MAN SE Inhaber-Stammaktien o.N. Hilfe und InfosSeite druckenSeite aktualisieren

24.05.13  19:55 Uhr

Realtime-Kurs85,31 EUR

0,07%  [0,06]

KGVe:
29,5118

DIVe:
2,63%

Typ: Aktie  WKN: 593700

Börse: Stuttgart

 

Realtime-Kurs

 

Unternehmensbericht | Neuemissionsbericht
MAN SE
Kontakt
MAN SE
Ungererstraße 69
D-80805 München
Telefon
+49 89-36098-0
Fax
+49 89-36098-68334
Email
investor.relations@man.eu
Internet

Stark bei Diesel-Motoren und Lkw


Die MAN SE und ihre Töchter bilden einen führenden Engineering-Konzern in Europa, der in seinen Bereichen jeweils Spitzenpositionen am Markt hält. Bei Nutzfahrzeugen (Lkw und Busse) sieht sich MAN als einer der führenden Hersteller in Europa. MAN fokussiert sich auf die beiden Geschäftsfelder "Commercial Vehicles" und "Power Engineering". Dabei ist das Geschäftsfeld "Commercial Vehicles" in die "MAN Truck & Bus" (vormals MAN Nutzfahrzeuge) und "MAN Latin America" untergliedert. Das 2010 eingeführte Geschäftsfeld "Power Engineering" umfasst die beiden Segmente "MAN Diesel & Turbo" und "Renk". MAN Diesel ist weltweit führend bei Zweitakt-Schiffshauptmotoren und bei Viertakt-Dieselmotoren. MAN Turbo zählt zu den weltweit führenden Herstellern für thermische Turbomaschinen. Hinzu kommen die beiden Beteiligungen Sinotruk und Scania. Der Autobauer Volkswagen ist seit 2011 MAN-Mehrheitseigner und hat seinen Anteil 2012 auf über 75% ausgebaut. MAN ist damit Teil des Volkswagen-Konzerns.


Um gemeinsam schlagkräftiger zu sein und mehr Synergien bei der Produktpalette als auch den bearbeiteten Märkten zu nutzen, arbeitet MAN seit Jahren mit dem skandinavischen Lkw-Bauer Scania zusammen und hielt 17,4% der Scania-Stimmrechte (Stand Ende 2012). Auch der Volkswagen-Konzern arbeitet seit geraumer Zeit in seiner Nutzfahrzeugsparte mit den Skandinaviern zusammen. Erklärtes Ziel von VW-Patriarch Ferdinand Piech ist es dabei, Scania und MAN zunächst zu fusionieren und dann beide unter das Dach des VW-Konzerns zu holen, wo sie die konzerneigene Lkw-Sparte verstärken sollen. Am 9. November 2011 kamen die Wolfsburger diesem Ziel näher und verkündeten schließlich ein Closing, nachdem VW über 55,9% der Stimmrechte und 53,71% des MAN-Grundkapitals hielten. Im Juni 2012 stockte VW seine Beteiligung an MAN dann auf 73,41% des MAN-Grundkapitals auf. Für MAN bedeutete die Anteilserhöhung durch VW die Verringerung des Streubesitzes. In der Folge fiel die Aktie am 24. September 2012 aus dem Index der 30 größten deutschen Konzerne heraus und notiert seither im MDax. Im Rahmen der Zusammenarbeit der drei Lkw-Bauer VW, MAN und Scania werden aktuell Synergien im Bereich Forschung und Entwicklung und in der Produktion gehoben. Dabei setzt MAN jedoch darauf, dass die eigene Markenidentität wie auch die operative Verantwortung erhalten bleibt. VW teilte jedoch am 9. Januar 2013 mit, mit MAN einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag anzustreben.


Das Geschäftsfeld "Commercial Vehicles" umfasst die Aktivitäten im Bereich Lkw und Busse und damit die beiden Segmente "Man Truck & Bus" und " MAN Latin America". Das Segment "MAN Truck & Bus" (vormals MAN Nutzfahrzeuge) ist einer der führenden Lkw- und Bushersteller in Europa mit Produktionsstätten in Deutschland, Österreich, Polen, der Türkei und Indien. Im Segment "MAN Truck & Bus" werden Lkw von 7,5 bis 44 t für jeden Einsatzzweck angeboten. Hinzu kommen schwere Sonderfahrzeuge bis 250 t Zuggesamtgewicht wie auch Omnibusse für Linie und Reise aber auch Motoren für Anwendungen in Industrie, Marine, On- und Offroad. Dienstleistungen rund ums Fahrzeug runden das Angebotsportfolio ab. In Indien erhöhte MAN 2008 seinen Anteil an der Force Motor Trucks Private Ltd. von 30 auf 50% mit dem Ziel, seine Geschäftsaktivitäten in Indien wie den Vertrieb in Asien hierdurch auszubauen. 2012 konnte das Joint Venture ganz übernommen werden. 2012 gab der Auftragseingang auf 9,15 (i.V. 9,51) Mrd. Euro nach. Nach dem Wachstum des Vorjahres gab der Umsatz 2012 auf 8,82 (8,98) Mrd. Euro nach. Dabei konnten 74.680 (77.643) Lkw und 5.286 (5.775) Busse und damit deutlich weniger Fahrzeuge als im Vorjahr abgesetzt werden. Mit Bussen erlöste der Bereich 1,31 (1,45) Mrd. Euro und mit Lkw 7,52 (7,54) Mrd. Euro. Das operative Ergebnis kollabierte und sank angefacht von einem hohen Margendruck auf 225,0 (565,0) Mill. Euro. Die Umsatzrendite folgte mit 2,6 (6,3)%.


Das Segment "MAN Latin America" entstand im März 2009, als die Volkswagen Caminhoes e Onibus Industria e Comercio de Veiculos Comerciais Ltda. (VW Truck & Bus) in den Konzern eingebracht wurde. Durch den Kauf in Brasilien war der Gruppe 2008 der Eintritt in den lateinamerikanischen Markt gelungen. Die Gesellschaft ist der größte Lastwagenhersteller in Lateinamerika. Die Anschaffungskosten der Gesellschaft beliefen sich auf 1,34 Mrd. Euro. Produziert werden im Segment "MAN Latin America" Lkw von 5 bis 74 t wie auch Bus-Chassis von 5 bis 26 t für Stadt- und Überlandbusse. In Brasilien ist MAN mit der Übernahme Marktführer bei Lastwagen und führender Anbieter von Nutzfahrzeugen sowie Bus-Chassis für Wachstumsmärkte. Der Auftragseingang in diesem Bereich gab 2012 auf 2,87 (3,58) Mrd. Euro nach. Der Umsatz lag mit 2,87 (3,58) Mrd. Euro klar unter dem guten Vorjahresniveau. Dabei hatte die Einführung eines neuen Emissionsstandards das Geschäft gebremst und so konnten nur 56.305 (72.102) Fahrzeuge abgesetzt werden. Beim operativen Ergebnis musste "MAN Latin America" einen Einbruch auf 229,0 (400,0) Mill. Euro verkraften. Die Umsatzrendite sank so auf 8,0 (11,2)%.


2009 wurde neben "MAN Latin America" eine 25%-ige Beteiligung an der in Hongkong ansässigen Sinotruk eingegangen. Im Rahmen einer langfristigen Partnerschaft soll so das Geschäft in den so genannten BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) ausgebaut werden. Über die Kooperation mit Sinotruk sichert sich der Konzern nicht nur die Produktionsstätten des chinesischen Partners sondern auch das weitreichende Vertriebsnetz. Teil des Deals ist, dass MAN an Sinotruk die TGA-Lkw-Technologie lizenziert. Dies schließt Motoren, Fahrzeuggestelle und Achsen ein und ist die Basis für die Produktion einer neuen schweren Lkw-Reihe. Auf der Shanghaier Automesse konnte bereits 2011 die gemeinsame neue Marke SITRAK präsentiert werden. Sie soll ab 2013 verkauft werden.


Das Geschäftsfeld "Power Engineering" setzt sich seit 2010 aus den Segmenten "MAN Diesel & Turbo" und der Beteiligung an "Renk" zusammen. Dabei wurden die zuvor eigenständigen Bereiche MAN Diesel und MAN Turbo 2010 zusammengeführt. Ziel war es, neue Produktpakete zu schnüren wie auch im After-Sales-Bereich Wachstum- und Kostensynergien zu heben. Dabei sollen auch klassische und alternative Energieträger erschlossen werden. MAN Diesel ist nach den Angaben des Unternehmens die "Geburtsstätte" des Dieselmotors. MAN Turbo brachte hingegen sein Know-how bei thermischen Turbomaschinen ein. Im zusammengeführten Segment "MAN Diesel & Turbo" ist MAN weltweit führender Anbieter von Großdieselmotoren (Zwei- und Viertakt) für maritime und stationäre Anwendungen. Auf dem Gebiet der Turbomaschinen zählt der Konzern weltweit zu den führenden Anbietern. Die Produktpalette reicht von Zwei- und Viertraktmotoren, Bordstromaggregaten, Abgas-Turboladern und Propulsionssystemen über Turnkey-Dieselkraftwerke und Kraftwerkskomponenten bis hin zu Kompressoren, Gas- und Dampfturbinen und chemischen Reaktoren. Hinzu kommen komplette Turbomaschinenstränge für die Öl-, Gas- und Prozessindustrie sowie für die Stromerzeugung. Abgerundet wird dies von Aftersales-Dienstleistungen unter der Marke MAN PrimeServ. Der Bereich untergliedert sich in die Unterbereiche "Engines & Marine Systems", "Power Plants" und "Turbomachinery". Produktionsstätten befinden sich in Deutschland, der Schweiz, Italien und China, wobei das Werk im chinesischen Changzhou 2011 ausgebaut wurde. Es lieferte 2012 seine erste Dampfturbine aus. 2012 sanken die Auftragseingänge im Segment "MAN Diesel & Turbo" auf 3,51 (3,69) Mrd. Euro. Der Umsatz konnte allerdings auf 3,78 (3,61) Mrd. Euro zulegen. Im Unterbereich "Engines & Marine Systems" gaben die Erlöse auf 1,55 (1,67) Mrd. Euro nach, während bei "Power Plants" der Umsatz auf 773,0 (647,0) Mill. Euro wuchs. Der Unterbereich "Turbomachinery" legte auf 1,46 (1,29) Mrd. Euro zu. Beim operativen Ergebnis konnte MAN jedoch anders als bei den Umsätzen nicht zulegen. Es ging auf 437,0 (460,0) Mill. Euro zurück. Die Umsatzrendite sank so auf 11,6 (12,7)%.


Zu den weiteren Industriebeteiligungen zählt an erster Stelle "Renk" (MAN-Beteiligung 76%), ein Hersteller von hochwertigen Spezialgetrieben, Komponenten der Antriebstechnik und Prüfsystemen. Renk produziert Fahrzeuggetriebe für mittlere und schwere Kettenfahrzeuge wie Panzer, Spezialgetriebe für maritime und stationäre Sonderanwendungen, Standardgetriebe für die Handelsschifffahrt sowie industrielle Anwendungen wie auch für die Windenergie, Gleitlager und Industriekupplungen sowie Prüfsysteme für die Automobil-, Eisenbahn- und Luftfahrtindustrie. Produktionsstätten bestehen in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und den USA. Anders als in den übrigen Segmenten zeigte sich das Geschäft im Segment "Renk" 2012 durchweg positiv. So sprang der Auftragseingang auf 525,0 (456,0) Mill. Euro. Der Umsatz kam dank der regen Nachfrage nach Fahrzeug- und Spezialgetrieben mit 476,0 (389,0) Mill. Euro deutlich voran. Dahingegen zeigte sich die Situation bei Standardgetrieben und Gleitlagern eher uneinheitlich. Von der denooch deutlich spürbaren Aufwärtsdynamik profitierte das operative Ergebnis, das auf 66,0 (53,0) Mill. Euro stieg. Die Umsatzrendite wuchs auf 13,8 (13,6)%.


Im Bereich Sonstige/Konsolidierungen werden die anderen Industriebeteiligungen der MAN Gruppe und ihrer Shared Services-Gesellschaften erfasst. Hinzu kommen die anteiligen Ergebnisse der Beteiligungen an Scania und Sinotruk sowie die Konsolidierungsposten zwischen den Bereichen. Der Ergebnisbeitrag von Scania kam 2012 auf eine vereinnahmte Dividende von 60,0 (59,0) Mill. Euro voran. Dabei war Scania 2010 noch at-equity bilanziert worden. Die at-equity-konsolidierte Sinotruk erzielte 2012 einen Beitrag von nur noch 6,0 (45,0) Mill. Euro. Seit September 2008 verfügt die Gruppe mit der MAN Financial Services SAS über ein eigenes Kreditinstitut. Über die MAN Finance International GmbH bietet der Konzern Kreditfinanzierungen für den Kauf von MAN-Nutzfahrzeugen. Insgesamt lag das Ergebnis der Zentrale und ihrer Shared Services-Gesellschaften 2012 bei 7,0 (5,0) Mill. Euro. Auf die MAN SE und MAN Shared Services selbst entfallen hierbei minus 73,0 (minus 99,0) Mill. Euro.


Umsatz und Ergebnis schwächeln


Nachdem der Konzern im Jahr 2009 mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen hatte, konnte MAN 2010 wie auch 2011 brillieren. Diese Erfolgsserie setzte sich 2012 leider nicht fort. Die Staatsschuldenkrise bewirkte, dass Unternehmen sich beim Kauf von Maschinen und Ausrüstungen zurückhielten und Investitionen verschoben. So sank der Auftragseingang bei MAN 2012 um 7% auf 15,89 (i.V. 17,15) Mrd. Euro. Die Nachfrage im Inland brach um 11% und im Ausland um 6% ein. Zugleich konnte der Auftragsbestand um 8% abgearbeitet werden und sank auf 6,09 (6,64) Mrd. Euro. Parallel gingen die Erlöse um 4% auf 15,77 (16,47) Mrd. Euro zurück, was das Management in Anbetracht des Rekordumsatzes des Vorjahres noch als guten Wert definiert. Besonders das Geschäftsfeld "Commercial Vehicles" büßte bei den Erlösen um 7% auf 11,69 (12,56) Mrd. Euro ein. Während sich das Geschäft im Segment "MAN Truck & Bus" weitgehend stabil zeigte, musste der Konzern im Segment "MAN Latin America" einen deutlichen Rückgang bei der Nachfrage hinnehmen. Allerdings konnte das Geschäftsfeld "Power Engineering" seinen Umsatz auf 4,26 (4,00) Mrd. Euro steigern. Vor allem das Segment "Renk" aber auch das Segment "MAN Diesel & Turbo" zeigten sich positiv. Das Segment "MAN Truck & Bus" stand insgesamt für 55,1% der gesamten Konzernerlöse, "MAN Diesel & Turbo" für weitere 23,9%, "MAN Latin America" für 18,1% und "Renk" für 2,9%. Während 3,17 (3,52) Mrd. Euro an Umsatz in Deutschland (minus 10%) erzielt wurden, kamen auf das übrige Europa 4,15 (4,16) Mrd. Euro und auf die sonstigen europäischen Länder 1,74 (1,74) Mrd. Euro. In Asien setzte der Konzern 2,34 (2,17) Mrd. Euro, in Amerika 3,51 (4,12) Mrd. Euro und in Afrika 696,0 (625,0) Mill. Euro um. Auf Australien und Ozeanien kamen 164,0 (143,0) Mill. Euro. Damit machte der Binnenmarkt 20% der Konzernerlöse aus. Im übrigen Europa waren es weitere 38% und die übrigen Regionen kamen auf 42%.


Dem deutlichen Umsatzplus standen Umsatzkosten in Höhe von 12,50 (12,79) Mrd. Euro gegenüber. Da die Kosten parallel zum Umsatzrückgang sanken, wuchs das Bruttoergebnis vom Umsatz auf 3,27 (3,68) Mrd. Euro. Die Vertriebskosten stiegen jedoch leicht auf 1,18 (1,17) Mrd. Euro und der Verwaltungsaufwand legte auf 950,0 (854,0) Mill. Euro zu. Sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 540,0 (622,0) Mill. Euro standen sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 877,0 (979,0) Mill. Euro gegenüber. Das Zinsergebnis fiel auf minus 312,0 (minus 134,0) Mill. Euro tiefer in die roten Zahlen. Zugleich sank das Beteiligungsergebnis getrieben von einem geringeren at-Equity-Beitrag der Beteiligung an Sinotruk auf minus 182,0 (minus 41,0) Mill. Euro. Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation (MAN Latin America, Joint Venture Rheinmetall MAN Military Vehicles und Sinotruk) in Höhe von minus 110,0 (minus 109,0) Mill. Euro und ein Ergebnis aus Sondervorgängen (Sinotruk und MAN Military Vehicles) von minus 231,0 (minus 157,0) Mill. Euro belasteten zusätzlich. Abschreibungen musste MAN in Höhe von 473,0 (452,0) Mill. Euro vornehmen. Das operative Ergebnis brach beschleunigt von dem schlechten Ergebnis des Geschäftsfelds "Commercial Vehicles" um 35% auf 0,96 (1,48) Mrd. Euro ein. Damit sank die Umsatzrendite (Relation operatives Ergebnis zu Umsätzen) auf 6,1 (9,0)%. Vor Steuern fiel das Ergebnis mit 0,31 (1,12) Mrd. Euro deutlich unter das Vorjahresniveau. Abzüglich der aufgegebenen Geschäftstätigkeiten lag das Vorjahres-Vorsteuerergebnis bei 0,68 Mrd. Euro. Im Wesentlichen wurde hier 2011 die Veräußerung der Ferrostaal mit minus 434 Mill. Euro verbucht. Dabei führte der Konzern an den Fiskus Steuern in Höhe von 122,0 (434,0) Mill. Euro ab. Nach Anteilen Dritter von minus 12,0 (minus 9,0) Mill. Euro blieb unter dem Strich ein Konzernjahresüberschuss von 177,0 (238,0) Mill. Euro. Der Konzern gibt das Ergebnis je Aktie mit 1,20 (1,62) Euro an. Die Dividende wurde auf 1,00 (2,30) Euro je Stamm- und Vorzugsaktie gekürzt.


Wesentliche Steuerungsgrößen für den Konzern sind die Kennzahlen Return on Sales (Umsatzrendite, ROS), wobei das operative Ergebnis mit dem Konzernumsatz in Relation gesetzt wird, und der Return on Capital Employed (Kapitalrendite, ROCE). Die Umsatzrendite erreichte 2012 wie berichtet einen Wert von 6,1 (9,0)% und die Kapitalrendite fiel auf 13,9 (24,4)%.


Umsatz und Ergebnis 2013 weiter schwach


Auf den Umsatz- wie auch den deutlichen Ergebnisrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr reagierte das Konzernmanagement mit Kostenreduktionen und Effizienzsteigerungen sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung und dem Vertrieb. Geplante Investitionen werden sorgfältig geprüft. Allgemein sieht die Konzernführung MAN auf den wachstumsstarken Transportmärkten gut aufgestellt. Wachstum sollen auch Produktneuerungen bringen. Vor allem setzt der Konzern auch auf das After-Sales-Geschäft. Auch die regionale Expansion soll vorangetrieben werden. So wird 2013 in Russland ein neues Werk eröffnet und in Indien konnte das bisherige Joint Venture mit FORCE Motors Ltd., die MAN FORCE TRUCKS Private Ltd., für 150 Mill. Euro übernommen werden. Generell rechnet die Konzernspitze für 2013 mit wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen. So dürfte das Nutzfahrzeuggeschäft in Europa im ersten Halbjahr 2013 weiter rückläufig sein, während sich die Situation in Brasilien wieder bessern könnte. Die Umsatzrendite soll hier mit 4% auf dem Vorjahresniveau liegen. Nach schwachen Auftragseingängen in 2012 erwartet das Management auch für das Geschäftsfeld "Power Engineering" für 2013 einen leicht rückläufigen Umsatz und ein überproportional sinkendes operatives Ergebnis, welches mit einer sinkenden Umsatzrendite einhergeht. Im Konzern wird damit der Umsatz 2013 leicht sinken und das operative Ergebnis gar überproportional zurückgehen, so dass die Umsatzrendite unter das Niveau von 2012 fallen wird. Erst wenn sich die wirtschaftliche Lage im Euroraum wieder stabilisiert, kann die MAN Gruppe 2014 den Weg zurück zu profitablem Wachstum finden. Dabei wurde der langfristige Zielwert für die Umsatzrendite mit 8,5% formuliert.


Erster Versuchs-Dieselmotor als Pionierleistung


In ihrer heutigen rechtlichen Struktur als so genannter "Vertragskonzern" entstand die MAN im Jahre 1986, und zwar aus der Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg und Teilen der Oberhausener GHH, beides traditionsreiche und seit langem verbundene Unternehmen. Die im Jahre 1846 von einer der Vorgängergesellschaften entwickelte handbetriebene Schnellpresse und der erste Versuchs-Dieselmotor aus den Jahren 1893 bis 1895 gehören zu den Pionierleistungen des deutschen Maschinenbaus.


Im Frühjahr 2000 übernahm MAN die britische Lkw-Tochter ERF, bei der laut MAN im Sommer 2001 "erhebliche Bilanzfälschungen und operative Verluste" zu Tage getreten seien; durch kontinuierliche Bilanzfälschung seit 1998 sei ein Vermögensschaden entstanden. Der Aufwand für bilanzielle Bereinigungen und Restrukturierungsmaßnahmen (94 Mill. Euro) wurde damals von der MAN AG getragen. Im Geschäftsjahr 2001 hatte sich die Ertragslage des MAN-Konzerns gegenüber dem vorangegangenen ganzen Jahr 1999/2000 drastisch verschlechtert. Neben der Verlustsituation im SMS-Verbund hatten in erster Linie Sondereffekte im Zusammenhang mit der britischen Tochtergesellschaft ERF und deren Auswirkungen auf die Ertragslage des Bereichs Nutzfahrzeuge belastet - das Ergebnis brach ein. Erträgen aus dem Verkauf von Grundstücken von 50 Mill. Euro hatten Aufwendungen für Neubewertungen von Rücknahmeverpflichtungen und Restwertgarantien (98 Mill. Euro) und Personalreduzierungen (47 Mill. Euro) gegenüber gestanden. Der verbleibende operative Verlust vor Zinsen der ERF lag 2001 bei 58 Mill. Euro; hinzu kamen Rückstellungen für weitere Restrukturierung in 2002 in Höhe von 23 Mill. Euro. Ab dem Geschäftsjahr 2003 hat sich die Ertragslage der MAN Gruppe dann sukzessive verbessert.


Mit Vertrag vom 18. Juli 2006 hat die MAN AG ihre Beteiligung an der MAN Roland Druckmaschinen AG an die Roland Beteiligungs GmbH veräußert. Der Verkaufspreis betrug laut MAN 624 Mill. Euro. Aus der Transaktion flossen MAN im Geschäftsjahr 2006 ein Ergebnis nach Steuern von 160 Mill. Euro und ein Cashflow von 255 Mill. Euro zu. Die Höhe der abgegebenen Zahlungsmittel betrug 263 Mill. Euro. An der Roland Beteiligungs GmbH waren über die Roland Holding GmbH mit 65% die Allianz Capital Partners und mit 35% die MAN AG beteiligt. Aufgrund der schlechten Marktsituation in der Druckmaschinenbranche hatte sich MAN 2010 von manroland komplett getrennt. Nach einem negativen Ergebnisbeitrag von minus 13,0 Mill. Euro in 2010 schlug sich 2011 hier somit keine Belastung mehr nieder.


2009 waren Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen Compliance-Vorschriften eingeleitet worden. Führende Mitarbeiter der Division Nutzfahrzeuge bzw. Truck und Bus wurden dabei überführt, beim Verkauf von Nutzfahrzeugen Provisionszahlungen geleistet zu haben. Der Vorgang wurde mit einem umfassenden Bericht und einer Geldbuße von 150,6 Mill. Euro abgeschlossen. Als Konsequenz wurde konzernweit eine zentrale Compliance-Abteilung eingerichtet.


Industriedienstleistungen waren das Spezialgebiet von MAN Ferrostaal. Der Bereich wurde im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft des Konzerns 2009 aufgegeben. MAN Ferrostaal fungierte zuvor als Generalunternehmer im internationalen Anlagenbau in den Bereichen Petrochemie, Öl/Gas, Energie/Kraftstoffe und übernahm die Projektentwicklung, das Projektmanagement und erstellte Finanzierungskonzepte für schlüsselfertige Industrieanlagen. Daneben trat das Segment als Vertriebs- und Servicepartner für Hersteller von Systemen und Maschinen auf und erbrachte Dienstleistungen für die Automobilindustrie wie die Just-in-Sequence-Vormontage von kompletten Modulen. Außerdem war MAN Ferrostaal die Service- und Vertriebsplattform für den MAN Konzern. Im Oktober 2008 verkaufte MAN rückwirkend zum Jahresbeginn 2008 rund 70% der Anteile an MAN Ferrostaal an die International Petroleum Investment Company (IPIC) aus Abu Dhabi. MAN hielt zunächst weiter rund 30% an Ferrostaal. Der vereinbarte Preis für die 100% der Ferrostaal-Anteile lag bei 700 Mill. Euro. 2010 verhandelte MAN jedoch über die Übertragung der restlichen 30% an IPIC. Da der Korruptionsskandal der Mutter auch MAN Ferrostaal betraf, forderte IPIC zunächst einen Abschlag auf den verhandelten Kaufpreis, drohte Ferrostaal doch ein Bußgeld in Millionenhöhe. 2011 wurde dieses Bußgeld auf 140 Mill. Euro festgesetzt. Ende September 2010 reichten die Araber Klage auf Rückübertragung der bereits übernommenen 70% ein. MAN hat daraufhin seinerseits im Juni 2011 eine Schiedsklageerwiderung eingereicht. Im November konnten sich beide Parteien darauf verständigen, dass MAN 70% der Anteile an Ferrostaal für 350 Mill. Euro zurückkauft (IPIC-Vergleich). Damit sind sämtliche Ansprüche der beiden Kontrahenten im Zusammenhang mit der Ferrostaal-Transaktion untereinander abgegolten. Zugleich vereinbarte MAN mit der MPC Industries GmbH, sämtliche Anteile an Ferrostaal an MPC und einen Co-Investor zu verkaufen. Dieser Kauf stand jedoch unter dem Vorbehalt der Umsetzung des IPIC-Vergleichs. Dieser wurde am 7. März 2012 wirksam, und so wurden sämtliche Anteile an Ferrostaal an MPC und einen Co-Investor verkauft, womit Ferrostaal nun Teil von MPC ist. Somit sind die Rechtstreitigkeiten beendet.


Am 25. Mai 2009 firmierte der Konzern von MAN AG in MAN SE um. Nachdem der Konzern lange Mitglied im Dax war, schied die Aktie am 24. September 2012 aus dem Index der 30 größten deutschen Konzerne aus und notiert seither im MDax. Hintergrund war die mehrheitliche Übernahme durch den Volkswagen-Konzern.


Aktionärsstruktur

Truck & Bus G.. 75,03%
Streubesitz 22,62%
BlackRock, Inc. 2,35%

Leitende Positionen

Vorstand (Management)
Ulf Berkenhagen
Dr. Georg Pachta-Reyhofen
Jochen Schumm
Aufsichtsrat (Directors)
Prof. Dr. Ferdinand K. Piëch Aufsicht..
Michael Behrendt
Marek Berdychowski
Detlef Dirks
Jürgen Dorn
Jürgen Kerner
Gerhard Kreutzer
Wilfried Loos
Thomas Otto
Angelika Pohlenz
Hans Dieter Pötsch
Prof. Ekkehard D. Schulz
Erich Schwarz
Rupert Stadler
Prof. Dr. Martin Winterkorn
Dr. Leif Östling

Beteiligungen

(an anderen Unternehmen)
Unternehmen Bet.