HeidelbergCement AG Inhaber-Aktien o.N. Hilfe und InfosSeite druckenSeite aktualisieren

17.05.13  09:28 Uhr

60,01 EUR

-0,12%  [-0,07]

KGVe:
16,0947

DIVe:
1,41%

Typ: Aktie  WKN: 604700

Börse: Düsseldorf

 

Realtime-Kurs

 

Unternehmensbericht | Neuemissionsbericht
HEIDELBERGCEMENT AG
Kontakt
HEIDELBERGCEMENT AG
Berliner Straße 6
D-69120 Heidelberg
Telefon
+49-6221-481-0
Fax
+49-6221-481-13217
Email
ir-info@heidelbergcement.com

Weltweit Spitzenklasse bei Zement und Beton


Die HeidelbergCement AG gehört zu den weltweit führenden Baustoffproduzenten und ist auf fünf Kontinenten aktiv, indem sie die beiden Grundstoffe für Beton herstellt und vertreibt: Zement und Zuschlagstoffe wie Sand und Kies. Nachgelagerte Aktivitäten wie Transportbeton, Betonprodukte und Betonelemente sowie Serviceleistungen ergänzen die Angebotspalette des global aufgestellten Konzerns. Mit dem Geschäftsfeld "Zement" konzentriert sich der Konzern auf die Wachstumsmärkte vorwiegend in Asien. Im Geschäftsfeld "Zuschlagstoffe" gilt die Aufmerksamkeit der Rohstoffsicherung und dem Ausbau der vertikalen Integration in den reifen Märkten. Die operative Tätigkeit ist in die Regionen "West- und Nordeuropa", "Osteuropa-Zentralasien", "Nordamerika", "Asien-Pazifik" und "Afrika-Mittelmeerraum" unterteilt. Hinzu kommt der "Konzernservice" mit zwei Handelsgesellschaften.


Mit einem konsolidierten Zementabsatz von 89,0 (i.V. 87,8) Mill. t gehört der Konzern zu den weltweit größten Zementherstellern und nimmt in vielen Ländern die Spitzenposition ein. Die Kunden von HeidelbergCement sind in den Bereichen Neubau, Ausbau und Sanierung aktiv.


Durch die Einbeziehung der Hanson-Aktivitäten in 2008 wurde das Konzerngebiet Europa-Zentralasien um Israel und Spanien erweitert und zählt insgesamt 23 Länder; außerdem hat Großbritannien erheblich an Bedeutung gewonnen. Seit 2010 unterteilt sich das Konzerngebiet Europa-Zentralasien in die beiden Gebiete "West- und Nordeuropa" einerseits und "Osteuropa-Zentralasien" andererseits.


Im Konzerngebiet "West- und Nordeuropa" ist der Konzern in elf Ländern aktiv. Hier produziert HeidelbergCement als vollintegriertes Baustoffunternehmen Zement, Zuschlagstoffe, Asphalt, Transportbeton und verschiedene Bauprodukte. In den meisten Ländern, in denen der Konzern Zement anbietet, ist er auch Marktführer. Großbritannien umfasst dabei das größte Marktgebiet in Europa und das zweitgrößte des Konzerns. 2012 stand Europa abermals unter dem Eindruck der Staatsschuldenkrise und so tendierte die Bautätigkeit in den einzelnen Märkten uneinheitlich. Während der private Wohnungsbau dank der niedrigen Bauzinsen anzog, konnte er den Rückgang im öffentlichen Bau nicht ausgleichen. Zeigte sich die Bautätigkeit in Nordeuropa expansiv, so schwächte sie sich in Großbritannien und den Niederlanden ab. Dabei gab der Zementverbrauch nach und lag im Konzerngebiet insgesamt bei 21,3 (22,1) Mill. t, ein Minus von 3,9%. Der Absatz von Zuschlagstoffen verbuchte einen Rückgang um 8,7% auf 72,2 (79,1) Mill. t. Sowohl der Asphalt- als auch der Transportbetonabsatz brachen mit 2,8 (3,6) Mill. t bzw. 13,2 (13,8) Mill. cbm ein und lagen deutlich unter den Vorjahreswerten. 2012 musste die Region "West- und Nordeuropa" bei den Umsätzen somit einen deutlichen Rückgang um 2,7% auf 4,20 (4,32) Mrd. Euro verbuchen. Das operative Ergebnis brach gar um 32,1% auf 290 (427) Mill. Euro ein.


Im Konzerngebiet "Osteuropa-Zentralasien" sind weitere elf Länder zusammengefasst. In den meisten der abgedeckten Märkte ist der Konzern im Bereich Zement Marktführer. Größter Einzelmarkt in dieser Region ist Polen. Nachdem diese Region sich 2011 von dem Einbruch in Folge der Wirtschaftskrise erholt hatte, schlug sich 2012 die sinkende Nachfrage in der Euro-Zone negativ nieder. Sparmaßnahmen einzelner Staaten zur Haushaltskonsolidierung bremsten die Entwicklung der Baubranche zusätzlich. Lediglich in Russland und Kasachstan gewann die Bautätigkeiten an Fahrt. Auf der Absatzseite musste der Konzern auf breiter Basis einen Abwärtstrend verbuchen. Der Absatz von Zement und Klinker gab nur leicht um 1,0% auf 17,2 (17,4) Mill. t nach und die Zuschlagstoffe büßten um 11,5% auf 19,2 (21,7) Mill. t ein. Mit minus 17,5% sank der Transportbeton zudem auf 3,8 (4,6) Mill. cbm. Der Umsatz legte 2012 dennoch um 3,1% auf 1,44 (1,39) Mrd. Euro zu. Mit 193 (217) Mill. Euro lag das operative Ergebnis trotz Umsatzplus um 11,5% unter dem Vorjahresergebnis.


In "Nordamerika" gehört HeidelbergCement ebenfalls durch den Erwerb von Hanson zu den führenden Herstellern von Zuschlagstoffen, Transportbeton, Zement, Asphalt und Bauprodukten in den USA und Kanada. 2012 zeigte sich das Wachstum der US-Wirtschaft insgesamt erfreulich. Nachdem sich die Bauwirtschaft bereits im Vorjahr deutlich erholen konnte, wuchs sie 2012 um satte 7%, wovon insbesondere der Wohnungsbau profitierte, der so den gedrosselten öffentlichen Bau kompensierte. Ähnlich sah es in Kanada aus. Unter dem Strich legte der Absatz von Zement und Klinker leicht um 10,1% auf 11,7 (10,6) Mill. t zu, während die Zuschlagstoffe auf 104,5 (105,8) Mill. t um 1,2% leicht nachgaben. Auch der Asphaltabsatz gab um 1,9% auf 3,4 (3,5) Mill. t nach. Lediglich der Transportbeton konnte seine abgesetzte Menge um 6,9% auf 6,1 (5,7) Mill. cbm anheben. So legte der Umsatz im Konzernbereich 2012 auf 3,44 (3,04) Mrd. Euro zu. Das operative Ergebnis wuchs um satte 42,0% auf 327 (230) Mill. Euro.


Das Konzerngebiet "Asien-Pazifik" schließt nach der Übernahme von Hanson neben Australien auch sieben asiatische Länder ein. Dabei baut der Konzern die Zementkapazitäten in Indien und Indonesien deutlich aus. In Malaysia, Indonesien und Hongkong ist HeidelbergCement bei Zuschlagstoffen und Transportbeton stark aufgestellt. In Australien ist der Konzern bei Transportbeton und Zuschlagstoffen gut aufgestellt und verfügt darüber hinaus über eine Beteiligung am größten Zementunternehmen des Landes. 2012 setzten die Schwellenländer Asiens ihren Wachstumskurs fort, wenn auch mit verminderter Dynamik. 2012 kletterte der Absatz von Zement und Klinker auf 30,0 (28,8) Mill. t, wobei zugleich der Absatz von Zuschlagstoffen auf 37,0 (37,1) Mill. t leicht nachgab. Nach einem deutlichen Einbruch in 2010 tendierte der Asphaltabsatz 2012 mit 1,9 (1,9) Mill. t stabil. Der Transportbetonabsatz wuchs um 12,5% auf 11,1 (9,9) Mill. cbm. In der Folge wuchs der Umsatz um 17,6% auf 3,48 (2,96) Mrd. Euro. Das operative Ergebnis wuchs um 28,9% auf 732 (568) Mill. Euro.


Im Konzerngebiet "Afrika-Mittelmeerraum" hat der Konzern neun Länder der südlichen Sahara zusammengefasst, wo ausschließlich Zement produziert wird. Im Mittelmeerraum ist das Unternehmen mit Standorten in Spanien, Israel und der Türkei vertreten. Während in Spanien und in Israel hauptsächlich Zuschlagstoffe und Transportbeton hergestellt werden, ist der Konzern in der Türkei über das Joint Venture Akcansa führend im Zementgeschäft und stellt auch Transportbeton und Zuschlagstoffe her. Während die Länder der südlichen Sahara 2012 eine robuste Wirtschaftleistung und lebhafte Bautätigkeit vorweisen konnten, kühlte in der Türkei die Bautätigkeit und damit auch die Nachfrage nach Beton merklich ab. Während in Israel Infrastrukturmaßnahmen den Bausektor anschoben, fiel die Bautätigkeit in Spanien im Sog der Wirtschaftskrise weiter drastisch zurück. Die uneinheitliche Entwicklung zeigt sich auch in den Absatzzahlen: Beim Absatz von Zement und Klinker verbuchte der Konzern ein marginales Plus von 0,9% auf 9,2 (9,1) Mill. t. Der Absatz bei den Zuschlagstoffen fiel jedoch um 3,6% auf 13,7 (14,2) Mill. t. Der Asphaltabsatz wuchs um 1,7% auf 0,5 (0,5) Mill. t. Parallel fiel die abgesetzte Transportbetonmenge um 3,5% auf 4,9 (5,1) Mill. cbm. Die Erlöse wuchsen im Konzerngebiet um 11,0% auf 1,14 (1,02) Mrd. Euro. Dabei kam das operative Ergebnis um 29,0% auf 166 (128) Mill. Euro voran.


Der Umsatz im Bereich "Konzernservice", zu dem die Handelsgesellschaften HC Trading gehört, sprang 2012 um 27,1% auf 828 (652) Mill. Euro. Das operative Ergebnis dagegen verdoppelte sich auf 22 (11) Mill. Euro. HC Trading ist eine der größten internationalen Handelsgesellschaften für Zement und Klinker und hat Niederlassungen in Malta, Istanbul, Singapur, Shanghai und Dubai.


Umsatz und Ergebnis profitieren von Wachstum in Schwellenländern


Nachdem der Konzern 2009 ein "Schreckensjahr" durchleben musste, konnte HeidelbergCement 2012 an die beiden guten Vorjahre anknüpfen. Allerdings war der Konzern unter dem Strich nicht mehr ganz so erfolgreich wie noch ein Jahr zuvor. Während der Umsatz weiter zulegte, büßte HeidelbergCement beim Konzernergebnis ein. Insgesamt konnte die Weltwirtschaft trotz der Euro- und Finanzkrise weiter wachsen, allerdings mit gebremster Dynamik. Die stärksten Impulse für HeidelbergCement kamen auch 2012 wieder aus den aufstrebenden Staaten in Asien und Afrika, wobei sich auch das Geschäft in Nordamerika dank vorteilhafter Wechselkurse spürbar belebte.


Während der Absatz von Zement und Klinker dank reger Nachfrage in Nordamerika und Asien-Pazifik auf 89,0 (i.V. 87,8) Mill. t deutlich um 1,4% anzog, brach das Geschäft mit Zuschlagstoffen nach dem Auslaufen von staatlichen Infrastrukturprogrammen in Nordamerika, Großbritannien und Osteuropa um 4,4% auf 243,0 (254,1) Mill. t ein. Selbst der Absatz bei Asphalt zeigte sich mit 8,6 (9,5) Mill. t rückläufig. Allerdings tendierte die verkaufte Menge von Transportbeton mit 39,1 (39,1) Mill. cbm zum Vorjahr stabil. Die Erlöse des Konzerns kamen im Vergleich zum Vorjahr auch dank der Erholung in Nordamerika und der positiven Entwicklung in den Wachstumsmärkten um 8,7% auf 14,02 (12,90) Mrd. Euro voran. In West- und Osteuropa zeigten sich die Erlöse dabei leicht rückläufig. Währungs- und konsolidierungsbereinigt lag das Plus bei 4,2%.


Im Rahmen der Effizienzsteigerungsinitiative Fox 2013 konnte der Konzern im abgelaufenen Jahr Einsparungen in Höhe von 384 (100) Mill. Euro einfahren und das gesteckte Ziel von 200 Mill. Euro deutlich übertreffen. Der Materialaufwand legte in der Folge um 10,3% auf 5,94 (5,38) Mrd. Euro zu. Für Forschung und Entwicklung gab der Konzern 91,8 (78,9) Mill. Euro aus. Auch die Verwaltungsaufwendungen kletterten mit 978,5 (899,2) Mill. Euro deutlich weiter in die Höhe. Hatte das Management im Vorjahr noch beim Personalaufwand die Kostenschraube fester angezogen, so wuchs dieser Aufwandsposten 2012 um 12,9% auf 2,33 (2,06) Mrd. Euro.


Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (OIBD) kam auch dank der Preiserhöhungen bei den Produkten um 6,7% auf 2,48 (2,32) Mrd. Euro voran. Das entspricht einer OIBD-Marge von 17,7 (18,0)%. Nach Abschreibungen von 1,12 (0,94) Mrd. Euro lag das operative Ergebnis (OI) bei 1,61 (1,47) Mrd. Euro und war damit dank der guten Ergebnisse in Nordamerika, Afrika und der Region Asien-Pazifik um 9,5% gewachsen. Damit blieb die Marge mit 11,5 (11,4)% stabil. Nicht zahlungswirksame Abschreibungen auf Firmenwerte und Anlagevermögen belasteten mit 143 Mill. Euro wie auch Restrukturierungskosten im Bereich Bauprodukte in Nordamerika in Höhe von 128 Mill. Euro. Nach der Neubewertung einer langfristigen Rückstellung fiel ein nicht liquiditätswirksamer Finanzaufwand an, der dazu führte, dass das Zinsergebnis mit minus 558,7 (minus 545,8) Mill. Euro tiefer in die roten Zahlen fiel. Das Beteiligungsergebnis blieb dank des Beitrags seitens der assoziierten Unternehmen mit 44,1 (48,5) Mill. Euro relativ konstant.


Vor Steuern gab das Ergebnis auf 730,2 (777,6) Mill. Euro nach. 2012 führte der Konzern an den Fiskus Steuern in Höhe von 185,1 (243,4) Mill. Euro ab. Damit kam das Nachsteuerergebnis mit 545,1 (534,2) Mill. Euro deutlich um 2% voran. Nach Anteilen Dritter, die dank der verbesserten Ergebnissituation bei Indocement auf minus 243,9 (minus 186,1) Mill. Euro anwuchsen, blieb unter dem Strich ein Konzernjahresüberschuss, der auf 301,2 (348,1) Mill. Euro um 13% nachgab. Dabei gingen die Ergebnisse der eingestellten Bereiche mit plus 88,5 (minus 21,7) Mill. Euro in die Bilanz ein. Das Ergebnis enthielt 2011 Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit Schadenersatz- und Umweltverpflichtungen bei US-amerikanischen Töchtern der 2007 übernommenen Hanson-Gruppe. 2012 waren die Risikopositionen aus den Hanson-Asbestklagen in den USA deutlich geringer und so konnten Rückzahlungsverpflichtungen aufgelöst werden, was zu dem positiven Ergebnis der aufzugebenden Bereiche führte. Der Konzern gibt das Ergebnis je Aktie mit 1,61 (1,86) Euro an. Die Aktionäre profitieren vom guten Ergebnis über eine auf 0,47 (0,35) Euro je Aktie erhöhte Dividende. Im abgelaufenen Jahr investierte der Konzern insgesamt 866 (959) Mill. Euro.


Weiter sparen und optimieren


2013 feiert der Konzern sein 140-jähriges Bestehen. Strategisch hat die Unternehmensführung bereits 2011 drei Ziele ausgerufen, die auch im laufenden Jahr weiter verfolgt werden sollen: Kostenführerschaft durch kontinuierliche Effizienzsteigerung, Rückführung der Verschuldung und gezielte Investitionen in Zementkapazitäten in Wachstumsmärkten. Um die Kostenführerschaft zu erreichen, hat der Konzern 2011 die Effizienzsteigerungsinitiative FOX 2013 ausgerufen. In den nächsten drei Jahren sollten zunächst Einsparungen von insgesamt 600 Mill. Euro realisiert werden. Da bereits 2011 die hier gesteckten Ziele übertroffen werden konnten, legte das Management die Latte zunächst auf 850 Mill. Euro und 2012 dann auf 1,01 Mrd. Euro. Um die Margen zu verbessern formulierte das Management 2012 die beiden Sales-Initiativen "Perform" und "Climb Commercial", die beide 2013 umgesetzt werden sollen. Bis 2015 sollen sich hiernach die Margen im Bereich Zement um 230 Mill. Euro und bei den Zuschlagstoffen um 120 Mill. Euro erhöhen. Um dies zu erreichen, sollen begleitend Kosten gesenkt und Investitionen getätigt werden.


Für das laufende Jahr geht die Konzernführung von einem unbeständigen Umfeld aus, in dem die Schuldenkrise im Euro-Raum auf eine verlangsamte Wachstumsdynamik in den Schwellenländern treffen wird. Allerdings wird für die reifen Märkte für 2013 und 2014 eine positive Entwicklung prognostiziert. In Osteuropa und Zentralasien rechnet der Konzern mit einer um 2% bis 6% anziehenden Wirtschaftsleistung. In Asien und Afrika dürfte das Plus zwischen 5% und 8% liegen. Kostensteigerungen bei Energie und Personal werden dabei die Aufwandspositionen leicht bis moderat ansteigen lassen. Mit gezielten Maßnahmen aus den beiden Programmen Perform" und "Climb Commercial" will das Management diesen Auftrieb ausgleichen und verlorengegangene Margen bei Zement und Zuschlagstoffen zurückgewinnen und Preise erhöhen. Anvisiertes Ziel bleibt es 2013, den Umsatz gegenüber dem Vorjahr auch über diverse Kapazitätsausweiterungen im Zementbereich moderat zu erhöhen und das operative Ergebnis weiter zu verbessern. Dank schlankerer Finanzierungskosten und wegfallender Einmalbelastungen soll das Ergebnis vor Steuern spürbar verbessert werden. 2014 wird bei Umsatz und Ergebnis eine weitere Erhöhung anvisiert.


Wachstum in eine neue Dimension


Im Geschäftsjahr 1993 schaffte die Gesellschaft den Sprung in eine neue Dimension. Durch die mehrheitliche Übernahme der belgischen CBR-Gruppe konnte die HeidelbergCement AG ihre Marktstellung in Westeuropa und Nordamerika erheblich erweitern. Erstmals konsolidiert wurde die CBR-Gruppe 1994, womit eine Verdoppelung des Geschäftsvolumens einherging. Für den Umsatzrückgang im Jahre 1995 waren hauptsächlich Verschiebungen der Währungsrelationen verantwortlich.


Ein wesentliches Ereignis war im Jahre 1999 die Übernahme der schwedischen Scancem AB. Außerdem war zur Jahresmitte 1999 die Maxit Holding GmbH (ein international führender Anbieter von Trockenmörtel) mehrheitlich erworben worden. In einem weiteren Schritt wurden die deutschen Aktivitäten im Segment Trockenmörtel in der Heidelberger maxit GmbH zusammengeführt. Bei der belgischen CBR wurde die Beteiligung im Rahmen eines öffentlichen Angebots auf mehr als 94% erhöht. Maxit und Scancem trugen 1999 addiert 2,15 Mrd. Euro zum Konzernumsatz der HeidelbergCement AG bei, was den Konzernumsatz kräftig nach oben springen ließ.


Bereits im Jahr 1998 hatte der HeidelbergCement-Konzern seine Auslandsaktivitäten erheblich ausgebaut. Einerseits war die mehrheitliche Übernahme des rumänischen Zementherstellers Moldocim vollzogen und andererseits das polnische Zementwerk Wiek erworben worden. Darüber hinaus lief in Nordamerika am Standort Union Bridge ein Großprojekt an. Mit einem Investitionsvolumen von 260 Mill. US-Dollar wurde dort ein neues Zementwerk gebaut, das 2001 planmäßig die Produktion aufnahm. Durch diesen Neubau hat sich die Zementkapazität auf rund 2,0 Mill. t mehr als verdoppelt, bei gleichzeitiger Stilllegung der Altanlage. Darüber hinaus hatte sich HeidelbergCement u.a. mit 30% an der China Century Cement Ltd. beteiligt; die Beteiligung wurde 2003 auf 49% aufgestockt. Es folgten weitere Zukäufe.


Diese Akquisitionsstrategie hat der Konzern in den folgenden Jahren konsequent fortgesetzt und seine Position vor allem in Asien und Osteuropa sukzessive ausgebaut. So war das Geschäftsjahr 2007 maßgeblich geprägt von der Akquisition des britischen Baustoffherstellers Hanson und den damit einhergehenden Veränderungen. Die Transaktion war die größte in der Baustoffindustrie und verbesserte die Stellung von HeidelbergCement als weltweit führendes Unternehmen. Die Akquisition kostete HeidelbergCement 14 Mrd. Euro. Das Geld konnte zum Teil über Kapitalerhöhungen und die Begebung von Schuldscheinen wie auch den Verkauf der Maxit-Gruppe hereingeholt werden. Die Maxit-Gruppe ging mit Wirkung zum März 2008 zu einem Preis von 2,2 Mrd. Euro an den französischen Baustoffhersteller Saint Gobain. In der Bilanz 2007 und 2008 ist Maxit als nicht fortzuführendes Geschäft erfasst.


Im Geschäftsjahr 2006 war das Grundkapital ohne Ausgabe neuer Aktien um 50,9 Mill. Euro auf 347,0 Mill. Euro erhöht worden. Dadurch stieg der rechnerische Nennwert einer Aktie von 2,56 auf 3,00 Euro.


Die 14 Mrd. Euro schwere und 2007 erfolgte Hanson-Akquisition stellte den Konzern im Zuge der Finanzkrise vor tiefgreifende Finanzierungsprobleme. Das Geschäftsjahr 2009 bilanzierte der Vorstand des Baustoffkonzerns in der Folge als "Schreckensjahr" und eine der größten Herausforderungen in der Geschichte des Unternehmens. Da der Konzern 2009 in arge Schieflage gekommen war, führte der Konzern mit über 50 Gläubigerbanken Rekapitalisierungsgespräche, um die Laufzeit des Kredits zu verlängern, den HeidelbergCement 2008 für den Ankauf der Hanson-Werke aufgenommen hatte. Im Juni 2009 wurde der Kredit durch einen neuen syndizierten Kredit in Höhe von 8,7 Mrd. Euro abgelöst, dessen Laufzeit im Dezember 2011 endete. Im September 2009 konnte eine Kapitalerhöhung um 62,5 Mill. Stücke bzw. 187,5 Mill. Euro durchgeführt werden. Die zugeflossenen Mittel von 2,23 Mrd. Euro wurden zur Rückführung der Bankverbindlichkeiten genutzt. Gleichzeitig mit der Kapitalerhöhung wuchs der Anteil der Aktien, die in Streubesitz sind, auf über 75%. Auch eine im Oktober 2009 ausgegebene Anleihe in Höhe von 2,5 Mrd. Euro diente dem Zweck, die Bankverbindlichkeiten des Konzerns zu senken.


Lange notierten die Aktien der Gesellschaft im MDax der Frankfurter Wertpapierbörse, stiegen dann aber am 21. Juni 2010 in die erste Börsenliga auf.


Aktionärsstruktur

Streubesitz 54,70%
Merckle 25,11%
Arnhold and S.. 5,12%
Commerzbank AG 5,08%
Artisan Partn.. 5,00%
BlackRock, Inc. 4,99%

Leitende Positionen

Vorstand (Management)
Dr. Bernd Scheifele Vorstand..
Daniel Gauthier
Andreas Kern
Dr. Lorenz Näger
Dr. Albert Scheuer
Dr. Dominik von Achten
Aufsichtsrat (Directors)
Fritz-Jürgen Heckmann Aufsicht..
Robert Feiger
Josef Heumann
Max Dietrich Kley
Hans Georg Kraut
Ludwig Merckle
Tobias Merckle
Alan Murray
Heinz Schmitt
Werner Schraeder
Frank-Dirk Steininger
Prof.Dr. Marion Weissenberger-Eibl

Beteiligungen

(an anderen Unternehmen)
Unternehmen Bet.