E.ON SE Namens-Aktien o.N.


E.ON-Platz 1
D-40479 Düsseldorf
Auf dem Weg zum Weltmarktführer im Bereich Energie
Die E.ON SE (zuvor E.ON AG) und ihre Töchter bilden eigenen Angaben zufolge einen der weltweit größten privaten Konzerne auf dem Gebiet der Energiedienstleistung. Dabei versteht sich E.ON als klar fokussiertes Unternehmen mit Marktkompetenzen in den Kerngeschäftsfeldern Strom und Gas. Als attraktives Wachstumsfeld hat der Konzern zudem die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien identifiziert. 2011 wurde die Struktur des Konzerns neu gestaltet. Seither ist das Geschäft in fünf globale und zwölf regionale Einheiten gegliedert. Berichtet wird seit 2012 in den globalen Segmenten: "Erzeugung", "Erneuerbare Energien", "Optimierung & Handel " und "Exploration & Produktion". Das Geschäft mit Verteilung und Vertrieb wird in insgesamt zwölf regionalen Einheiten gesteuert, von denen sechs als Einzelsegmente ausgewiesen werden: "Deutschland", "Großbritannien", "Schweden", "Tschechien", "Ungarn" und "Russland". Alle weiteren Regionen sind im Segment "Übrige Regionen" zusammengefasst.
Seit Jahresbeginn 2012 weist E.ON die Geschäfte der beiden früheren globalen Segmente "Handel" und "Gas" in einem neuen Segment namens "Optimierung & Handel" aus. Der ehemals im Segment "Gas" geführte Geschäftsbereich "Exploration & Produktion" bildet seit 2012 ein eigenes Segment. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Die fünfte globale Einheit "Neubau & Technologie" ist bei der Konzernleitung angesiedelt und wird nicht als eigenes Segment geführt.
Die regionalen Einheiten führen das operative Geschäft des Konzerns in Europa. Sie verantworten das kundennahe Vertriebsgeschäft, die regionale Infrastruktur sowie die dezentrale Erzeugung. Funktionen wie IT, Einkauf oder kaufmännische Steuerungssysteme sind funktional organisiert und unterstützen das Kerngeschäft des Konzerns überall auf der Welt. Zudem weist der Konzern das Ergebnis (EBITDA und EBIT) seit 2011 jeweils bereinigt um außergewöhnliche Sondereffekte aus.
Von den gesamten Umsatzerlösen des Konzerns entfielen im Geschäftsjahr 2012 weit über die Hälfte auf das Geschäftsfeld "Optimierung & Handel", das nach Umsatz zweitstärkste Segment umfasst den Heimatmarkt "Deutschland", der allein ein gutes Fünftel zu den Gesamterlösen des Konzerns beisteuerte. Knapp ein Siebtel der Konzernerlöse stammt aus den weiteren EU-Ländern, der Umsatzanteil aller anderen Segmente bewegt sich im einstelligen Prozentbereich.
Insgesamt verfügte der Konzern Ende 2012 über eine voll konsolidierte Kraftwerksleistung von 70,11 (i.V. 70,06) GW. Damit zählt E.ON zu den führenden Stromproduzenten weltweit Der Kraftwerkspark der E.ON SE gehört nach eigenen Angaben zu den größten und leistungsstärksten in Europa. Mit bedeutenden Stromerzeugungskapazitäten in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Italien, Spanien, Frankreich und den Benelux-Ländern zählt sich E.ON zu den am breitesten aufgestellten Stromerzeugern in Europa. Größter Primärenergieträger in der Kraftwerkleistung war 2012 Steinkohle, auf die 28% der Kraftwerksleistung entfielen. An zweiter Stelle folgt die Kernenergie mit 27%. Auf Erdgas entfielen 22%, auf Windkraft 11% und auf Öl 6%. Der Anteil von Steinkohle belief sich auf 4% und Wasserkraft auf 1%. Auf sonstige Energieträger entfielen 2%.
Im Segment "Erzeugung" sind alle fossilen und nuklearen Erzeugungskapazitäten innerhalb Europas gebündelt, die global gesteuert und optimiert werden. Im Segment "Erzeugung" ging die eigene Stromproduktion im Geschäftsjahr 2012 auf 160,7 (170,8) Mrd. kWh zurück. Auch der Bezug sank auf 28,1 (30,3) Mrd. kWh. Noch stärker gab der Stromabsatz nach, der auf 186,6 (198,8) Mrd. kWh fiel. Der Umsatz des Segments schrumpfte um 7% auf 13,24 (14,98) Mrd. Euro. Das Segment-EBITDA konnte dagegen mit 2,40 (2,11) Mrd. Euro verbessert werden.
Global gesteuert wird auch das Segment "Erneuerbare Energien". E.ON nimmt in diesem Wachstumsmarkt nach eigener Einschätzung eine führende Position ein, die der Konzern weiter festigen und ausbauen will. Die Einheit treibt weltweit den Einsatz Erneuerbarer Energien voran. Investiert wird insbesondere in die Energieträger Wind, Biomasse, Sonne und Meer. Im Segment "Erneuerbare Energie" wuchs die Stromproduktion zum Bilanzstichtag 2012 auf 26,2 (24,0) Mrd. kWh. Der Stromabsatz stieg parallel auf 32,2 (29,7) Mrd. kWh. In diesem Segment wurde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 2% auf 2,48 (2,44) Mrd. Euro ausgeweitet. Davon entfielen 1,32 (1,45) Mrd. Euro auf Wasserkraft und 1,16 (0,99) Mrd. Euro auf Wind/Solar/Sonstiges. Hier machten sich laut Management die gewachsenen Erzeugungskapazitäten bemerkbar. Das Segment-EBITDA schrumpfte auf 1,27 (1,46) Mrd. Euro.
In dem seit 2012 neu strukturierten Segment "Optimierung & Handel" kauft und verkauft E.ON an den Energiehandelsmärkten der Welt Strom, Gas, Flüssiggas (LNG), Öl, Kohle, Frachtkontingente, Biomasse und Emissionszertifikate. Zusätzlich steuert und entwickelt das Segment Assets auf verschiedenen Ebenen der Wertschöpfungskette des Gasmarktes, zum Beispiel Pipelines, Langfristlieferverträge oder Speicher. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr bezog die Geschäftseinheit laut jüngstem Geschäftsbericht 1.310 Mrd. kWh Erdgas von in- und ausländischen Produzenten. Die wichtigsten Bezugsquellen waren Russland, Norwegen, Deutschland und die Niederlande. Die Handelsvolumina beliefen sich auf 1.402 (1.832) Mrd. kWh für Strom und 2.456 (2.480) kWh für Gas. Bei einem Stromabsatz von 565,2 (566,9) Mrd. kWh bezogenem Strom summierten sich die Umsatzerlöse des Segments im abgeschlossenen Geschäftsjahr auf 100,1 (84,67) Mrd. Euro. Das Segment verbuchte mit 18% im Vergleich zum Vorjahr das stärkste Wachstum. Insbesondere durch die Optimierung langfristiger Lieferverträge im Gasgeschäft wurde das Geschäftsvolumen laut Management kräftig ausgeweitet. Als EBITDA verbuchte das Segment im abgeschlossenen Geschäftsjahr 1,42 (0,16) Mrd. Euro - mehr als das Siebenfache des Vorjahreswerts. Die sprunghafte Verbesserung ergab sich laut Management in erster Linie aus erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen mit allen Lieferanten über angepasste Einkaufspreise.
Das ebenfalls 2012 neu geschaffene globale Segment "Exploration & Produktion" ist aus Sicht des Konzernmanagements ein Wachstumssegment mit guten Zukunftsaussichten. Hier ist der Konzern vor allem in vier Kernregionen tätig: in der britischen und der norwegischen Nordsee, in Russland und in Nordafrika. Gesunkene Produktionsvolumina in den älteren Nordseefeldern ließen die Förder- und Absatzmengen im Geschäftsjahr 2012 zurückgehen. Die Gasproduktion dieses Segments ging im abgeschlossenen Geschäftsjahr auf 615 Mill. m³ zurück, ebenso die Produktion von Öl und Kondensaten, die mit 1,5 Mill. Barrel um 58% unter dem Vorjahreswert blieb. Die Summe der geförderten Menge sank auf insgesamt 5,3 (11,0) Mill. Barrel Öläquivalent. Im Geschäftsjahr 2012 gab der Umsatz des Segments um 9% auf 1,39 (1,52) Mrd. Euro nach. Das Segmentergebnis (EBITDA) blieb mit 523,0 (727,0) Mill. Euro erheblich unter dem Vorjahreswert.
Im Segment "Deutschland" gab die Eigenerzeugung des Konzerns im Geschäftsjahr 2012 auf 5,9 (6,6) Mrd. kWh nach. Der Stromabsatz blieb mit 181,4 (181,3) Mrd. kWh stabil. Dennoch stieg der Umsatz der Regionaleinheit im Vergleich zum Vorjahr um 8% auf 40,30 (37,30) Mrd. Euro. Laut Management ist der Anstieg im Wesentlichen auf höhere Umsätze im Zusammenhang mit dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien zurückzuführen. Höhere Netzerlöse im Stromgeschäft und Effekte aus Sparmaßnahmen ließen das Segment-EBITDA um stolze 15% auf 2,82 (2,46) Mrd. Euro steigen.
In dem Segment "Weitere EU-Länder" schrumpfte die Menge an eigenerzeugtem Strom auf 6,2 (7,3) Mrd. kWh. Auch der Bezug gab deutlich auf 148,9 (159,8) Mrd. kWh nach. Der Stromabsatz belief sich auf 145,9 (156,9) Mrd. kWh. Die Umsatzerlöse expandierten hier auf insgesamt 24,10 (23,03) Mrd. Euro, und erreichten damit gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 5%. Das EBITDA aller Länder außer Deutschland und Russland ging um 10% auf 2,03 (2,26) Mrd. Euro zurück.
Im Segment "Großbritannien" legten die Umsatzerlöse vor allem aufgrund positiver Währungsumrechnungseffekte um 13% auf 9,70 (8,55) Mrd. Euro zu. Das Segment-EBITDA ging hingegen mit 289 (523) Mill. Euro kräftig zurück. Als Ursachen des Rückgangs wurden im jüngsten Geschäftsbericht die fehlenden Ergebnisse des im April 2011 veräußerten regulierten Geschäfts (Central Networks) und höhere Kosten zur Erfüllung regulatorischer Verpflichtungen genannt.
Im Segment "Schweden" gaben die Umsatzerlöse um minus 3% auf 2,82 (2,92) Mrd. Euro nach. Der Rückgang des Geschäftsvolumens beruht laut jüngstem Geschäftsbericht auf geringeren Umsätzen im Endkundengeschäft sowie auf im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Spotpreisen und geringeren Absatzmengen. Das Segment-EBITDA legte auf 714 (672) Mill. Euro zu. Das Ergebnisplus gründet laut E.ON-Vorstand auf positiven Währungseffekten sowie auf höheren Netzentgelten, neuen Anschlüssen für Windkraftanlagen und der Veräußerung einer Beteiligung.
Im Segment "Tschechien" wuchsen die Umsatzerlöse dank höherer Verkaufspreise im Endkundengeschäft um 9% auf 3,02 (2,77) Mrd. Euro. Auch höhere Ausgleichszahlungen für die verpflichtende Abnahme von Mengen aus Erneuerbaren Energien trugen dazu bei, das Geschäftsvolumen in Tschechien zu vergrößern. Währungsumrechnungseffekte belasteten allerdings das Ergebnis. Das Segment-EBITDA verbesserte sich dementsprechend nur leicht auf 478 (470) Mill. Euro.
Im Segment "Ungarn" übertrafen die Umsatzerlöse in 2012 den Vorjahreswert um lediglich 1% und beliefen sich auf 1,97 (1,95) Mrd. Euro. Höhere Personalkosten, Verluste durch uneinbringliche Forderungen und negative Währungsumrechnungseffekte bremsten das Ergebnis. Das EBITDA des Segments gab auf 186 (223) Mill. Euro nach.
Als vergleichsweise noch kleiner, aber wichtiger Markt wird "Russland" als eigenes Segment geführt. Hier steht die Stromerzeugung im Vordergrund. Denn aufgrund der besonderen geografischen Lage und der fehlenden Einbindung in das europäische Verbundnetz wurde die Stromerzeugung in Russland nicht in das globale Segment "Erzeugung" integriert. Im Geschäftsjahr 2012 wuchs der selbst erzeugte Strom auf 64,2 (62,5) Mrd. kWh. Der Stromabsatz stieg auf 66,5 (64,8) Mrd. kWh. Mit einem erneut kräftigen Umsatzplus von 16% im Vergleich zum Vorjahr behauptete sich "Russland" als eines der dynamischsten Geschäftssegmente des Konzerns. Die Segmenterlöse stiegen in 2012 auf 1,88 (1,62) Mrd. Euro. Die erst 2011 neu in Betrieb genommenen Erzeugungskapazitäten sorgten im abgeschlossenen Geschäftsjahr erstmals ganzjährig für entsprechende Umsatzerlöse. Infolge gestiegener Erzeugungskapazitäten und höherer Absatzmengen verbesserte sich das Segment-EBITDA mit einem kräftigen Sprung um 32% auf 729 (553) Mill. Euro.
Die als "Übrige Regionen" ausgewiesenen Märkte umfassen Italien, Spanien, Frankreich, die Niederlande, die Slowakei, Rumänien und bis Sommer 2012 auch Bulgarien. In diesem Segment schrumpften die Umsatzerlöse im abgeschlossenen Geschäftsjahr um minus 4% auf 6,58 (6,84) Mrd. Euro. Das EBITDA des Segments "Übrige Regionen" blieb mit 365 (371) Mill. Euro leicht unter dem Vorjahreswert. Hier wirkte sich der Verkauf der per Ende Juni 2012 entkonsolidierten Regionaleinheit Bulgarien ergebnismindernd aus.
Um für die Herausforderungen des Wettbewerbs besser gerüstet zu sein, trennt sich E.ON im Rahmen eines umfassenden Desinvestitionsprogramms von einzelnen Beteiligungen. Insgesamt sollen sich die Erlöse aus dem Verkauf nicht mehr strategischer Beteiligungen auf bis zu 20 Mrd. Euro belaufen. So wurde die bereits im Dezember 2011 mit dem tschechischen Unternehmen Energie-Pro vereinbarte Veräußerung der 100%igen Tochtergesellschaft E.ON Bulgaria im Sommer 2012 vollzogen. Im Januar 2013 verkaufte E.ON schließlich seine Beteiligung an einem slowakischen Energieunternehmen. Mit der österreichischen Verbund AG einigte sich E.ON auf einen Anteilstausch: E.ON erhält von der Verbund AG deren Anteile an einem türkischen Energieproduzenten im Austausch gegen Anteile an den Bayerischen Wasserkraftwerken. Im Februar 2012 wurde der Vertrag über den Verkauf der 40%igen Beteiligung an der HEAG Südhessische Energie AG unterzeichnet. Der Verkauf wurde im Juni 2012 abgeschlossen. Außerdem zog sich E.ON 2012 aus einem als Joint Venture betriebenen Atomkraftwerk in Großbritannien zurück, das an die japanische Hitachi verkauft wurde.
Zur angestrebten Verstärkung des Auslandsgeschäfts trug in 2012 der Eintritt in den brasilianischen wie in den türkischen Strommarkt bei.
Mit Elan in die Gewinnzone zurückgekehrt
Nach einem deftigen Verlust im Vorjahr, der infolge der überraschenden energiepolitischen Wende in Deutschland entstand, verbuchte die E.ON SE im Geschäftsjahr 2012 wieder einen ordentlichen Gewinn von über 2 Mrd. Euro. Gleichzeitig konnte das Geschäftsvolumen mit einem Plus von 16,5% im Vergleich zum Vorjahr deutlich ausgeweitet werden.
Dabei wies der Absatz im Vergleich zum Vorjahr geringere Steigerungsraten auf. Im Jahresverlauf legte der Stromabsatz des Konzerns um 1% auf 740,4 (i.V. 733,7) Mrd. kWh zu, davon stammten 271,2 (276,1) Mrd. kWh aus eigener Erzeugung. Der Gasabsatz wuchs um 5% auf 1.162 (1.108) Mrd. kWh.
Die Umsatzerlöse summierten sich auf 134,0 (115,0) Mrd. Euro. Der Zuwachs wurde laut Management in erster Linie von den Segmenten "Optimierung & Handel" und "Russland" getragen, in denen die Erlöse zweistellig zulegten. Allerdings schossen auch die betrieblichen Aufwendungen kräftig in die Höhe. So wuchs der Materialaufwand um fast 18% über den Vorjahreswert auf 115,3 (97,83) Mrd. Euro. Die Ursache des starken Anstiegs war laut Management vor allem das erheblich gestiegene Handelsvolumen des Segments "Optimierung & Handel", da bei der Optimierung Mengen eingekauft und wieder verkauft werden. Der Personalaufwand dagegen konnte um fast 14% auf 5,14 (5,95) Mrd. Euro gedrosselt werden und auch die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wurden um rund 5% auf 56,0 (59,0) Mill. Euro zurückgefahren. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen schrumpften um 25% auf 13,31 (17,66) Mrd. Euro. Parallel sanken die sonstigen betrieblichen Erträge auf 10,85 (13,79) Mrd. Euro.
Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 16% auf 10,79 (9,29) Mrd. Euro. Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erklärt sich einerseits aus den in 2011 verbuchten extrem hohen Belastungen im Zuge des plötzlichen Ausstiegs Deutschlands aus der Kernenergie, die im Berichtszeitraum nicht mehr anfielen. Andererseits stimulierten ein verbessertes Gashandelsgeschäft, Effekte aus dem Effizienzprogramm und der Betrieb der neuen Gaskraftwerksblöcke an den Standorten Surgutskaya und Yaivinskaya in Russland das Ergebnis. Mit 5,14 (7,09) Mrd. Euro gingen die Abschreibungen um gut 27% zurück. So erholte sich das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) mit einem Plus von 29% im Vergleich zu 2011 und stieg auf 7,03 (5,44) Mrd. Euro.
Das Beteiligungsergebnis schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Drittel auf 154 (452) Mill. Euro. Das Zinsergebnis fiel indessen mit minus 1,41 (minus 2,09) Mrd. Euro erheblich besser aus als 2011. So summierte sich das Ergebnis vor Steuern auf plus 3,35 (minus 2,90) Mrd. Euro. Nach Steuern von 710,0 Mill. Euro (Steuergutschrift: 1,04 Mrd. Euro) ergab sich ein Gewinn von plus 2,64 (Verlust: minus 1,86) Mrd. Euro. Das Nettoergebnis der eingestellten Bereiche wurde auf 37 (14) Mill. Euro beziffert. Abzüglich der Fremdanteile von minus 424 (358) Mill. Euro blieb unter dem Strich für das Geschäftsjahr 2012 ein Konzernjahresergebnis von plus 2,22 (minus 2,22) Mrd. Euro. Die Aktionäre sollen eine um 10% erhöhte Dividende von 1,10 (1,00) Euro je Aktie erhalten.
Grundsätzlich ist zu beachten, dass E.ON die Rechnungslegung 2007 von US-GAAP auf IFRS umgestellt hat; die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Die Jahre 2006 und 2007 sind folglich mit den Vorjahren nur eingeschränkt vergleichbar.
Investitionen auf Wachstumsfelder konzentrieren
E.ON geht davon aus, dass das EBITDA für das laufende Geschäftsjahr 9,2 bis 9,8 Mrd. Euro erreichen und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 10,8 Mrd. Euro bleiben wird. Dieses Ergebnis ist bereinigt um die substantiellen Ergebnisbeiträge, die durch die derzeit laufende Abgabe von Beteiligungen entfallen werden. Auf der Grundlage deutlich verschlechterter Rahmenbedingungen der europäischen Energiewirtschaft wird sich die Ertragslage im Gas Midstream-Geschäft zwar normalisieren, die Profitabilität des Erzeugungsgeschäfts allerdings unzulänglich bleiben. Der nachhaltige Konzernüberschuss soll sich auf 2,2 bis 2,6 Mrd. Euro belaufen - im Vergleich zu 4,2 Mrd. Euro für 2012 ein kräftiger Rückgang.
Im Zuge der Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen in Europa richtet sich E.ON sukzessive strategisch neu aus. Wie es im jüngsten Geschäftsbericht des Energieriesen heißt, werden die Bedingungen für das europäische Geschäft mittelfristig schwierig bleiben. In fast allen Kernmärkten des Konzerns ist die Nachfrage nach Strom und Gas im letzten Jahr deutlich zurückgegangen und der europäische Emissionshandel liegt am Boden, weil praktisch niemand mehr Emissionszertifikate kaufen will. Gleichzeitig erobern die hoch subventionierten Erneuerbaren Energien in immer stärkerem Maße die europäischen Energiesysteme und entwerten die konventionelle Stromproduktion, auf die E.ON mit seinen klimaschonenden Gaskraftwerken gesetzt hat. Künftig will der Vorstand seine Investitionen daher verstärkt in die Wachstumsfelder Dezentrale Energien, Erneuerbare und Märkte außerhalb Europas lenken.
Überdies hat der Konzern angekündigt, statt ein absolutes Dividendenziel wieder eine festgelegte Ausschüttungsquote anzustreben. Demnach soll diese künftig 50 bis 60% des nachhaltigen Konzernüberschusses betragen.
Entstanden durch die Fusion von Veba und Viag
Die jüngere Vergangenheit war geprägt von der Fusion von VEBA und VIAG zur E.ON AG im Jahre 2000. Die Aktionäre der VEBA und der VIAG hatten diesem Zusammenschluss auf der ao. HV im Februar 2000 mit großer Mehrheit zugestimmt. Bereits am 16. Juni 2000 wurde die Fusion zur E.ON AG in das Handelsregister eingetragen. Die VIAG erlosch als eigenständiger Rechtsträger, und die ehemaligen VIAG-Aktionäre wurden zu diesem Zeitpunkt Aktionäre der E.ON. Seit dem 19. Juni 2000 wird die E.ON-Aktie an der Börse gehandelt. Am 14. Juli 2000 wurde die Verschmelzung von PreussenElektra und Bayernwerk zur E.ON Energie AG in das Handelsregister eingetragen.
Nach dem Zusammenschluss von VEBA und VIAG zur E.ON AG vollzog die Gesellschaft dann entscheidende Schritte auf dem Weg zu einem der weltweit führenden Energieversorger. Einer der Meilensteine betraf neben der mehrheitlichen Übernahme der Ruhrgas AG die am 1. Juli 2002 vollendete Übernahme von Powergen (Kaufpreis 7,6 Mrd. Euro nach Abzug von 0,2 Mrd. Euro liquider Mittel). Mit dieser Übernahme verschaffte sich E.ON Zugang zu einem der größten europäischen Strommärkte und über die in Kentucky tätige Powergen-Tochter LG&E Energy neue Wachstumschancen in den USA. Bereits in 2001 hatte sich die E.ON Energie AG mehrheitlich an dem zweitgrößten schwedischen Energieversorger Sydkraft sowie mit 34% an dem finnischen Energieversorger Espoon Sähkö beteiligt.
Parallel zu diesen Großakquisitionen wurden die Öl- und Gasgeschäfte des E.ON-Konzerns neu geordnet. Für die Übernahme der BP-Tochter Gelsenberg, die 25,5% an Ruhrgas hielt, hat BP im Gegenzug im Februar 2002 per Kapitalerhöhung 51% der Anteile an der E.ON-Tochter VEBA Oel erworben. Einen Monat zuvor hatte E.ON ihre Tochtergesellschaft VAW Aluminium an die norwegische Norsk Hydro veräußert. Im Juli 2002 wurden die Verhandlungen über den Verkauf der Logistiktochter Stinnes abgeschlossen. Im August folgte die Unterzeichnung des Vertrages zum Verkauf von Schmalbach-Lubeca (indirekte Aktionäre waren zu diesem Zeitpunkt neben E.ON Allianz Capital Partners) an den amerikanischen Verpackungshersteller Ball Corporation. Wichtige Desinvestitionen des Jahres 2001 betrafen den Verkauf der 45%-Beteiligung an VIAG Interkom und der 71,8%-Beteiligung am Silizium-Wafer-Produzenten MEMC. Seit dem Abschluss dieser großen Akquisitionen und Desinvestitionen konzentriert sich der E.ON-Konzern weitgehend auf das Energiegeschäft.
Bis zum Jahre 2004 betrieb E.ON neben dem Unternehmensbereich Energie die Geschäftsbereiche Chemie und Immobilien. Das Geschäftsfeld Chemie wurde dabei in erster Linie von der Degussa AG repräsentiert. Im Dezember 2005 unterzeichneten E.ON und RAG eine Eckpunktevereinbarung zur Abgabe der Degussa-Beteiligung an die RAG. Die beiden Unternehmen vereinbarten einen Kaufpreis von rund 2,8 Mrd. Euro. Im Zuge der weiteren Umsetzung der Eckpunktevereinbarung ist am 21.März 2006 die Einbringung dieser Anteile in die RAG Projektgesellschaft mbH, Essen, sowie deren Verkauf auf Termin erfolgt. Am 3. Juli 2006 wurde der Terminkaufvertrag mit der RAG über den E.ON-Geschäftsanteil an der RAG Projektgesellschaft mbH vollzogen und damit die zuletzt nur noch mittelbare Degussa-Beteiligung abgegeben. Die Kaufpreiszahlung erfolgte am 31. August 2006. E.ON erzielte aus dieser Transaktion einen Ertrag von 376 Mill. Euro.
Im Jahr 2004 hat E.ON die geplante Abgabe von Viterra AG, in der die Immobilien-Aktivitäten gebündelt sind, eingeleitet. Im August 2005 hat E.ON die Viterra an die Deutsche Annington veräußert. Aus dem Verkauf erzielte E.ON einen Buchgewinn in Höhe von rund 2,4 Mrd. Euro. 2005 war eine Sonderdividende von 4,25 Euro je Aktie ausgeschüttet worden, mit der die Gesellschaft ihren Aktionären den Gegenwert der Degussa-Beteiligung zukommen ließ.
Wesentliches Ereignis der jüngeren Vergangenheit war der Versuch, die spanische Endesa S.A. zu übernehmen. Ein erstes Angebot erfolgte im Februar 2006. Nach zähem Prozessverlauf folgte Anfang 2007 das finale Angebot, das letztlich nicht erfolgreich war. Im April 2007 unterzeichnete E.ON schließlich eine Vereinbarung mit dem italienischen Energieversorger Enel und dem spanischen Baukonzern Acciona, um die festgefahrene Situation beim Übernahmeangebot für Endesa zu beenden. E.ON verpflichtete sich, keine Minderheitsposition bei Endesa zu übernehmen. Im Gegenzug verpflichteten sich Enel und Acciona, ein Übernahmeangebot für Endesa abzugeben. Enel und Acciona erhielten in der Folge die Kontrolle über Endesa und E.ON damit ein umfangreiches Beteiligungspaket mit Aktivitäten u.a. in Spanien, Italien und Frankreich. Der Abschluss dieser Transaktion erfolgte 2008. Die neuen Geschäftsbereiche wurden der Market Unit Central Europe und Climate & Renewables zugeschlagen. Die italienischen und spanischen Beteiligungen wurden in eigene Market Units eingefügt.
Im August 2008 führte der Konzern einen Aktiensplit im Verhältnis 1:3 durch. Durch eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln von 1,73 Mrd. Euro auf 2,00 Mrd. Euro sowie einer anschließenden Neueinteilung des gezeichneten Kapitals erhöhte sich die Anzahl der Aktien von 0,67 Mrd. Stücke auf 2,00 Mrd. Stücke. Der rechnerische Nennwert sank dabei von 2,60 Euro je Aktie auf 1,00 Euro. Die Dividende wie auch der rechnerische Nennwert wurden in der Kennzahlentabelle rückwirkend angepasst. Die Umwandlung der E.ON AG in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) wurde am 21. November 2012 vollzogen.
Aktionärsstruktur
| Streubesitz | 79,34% |
| BlackRock, Inc. | 5,01% |
| eigene Anteile | 4,71% |
| Commerzbank AG | 4,22% |
| Staat Norwegen | 2,92% |
| Credit Suisse.. | 2,33% |
| Morgan Stanley | 1,29% |
| Société Génér.. | 0,18% |
Leitende Positionen
| Vorstand (Management) | |
|---|---|
| Dr. Johannes Teyssen | Vorstand.. |
| Jørgen Kildahl | |
| Dr. Bernhard Reutersberg | |
| Dr. Marcus Schenck | |
| Regine Stachelhaus | |
| Mike Winkel | |
| Aufsichtsrat (Directors) | |
|---|---|
| Werner Wenning | Aufsicht.. |
| Gabriele Gratz | |
| Denise Kingsmill | |
| Prof. Dr. Ulrich Lehner | |
| Eugen-Gheorghe Luha | |
| René Obermann | |
| Erhard Ott | |
| Klaus Dieter Raschke | |
| Eberhard Schomburg | |
| Dr. Theo Siegert | |
| Willem Vis | |
| Dr. Karen de Segundo | |
Beteiligungen
| Unternehmen | Bet. |
|---|