kernmarkt Europa, aber auch in Asien und Lateinamerika, sowie von der Erschließung neuer Märkte geprägt. 2008 punktete "Fresenius Kabi" mit dem Zukauf von APP Pharmaceuticals und Dabur Pharma. APP Pharmaceuticals ist der in Nordamerika führende Arzneimittelhersteller für den Krankenhausbereich. APP ist bei intravenös zu verabreichenden Arzneimitteln stark und wurde 2009 und 2010 in den Bereich "Fresenius Kabi" integriert. Ebenfalls 2008 kaufte sich Fresenius mit knapp über 90% bei dem indischen Hersteller von Arzneimitteln und Wirkstoffen zur Krebsbehandlung Dabur Pharma ein. Dabur Pharma firmiert jetzt unter Fresenius Kabi Oncology. Mit dem Zukauf weitete Fresenius sein Spektrum an Zytostatika (Zellwachstumshemmer) aus. Mit der 2012 erfolgten Übernahme der amerikanischen Fenwal Holdings Inc. avancierte "Fresenius Kabi" zum weltweit führenden Anbieter von Transfusionstechnologie. Fenwal produziert Produkte zur Gewinnung, Trennung und Verarbeitung von Blut und ist insbesondere in den USA stark aufgestellt. Um die onkologischen Produkte der Fresenius Kabi in China zu vermarkten, gründete der Konzern 2012 das Joint Venture Fresenius Kabi (Wuhan) Pharmaceutical Ltd., an dem Fresenius 70% hält. 2013 übernahm der Konzern 51% an einem Joint Venture mit dem größten indonesischen Pharmakonzerns, der PT Soho Global Health (SGH). Das Gemeinschaftsunternehmen PT Ethica Industri Farmasi produziert in Jakarta hauptsächlich I.V.-Generika und soll Ausgangspunkt für weiteres Wachstum in der Region sein. Zusätzlich zementierte der Konzern seine Stellung in China, wo die Jian Yuan Medical Technology Co. Ltd. übernommen wurde. Das Unternehmen stellt Infusions- und Ernährungspumpen her.


2013 legte das Segment "Fresenius Kabi" erneut deutlich zu. Dabei wuchs das Geschäft im abgelaufenen Jahr lediglich in Nordamerika; alle anderen Regionen mussten Einbußen verkraften. In den USA profitierte der Konzern dabei von Lieferengpässen seiner Konkurrenten. Die Erlöse wuchsen um 10% auf 5,00 (4,54) Mrd. Euro. Das organische Wachstum lag hier immerhin bei 5% und Zukäufe schoben den Segmentumsatz um 10% an. Darunter auch der 2012 erfolgte Zukauf von 100% der Anteile an der US-amerikanischen Fenwal, einem führenden Anbieter in der Transfusionstechnologie. Dahingegen bremsten ungünstige Währungsumrechnungen mit 4% und Desinvestitionen mit 1%. Auf Produktsegmente verteilt lagen die I.V.-Arzneimittel (Intravenös zu verabreichende generische Arzneimittel) bei Erlösen von 1,73 (1,70) Mrd. Euro und die klinische Ernährung bei 1,33 (1,31) Mrd. Euro. Mit Infusionstherapie setzte Fresenius Kabi 0,98 (1,01) Mrd. Euro um und mit medizintechnischen Produkten und Transfusionstherapie weitere 951 (514) Mill. Euro. In "Europa" stieg der Umsatz um 5% auf 2,05 (1,95) Mrd. Euro. In "Nordamerika" legten die Erlöse mit einem kräftigen Umsatzsprung um 23% auf 1,52 (1,24) Mrd. Euro zu. "Lateinamerika/Afrika" expandierte um 1% auf 494 (487) Mill. Euro und "Asien-Pazifik" um 7% auf 927 (863) Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) ging um 1% auf 926 (934) Mill. Euro zurück. Die EBIT-Marge fiel auf 18,5 (20,6)%. Der Jahresüberschuss wuchs um 10% auf 487 (444) Mill. Euro. Negativ hatten sich Kosten von 31 Mill. Euro niedergeschlagen, die für Anforderungen der US-amerikanischen Pharmabehörde, FDA, an zwei Werke des Konzerns anfielen.


"Fresenius Helios" ist ein Partner für Privatisierungsvorhaben im deutschen Krankenhausmarkt und mittlerweile einer der größten deutschen privaten Krankenhausbetreiber. 2011 rundete der Konzern sein Helios-Portfolio mit dem Kauf der beiden Kliniken Damp und Katholisches Klinikum Duisburg ab. Ihre Integration trug 2012 positiv zum Geschäft der Gruppe bei. Nachdem 2012 die Übernahme der Rhön-Klinikum AG nicht zustande kam, wagte sich Fresenius 2013 abermals aus der Deckung und kaufte 40 Krankenhäuser und 13 Medizinische Versorgungszentren von Rhön-Klinikum. Damit verfügt der Konzern über ein flächendeckendes Kliniknetz. Der Kauf erhielt Mitte Februar 2014 die kartellrechtliche Zustimmung. 2013 gehörten insgesamt 74 (72) eigene Kliniken zum Portfolio, darunter sechs (sechs) so genannte Maximalversorger. 51 (50) Kliniken sind dabei Akutkrankenhäuser und weitere 23 (22) Rehabilitationshäuser. Dem Kliniknetzwerk angeschlossen sind 35 (35) medizinische Versorgungszentren und 13 (13) Seniorenresidenzen bzw. Pflegeeinrichtungen. Die Bettenzahl in den Akutkliniken legte 2013 auf 18.885 (18.701) zu, während sie in den Rehabilitationskliniken mit 4.617 (4.585) noch deutlicher wuchs. Bei einer Verweildauer der Patienten der Akutkliniken von 6,6 (6,7) Tagen und der Rehabilitationskliniken von 26,5 (27,0) Tagen sank die Auslastung in den Reha-Kliniken auf 83 (85)%. Insgesamt wurden 807.178 (778.817) Patienten stationär und weitere 2.373.781 (2.118.112) ambulant behandelt.


"Fresenius Helios" steigerte den Umsatz 2013 um 6% auf 3,39 (3,20) Mrd. Euro. Das organische Wachstum lag bei 3%. Akquisitionen trieben das Umsatzwachstum um 4%, während Desinvestitionen es um 1% bremsten. Im Bereich Akutkliniken wuchsen die Erlöse um 6% auf 3,00 (2,81) Mrd. Euro, während sie im Bereich Rehabilitationskliniken um 7% auf 293 (274) Mill. Euro noch deutlicher stiegen. Damit trugen der Akutbereich zu 88% und der Rehabilitationsbereich zu 9% zum Segmentumsatz bei. 3% entfielen auf Sonstige. Das EBIT stieg um 21% auf 390 (322) Mill. Euro. Die EBIT-Marge wuchs auf 11,5 (10,1)%. Der Jahresüberschuss verbesserte sich um satte 35% auf 275 (203) Mill. Euro. Insgesamt investierte der Konzern 2013 rund 2,44 Mrd. Euro, allein 2,19 Mrd. Euro davon für den Erwerb der Kliniken und Versorgungszentren der Rhön-Klinikum.


Das Engineering- und Dienstleistungsgeschäft für Krankenhäuser und die pharmazeutische Industrie wird von der VAMED AG repräsentiert. "Fresenius Vamed" ist den Angaben zufolge auf internationale Krankenhausprojekte spezialisiert und nimmt insbesondere bei der Entwicklung und Realisierung von Krankenhaus-Großprojekten weltweit eine führende Position ein. Das Dienstleistungsportfolio reicht von der Projektentwicklung sowie der Planung und Errichtung über das Facility Management bis hin zur Gesamtbetriebsführung von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen. Im Februar 2008 hat "Fresenius Vamed" einen Vertrag zum Erwerb des Krankenhausplanungs-, Beratungs- und Serviceunternehmens HERMED, Neumünster, unterzeichnet. Hermed ergänzt das Geschäft von Fresenius Vamed sowohl regional als auch strategisch. Während "Fresenius Vamed" vornehmlich größere Krankenhäuser als Kunden hat, ist Hermed stärker bei kleineren bis mittleren Einrichtungen vertreten. Mit der Übernahme konnte sich "Fresenius Vamed" neue Kunden- und Marktsegmente erschließen. "Fresenius Vamed" ist bei Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser wie auch anderen Gesundheitseinrichtungen ein weltweit führendes Unternehmen. Ende 2013 blickte die Gesellschaft auf eine lange Liste von weltweiten Projekten: In 72 Ländern hat "Fresenius Vamed" 650 Projekte realisiert.


"Fresenius Vamed" erzielte 2013 abermals Bestwerte bei Umsatz und EBIT. Zu den neuen Rekordwerten konnten sowohl das organische Wachstum als auch die Akquisitionen beitragen. Der Umsatzanstieg lag bei 21% und so erreichten die Erlöse mit 1,02 (0,85) Mrd. Euro einen neuen Rekordstand. Das Wachstum war zu 13% organisch und zu 8% Akquisitionen geschuldet. Im Projektgeschäft legte der Umsatz um 15% auf 583 (506) Mill. Euro und im Dienstleistungsgeschäft noch dynamischer um 29% auf 437 (340) Mill. Euro zu. Das Projektgeschäft umfasst die Beratung, Projektentwicklung, die schlüsselfertige Errichtung wie auch das Finanzierungsmanagement eines Projekts. Im Dienstleistungsgeschäft sind alle Bereiche des technischen, kaufmännischen und infrastrukturellen Facility Managements zusammengefasst. Die stärkste Umsatzregion war mit einem Anteil von 76% "Europa", gefolgt von "Afrika" mit 11% und "Asien-Pazifik" mit 8%. In "Lateinamerika" wurden 5% der Umsätze erwirtschaftet. Das EBIT wuchs um 8% auf 55 (51) Mill. Euro. Die EBIT-Marge sank dennoch auf 5,4 (6,0)%. Der Jahresüberschuss stieg um 6% auf 37 (35) Mill. Euro. Der Auftragseingang legte um 13% auf 744 (657) Mill. Euro zu. Mit einem Auftragsbestand zum 31. Dezember 2013 von 1,14 (0,99) Mrd. Euro startete der Bereich solide ins neue Jahr.


Das Segment "Konzern/Sonstiges" umfasst die Holdingfunktionen der Fresenius SE & Co. KGaA, die Fresenius Netcare, die Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnologie anbietet. Fresenius Biotech, die auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung von Antikörpertherapien tätig war, wurde Ende Juni 2013 verkauft. Darüber hinaus beinhaltet das Segment "Konzern/Sonstiges" die Konsolidierungsmaßnahmen, die zwischen den Unternehmensbereichen durchzuführen sind.


Am 26. April 2012 unterbreitete Fresenius SE dem privaten Klinikbetreiber Rhön-Klinikum ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot. Fresenius bot den Rhön-Klinikum-Aktionären 22,50 Euro je Aktie, womit sich der Kaufpreis der ausstehenden Aktien auf rund 3,1 Mrd. Euro belaufen hätte. Das Angebot stand unter dem Vorbehalt einer Mindest-Annahmequote von 90%. Zum Rhön-Konzern gehörten zu diesem Zeitpunkt 53 Kliniken mit rund 16.000 Betten und 39 Medizinische Versorgungszentren. Eugen Münch, Firmengründer und Ankeraktionär bei Rhön-Klinikum befürwortete das Angebot. Das Übernahmeangebot scheiterte mit einer erreichten Annahmequote von 84,3% jedoch an der 90%-Marke. Zwar prüfte Fresenius daraufhin im Sommer weitere Möglichkeiten, sah aber aufgrund der Rahmenbedingungen keine realisierbare Alternative und unterließ es so, den Aktionären von Rhön-Klinikum ein neues Übernahmeangebot zu unterbreiten. Allerdings erwarb Fresenius Anfang September 2012 insgesamt 5,0% der Rhön-Anteile. 2013 verkündete Fresenius schließlich die Übernahme von 40 Krankenhäusern und 13 Medizinischen Versorgungszentren von der Rhön-Klinikum AG. Hiermit wir das Krankenhausnetz von Fresenius deutlich ausgebaut. Es wurden noch 2013 Anzahlungen in Höhe von 2,18 Mrd. Euro geleistet. Anfang 2014 erteilten die Kartellbehörden dem Kauf ihre Zustimmung.


Umsatz und Ergebnis abermals auf Rekordniveau


In den Bilanzen des Konzerns lässt sich der Wandel von einem Mittelständler hin zu einem Weltkonzern ablesen. So zählt Fresenius in allen vier Unternehmensbereichen zu den führenden Branchenunternehmen, was sich auch in den Erfolgszahlen ablesen lässt. Allein in der vergangenen zehn Jahren hat der Konzern seinen Umsatz nahezu verdreifacht und das Ergebnis mehr als verachtfacht. Auch 2013, das Jahr des 101-jährigen Firmenjubiläums, war von neuen Rekordumsätzen und einem neuen Höchststand beim Konzernergebnis geprägt. Dabei konnten die gesetzten Ziele durchweg erreicht oder gar übertroffen werden.


Die Umsätze kletterten 2013 getrieben von den guten Geschäften in allen Bereichen um 5% auf 20,33 (i.V. 19,29) Mrd. Euro und durchbrachen so erstmals die 20 Mrd.-Euro-Schranke. Organisch wuchs der Konzern um 4%. Akquisitionen trugen mit plus 5%, Desinvestitionen mit minus 1% zum Plus bei, während Wechselkurse das Wachstum mit 3% ausbremsten. Alle vier Geschäftsbereiche hatten das Umsatzplus im Konzern mit deutlichen Zuwachsraten vorangetrieben. Besonders expansiv zeigten sich "Fresenius Vamed" und "Fresenius Kabi". "Fresenius Medical Care" war mit einem Anteil am Umsatz von 54% der größte Geschäftsbereich, gefolgt von "Fresenius Kabi" mit 24%, "Fresenius Helios" mit 17% und "Fresenius Vamed" mit 5%.


Regional waren "Europa" und "Nordamerika" weiterhin die wichtigsten Märkte. Hier erzielte Fresenius 40% bzw. 42% seiner Konzernumsätze. Die Region "Asien-Pazifik" kam auf einen Anteil von 10%, "Lateinamerika" und "Sonstige" auf 8%. 2011 wurde die Vergütung bei Dialysebehandlungen in den USA auf ein Pauschalsystem umgestellt. In der Folge stiegen die Umsätze in "Nordamerika" 2011 nur leicht an, legten aber 2013 um 6% auf 8,62 (8,14) Mrd. Euro deutlich zu. Parallel wuchsen auch die Erlöse in "Europa" um 5% auf 8,22 (7,80) Mrd. Euro. ähnlich legten die Umsätze in der Region "Lateinamerika" zu. Sie wuchsn um 4% auf 1,17 (1,13) Mrd. Euro. Aber auch in "Asien-Pazifik" kam Fresenius mit einem Plus von 20% auf 1,95 (1,90) Mrd. Euro voran. Die Erlöse in "Afrika" kletterten hingegen deutlicher und wuchsen um 16% auf 376 (324) Mill. Euro.


Dem gewachsenen Umsatz standen Umsatzkosten gegenüber, die auf 13,95 (13,00) Mrd. Euro zulegten. Dennoch kam das Bruttoergebnis um 2% auf 6,38 (6,29) Mrd. Euro voran. Das entspricht einer Bruttomarge von 31,4 (32,6)%. Für den Vertrieb gab der Konzern 801 (746) Mill. Euro aus und in die Verwaltung flossen 2,24 (2,25) Mrd. Euro. Mit 348 (305) Mill. Euro konnten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich hochgefahren werden.


Auch auf der Ergebnisseite erreichte Fresenius 2013 abermals Rekordwerte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 5% auf 3,89 (3,85) Mrd. Euro zu. Nach Abschreibungen von 843 (776) Mill. Euro wuchs das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 3,00 (2,98) Mrd. Euro. Das entspricht einer EBIT-Marge von 15,0 (15,9)%. Den Rückgang führt das Management auf sinkende Kostenerstattungen für Dialyseleistungen in den USA zurück. Das Zinsergebnis konnte auf minus 584 (minus 666) Mill. Euro verbessert werden. So stand vor Steuern ein Ergebnis von 2,41 (2,39) Mrd. Euro zu Buche. An den Fiskus führte Fresenius 2013 Steuern in Höhe von 669 (659) Mill. Euro ab. Nach Anteilen Dritter (im Wesentlichen Fresenius Medical Care) von minus 727 (minus 806) Mill. Euro wuchs der Konzernjahresüberschuss um satte 11% auf 1,01 (0,93) Mrd. Euro. Der Konzern gibt das reguläre Ergebnis je Aktie mit 5,66 (5,35) Euro an. Dabei waren abermals Sondereffekte angefallen, die das Ergebnis um 40 Mill. Euro drückten. Unter den Sondereinflüssen waren auch Aufwendungen für die Integration der Fenwal Holdings Inc. im Segment "Fresenius Kabi". Vor diesen Sondereinflüssen war das Ergebnis um 12% auf 1,05 (0,94) Mrd. Euro gewachsen. Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 5,88 (5,42) Euro. Die Aktionäre profitieren von der starken Ergebnisentwicklung über eine abermals auf 1,25 (1,10) Euro je Aktie angehobene Dividende. Der Konzern zählt mit seiner stringenten Dividendenstrategie zu den kontinuierlichsten Dividendenzahlern im Dax.


Weiteres Wachstum in allen Geschäftsbereichen


Die Ziele für 2014 sind klar definiert. So soll der Konzernumsatz währungsbereinigt um 12% bis 15% über das Vorjahresniveau wachsen. Zum soliden organischen Wachstum kommt hier noch die erstmalige Konsolidierung der übernommenen Rhön-Kliniken hinzu, was das Konzernergebnis befeuern wird. Das Konzernergebnis vor Sondereinflüssen soll währungsbereinigt um 2% bis 5% zulegen. Gebremst wird das Plus hier von den gesenkten Kostenerstattungsraten bei Dialysen in den USA. Bei "FMC" soll der Umsatz 2014 bei 15,2 Mrd. USD und das Ergebnis bei 1,0 Mrd. USD bis 1,05 Mrd. USD und damit leicht unter dem Vorjahreswert liegen. Für "Fresenius Kabi" geht das Management von Umsatzzuwächsen im Bereich von 3% bis 7% aus, während das EBIT hier eine Marge von 16% bis 18% erreichen soll. "Fresenius Helios" hingegen soll mit einem Umsatzplus von 3% bis 5% ein EBIT von 390 Mill. Euro bis 410 Mill. Euro verbuchen. Für die Integration der neu erworbenen Kliniken sind Kosten von 80 Mill. Euro vor Steuern eingeplant. "Fresenius Vamed" kann in den Prognosen der Konzernführung um 5% bis 10% bei den Umsätzen und beim EBIT um 5% bis 10% wachsen. Das Unternehmen arbeitet generell weiter daran, Kosten zu senken, Prozesse zu optimieren und Größenvorteile zu nutzen. Mittelfristig visiert der Konzern dabei an, den Konzernumsatz bis 2017 auf rund 30 Mrd. Euro zu hieven und damit ein Konzernergebnis von 1,4 Mrd. Euro bis 1,5 Mrd. Euro zu erreichen. Zu diesem Wachstum sollen alle Unternehmensbereiche beitragen, wobei kleine und mittelgroße Akquisitionen nicht ausgeschlossen werden. Die Ausschüttungssumme soll in einer Bandbreite von 20% bis 25% liegen.


Rasante Entwicklung in den 90er Jahren


Fresenius blickt auf eine rasante Entwicklung zurück. Beim Börsengang im Dezember 1986 präsentierte sich das Unternehmen noch als Mittelständler, dessen Geschäft die ersten Jahre in sehr ruhigen Bahnen verlief. In den 90er Jahren begab sich Fresenius plötzlich mit Riesenschritten auf den Weg zum Weltkonzern. Heute hat Fresenius eine weltweite Spitzenstellung in der Dialysetechnik inne. Neben zahlreichen kleineren Firmenkäufen wurde ein entscheidender Schritt 1996 mit der Gründung der Fresenius Medical Care AG vollzogen. In diesem Unternehmen haben Fresenius und der US-Konzern W.R. Grace ihre Dialyse-Aktivitäten zusammengeführt. Anfang Oktober 1996 wurde Fresenius Medical als erstes deutsches Unternehmen fast zeitgleich in den USA und in Deutschland an der Börse eingeführt. Während Grace zugunsten ihrer eigenen Aktionäre auf eine Beteiligung verzichtete, blieb die Fresenius AG Mehrheitsaktionär. Durch die Konsolidierung von Fresenius Medical erstmals für ein ganzes Jahr legte der Konzernumsatz von Fresenius 1997 kräftig zu.


Im Dezember 2006 hatte die Hauptversammlung der Fresenius AG den Beschluss gefasst, die Gesellschaft von einer AG in eine SE, Societas Europaea, umzuwandeln. Der Formwechsel erfolgte am 13. Juli 2007. Das Unternehmen notierte im MDax der Frankfurter Wertpapierbörse und stieg am 23. März 2009 in den Dax auf. Nach Beilegung von Klagen seitens einiger Aktionäre gegen eine Rechtsformumwandlung firmierte der Konzern am 28. Januar 2011 von einer SE in eine SE & Co. KGaA um. Zugleich wurden die Vorzugsaktien mit Wirkung zum 31. Januar 2011 im Verhältnis 1:1 in Stammaktien gewandelt. Ziel sei es, die Attraktivität der Aktie zu steigern, das Handelsvolumen anzuschieben und so den Zugang zum Kapitalmarkt zu verbessern, begründete das Management.


Aktionärsstruktur

Streubesitz 59,95%
Else Kröner-F.. 26,84%
BlackRock, Inc. 5,98%
Allianz SE 4,26%
The Capital G.. 2,92%
Commerzbank AG 0,05%

Leitende Positionen

Vorstand (Management)
Dr. Ulf M. Schneider Vorstands-
vorsitzender
Dr. Francesco De Meo
Dr. Jürgen Götz
Mats Henriksson
Rice Powell
Stephan Sturm
Dr. Ernst Wastler
Aufsichtsrat (Directors)
Dr. Gerd Krick Aufsichtsrats-
vorsitzender
Prof. Dr. D. Michael Albrecht
Prof. Dr. h.c. Roland Berger
Dario Anselmo Ilossi
Konrad Kölbl
Klaus-Peter Müller
Dieter Reuß
Gerhard Roggemann
Stefan Schubert
Rainer Stein
Niko Stumpfögger

Beteiligungen

(an anderen Unternehmen)
Unternehmen Bet.
FRESENIUS MED.. 30,42%

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